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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wiedereröffnung in Körle: Wo Wilke noch einen guten Namen hat

Metzgermeister Karlheinz Wilke aus Körle ist stolz auf seine Wurstwaren

Wilke ist wieder da. Nicht weit von der skandalträchtigen Wurstfabrik in Twistetal hat die Dorfmetzgerei Wilke ihr Geschäft wieder eröffnet. Mit dem Wurstskandal hat die kleine Fleischerei nichts zu tun. Und doch: Wie läuft das mit so einem belasteten Namen?

Am Eingang hängen zur Feier des Tages ein paar bunte Luftballons. Die Kunden kommen und begutachten neugierig die Auslage in der Wursttheke. Wilke hat wiedereröffnet. Was andernorts für hitzige Diskussionen sorgen würde - hier in Körle (Schwalm-Eder) wird das mit Gelassenheit und sogar Freude zur Kenntnis genommen. Man ist froh, dass die einzige Fleischerei am Ort nicht für immer dicht gemacht hat. "Wir sind alte Stammkunden", sagt ein Ehepaar. "Gehaktes, Bratwurst, dicke Rippen - alles prima hier."

"Hier steht Wilke für Qualität"

Dass der Dorfmetzger denselben Namen trägt wie die skandalträchtige Wurstfabrik im 70 Kilometer entfernten Twistetal (Waldeck-Frankenberg) stört niemanden. Wilke ist schließlich nicht gleich Wilke. Und in Körle kennt man sich. Das schafft Vertrauen. "Hier steht Wilke für Qualität", beteuert eine Mitarbeiterin der Metzgerei.

Natürlich hat auch Metzgermeister Karlheinz Wilke aus Körle mitbekommen, was da in Twistetal los war. Geschockt hat ihn das, sagt er. Als er die Fotos mit der schimmeligen Wurst und dem vergammelten Leberkäse sah, habe er das gar nicht glauben mögen.

Tatsächlich wollten einige wissen, ob er, der Wilke aus Körle irgendwas mit dem Wilke aus Twistetal zu tun habe. Hat er aber nicht. "Das ist nur eine Namensgleichheit. Verwandt sind wir nicht", sagt der Metzgermeister und fügt an: "Im Waldecker Land heißt ja fast jede zehnte Familie Wilke."

Geschäftsunterbrechung wegen Personalmangel

Die Metzgerei Wilke in Körle gibt es bereits seit 1902. Ein kleiner Familienbetrieb in vierter Generation. Hier ist alles gediegenes Fleischerhandwerk. Keinerlei Ähnlichkeit mit einer Wurstfabrik. Dass vor einem halben Jahr der Laden erstmal dicht machte, hatte nichts mit Problemen in der Produktion zu tun. Es fehlte Personal. Jetzt hat Karlheinz Wilke abgespeckt und versucht mit einem etwas schlankeren Sortiment den Neustart.

Eine Namensänderung für seine Metzgerei, die jede Verwechslung mit Wilke in Twistetal ausgeschlossen hätte, habe er dabei nie in Erwägung gezogen. "Ich brauche mich doch nicht zu verstecken", sagt er selbstbewusst. "Ich habe ja mit der ganzen Geschichte in dort nichts zu tun", sagt Wilke.

Negative Auswirkungen auf sein Geschäft befürchte er jedenfalls nicht. Die Gefahr ist wohl auch gering. Die Landmetzgerei Wilke aus Körle verkauft ausschließlich vor Ort.

Sendung: hr1, 19.01.2019, 14.44 Uhr