Die Lebensmittelfirma Waldenserhof aus Wächtersbach ruft ihr komplettes Sortiment an Fleischwaren und Milcherzeugnissen zurück. In einem Schinken waren Listerien gefunden worden. Die Bakterien können lebensgefährlich sein.

Waldenserhof Nuss-Schinken

Die Firma Waldenserhof in Wächtersbach-Waldensberg (Main-Kinzig) ruft nach Keimfunden ihr gesamtes Produktsortiment zurück. "Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes wird vorsorglich von dem Verzehr von Fleisch, Fleischerzeugnissen, Fleischzubereitungen und Milcherzeugnissen vom Waldenserhof abgeraten", erklärte ein Sprecher des Main-Kinzig-Kreises am Freitag.

Nuss-Schinken belastet

Grund des Rückrufes sei der Nachweis von Listerien in Nuss-Schinken mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 3. Februar. Die Produkte des Unternehmens werden in Märkten im Raum Wetterau, Offenbach, Frankfurt und Aschaffenburg verkauft.

"Verbraucher, die Produkte gekauft haben, werden gebeten, diese nicht zu verzehren", sagte der Sprecher. Die Artikel können im Einzelhandel oder im Betrieb zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird erstattet.

Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Die Keime sorgten zuletzt für Schlagzeilen durch den nordhessischen Fleischhersteller Wilke. In dessen Produkte wurden Listerien gefunden, die mit 37 Krankheitsfällen, darunter drei Todesfällen, in Verbindung gebracht werden.

Schwangere sollten sich beraten lassen

Eine Listerien-Erkrankung äußert sich meist innerhalb von 14 Tagen nach Infektion mit Durchfall und Fieber. Personen, die Lebensmittel der Firma Waldenserhof gegessen haben und schwere oder anhaltende Symptome entwickeln, sollten ärztliche Hilfe aufsuchen und auf eine mögliche Listerien-Infektion hinweisen.

Schwangere, die diese Lebensmittel gegessen haben, sollten sich auch ohne Symptome in ärztliche Behandlung begeben und sich beraten lassen. Das Unternehmen bedauerte den Vorfall am Freitag und bat seine Kunden um Entschuldigung.

Sendung: hr3, 24.01.2020, 17.00 Uhr