Eine Frau steht an einem Gleis des Frankfurter Hauptbahnhofs vor einem Regionalzug, auf dem die Anzeige "Nicht einsteigen" leuchtet.

Die Lokführer streiken bereits den zweiten Tag in Folge. Massive Einschränkungen gibt es beim S-Bahn-Verkehr im Rhein-Main-Gebiet. Im Fernverkehr fallen Dreiviertel aller Züge aus.

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Regionalbahnen fahren im Dunkeln
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Wegen des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kommt es auch am Dienstag zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen im Zugverkehr der Deutschen Bahn. Noch bis Mittwochfrüh müssen sich Reisende sowie Pendlerinnen und Pendler auf teils massive Einschränkungen einstellen.

Stark betroffen sei weiterhin der S-Bahn-Verkehr im Rhein-Main-Gebiet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. So fahren die meisten Linien im Bereich des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) nur alle 60 Minuten. Auf den Linien S7 und S9 sind demnach gar keine Züge unterwegs.

Alternativ fahren auf dieser Linie demnach Regionalzüge. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft hatte angekündigt, die Kapazität der U-Bahn-Züge in Frankfurt auszuweiten. So werden auf einigen Linien die Züge verlängert. 

Auch Regionalverkehr betroffen

Bei manchen Linien wird der Takt stark ausgedünnt oder sie entfallen an den Streiktagen komplett: Auf den Linien RE4/RE14, RB48, RE5 und RE51, RE60 und RB67 fahren voraussichtlich überhaupt keine Züge. Die Übersicht des RMV finden Sie hier. Nicht vom Streik betroffen sind dagegen Linien, die von anderen Bahngesellschaften bedient werden, etwa die Hessische Landesbahn, Vias oder Vlexx.

Weitere Informationen

Infos für Bahnreisende

Bahnreisende sollten sich vor Fahrtantritt im Internet über ihre Verbindungen informieren. Die Deutsche Bahn hat außerdem eine kostenfreie Hotline eingerichtet: 08000/996633. Die Bahn hat dazu aufgerufen, nicht unbedingt notwendige Reisen mit Fernverkehrszügen zu verschieben.

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Auch in Nordhessen gibt es zahlreiche Ausfälle: Laut NVV sind die Linien von und nach Kassel-Wilhelmshöhe, RE2 Richtung Erfurt, RB4 Richtung Korbach, RE9 Richtung Halle, RE17 Richtung Hagen, RE30 Richtung Frankfurt, RB38 Richtung Schwalmstadt-Treysa, RB39 Richtung Bad Wildungen sowie RB97 nach Brilon und Marburg betroffen.

Auch der deutschlandweite Bahnverkehr ist massiv beeinträchtigt: Bundesweit hat die Deutsche Bahn 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen.

Corona-Prämie und Lohnerhöhung gefordert

Am Freitag hatte die GDL angekündigt, den Fern- und Regionalverkehr ab Montag, 2 Uhr, für 48 Stunden bundesweit zu bestreiken. Die GDL-Mitglieder streiken für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen.

Die Bahn bot am Sonntag an, zusätzlich über eine Corona-Prämie für die Beschäftigten zu verhandeln. Die Lohnerhöhung will sie nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen der GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Es geht darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.