Wilke Wurstwaren Twistetal

Gegen leitende Mitarbeiter des Wurstherstellers Wilke wird außer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung nun auch wegen gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt. Unter Verdacht steht nicht mehr allein der Geschäftsführer.

Wurde im Wilke-Wurst-Skandal bislang gegen den Geschäftsführer des geschlossenen Herstellers ermittelt, hat die Staatsanwaltschaft Kassel ihre Ermittlungen jetzt auf weitere Personen ausgeweitet. Konkret geht es um die stellvertretende Geschäftsführerin sowie den Produktionsleiter, wie eine Justizsprecherin am Dienstag mitteilte.

"Neben dem Verdacht der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch besteht nunmehr auch der Verdacht des gewerbsmäßigen Betruges gegen die Beschuldigten", hieß es von der Behörde.

Nach den bisherigen Ermittlungen soll es ab dem Jahr 2012 zu erheblichen Überproduktionen gekommen sein. Diese hätten nicht mehr adäquat gekühlt und gelagert werden können. Daher soll es vermehrt zum Verderb von Waren gekommen sein.

Verdorbene Ware in den Handel gebracht

Die schlechte Wurst wurde mit einem Sperrvermerk versehen. Trotzdem soll sie durch den Geschäftsführer für den Verkauf freigegeben worden und in den Handel gekommen sein. Die stellvertretende Geschäftsführerin und der Produktionsleiter sollen davon gewusst haben. Davon sei aufgrund von Zeugenaussagen auszugehen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Wurstfabrik Wilke in Twistetal (Waldeck-Frankenberg) wurde im Oktober wegen verdorbener Waren und eklatanter Hygienemängel geschlossen. In den Produkten von Wilke waren Listerien gefunden worden, gefährliche Krankheitserreger, die bei alten und geschwächten Menschen zum Tod führen können. Insgesamt drei Todesfälle und 34 weitere Erkrankungen werden mit Wilke-Wurst in Verbindung gebracht.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 21.01.2020, 13 Uhr