Firmenschild des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke, durch Gitterstäbe fotografiert.

Nicht nur wo "Wilke" draufsteht, ist auch "Wilke" drin: Wie das Verbraucherschutzministerium mitgeteilt hat, sind Produkte des nordhessischen Wurstherstellers möglicherweise auch in Fertigprodukten anderer Hersteller enthalten. In welchen, verrät das Ministerium aber nicht.

Produkte des nordhessischen Wurstherstellers Wilke sind möglicherwiese auch in Fertiggerichten anderer Hersteller verarbeitet worden. Das geht aus einer Antwort des hessischen Verbraucherschutzministeriums auf Fragen der Organisation Foodwatch hervor. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

Ministerium nennt Produkte nicht

Welche Hersteller von Fertigprodukten betroffen sind, teilte die Behörde aber nicht mit. Später erklärte eine Sprecherin, dass man dies gar nicht wissen könne: "Da Wilke an 23 EU-Staaten und Drittstaaten ausgeliefert hat, können wir entlang dieser langen Handelskette nicht ausschließen, dass es an einem Punkt auch zu Weiterverarbeitungen gekommen sein könnte - auch solche Ware ist vom Rückruf betroffen und eingeschlossen."

Foodwatch kritisierte unterdessen das Krisenmanagement: "Hessens Behörden müssen endlich alle bekannten Namen von betroffenen Herstellern, Marken, Produkten und Verkaufsstellen nennen. Es wird gemauert und vertuscht", sagte Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation, der "Bild am Sonntag".

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Anmerkung: In einer ersten Mitteilung bestätigte das Ministerium, dass Wilke-Fleisch auch in Fertigprodukten verarbeitet wurde. Später korrigierte die Behörde ihre Aussage und ergänzte, dass "möglicherweise" Fertigprodukte betroffen sind.

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Man müsse davon ausgehen, dass in Haushalten und Supermärkten noch Fertiggerichte lagerten, in denen Wilke-Ware verarbeitet worden sei.

Tödliche Keime in Wilke-Wurst

In Wilke-Wurst waren wiederholt Listerien-Keime gefunden worden. Diese können bei einem geschwächten Immunsystem lebensgefährlich sein. Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit Waren des Unternehmens in Twistetal-Berndorf (Waldeck-Frankenberg) in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer.

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Info-Hotline

Das Verbraucherministerium hat eine Hotline eingerichtet: Unter 06151-126082 werden Fragen zur Wilke-Rückrufaktion beantwortet. Erreichbar ist die Nummer montags bis donnerstags zwischen 8 und 16.30 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 15 Uhr.

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Nach der Schließung des Unternehmens Anfang Oktober waren alle Waren zurückgerufen worden. Damals hatte der zuständige Landkreis zunächst erklärt, andere Marken seien nicht betroffen.

Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) hatte erst kürzlich einheitliche Vorgaben für Betriebe gefordert, die Rückverfolgbarkeit ihrer Waren bei Rückrufen sicherzustellen. Das Krisenmanagement müsse länderübergreifend verbessert werden, sagte sie am Donnerstag. Für krankheitserregende Keime müsse eine gemeinsame Datenbank geschaffen werden. 

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