Thomas Panke zeigt das Logo, dass er laut Lego nicht mehr verwenden soll.
Dieses blaue "Held der Steine"-Logo will Lego nicht dulden - Thomas Panke hat sich nun ein neues zugelegt. Bild © Screenshot Youtube

Als "Held der Steine" bewertet der Frankfurter Lego-Händler Thomas Panke auf Youtube kritisch Lego-Sets. Jetzt hat er sich Ärger mit Lego eingefangen. Während Lego-Fans vor Wut toben, hat Panke Konsequenzen gezogen.

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Seit Sonntag steht auf der offiziellen Facebook-Seite von Lego quasi kein Klötzchen mehr auf dem anderen. Unter jedem Post hagelt es hunderte Kommentare, in denen erzürnte Nutzer ihrem Unmut Luft machen.

"Ich werde keine neuen Modelle mehr von Lego kaufen", schreibt einer. "Die Werte und Normen der Firma Lego stimmen nicht mit meinen überein. 15 Jahre treuer Kunde, doch jetzt seid ihr zu weit gegangen! Ihr seid mich los."

Screenshot Legoseite bei Facebook: Lego erntet auf seiner Facebook-Seite für seine Aktion Unverständnis
Lego erntet auf seiner Facebook-Seite für seine Aktion Unverständnis. Bild © Screenshot: facebook.com/pg/LEGOGermany

Stein des Anstoßes: Lego hat dem Frankfurter Lego-Händler und Youtuber Thomas Panke die Verwendung eines bauklötzchenähnlichen Logos in seinen Videos untersagt.

Das blaue Baustein-Symbol mit Noppen und weißem "Held-der-Steine"-Schriftzug könne zu Verwechslungen mit der Marke Lego führen und das Vertrauen der Lego-Kunden in die Produkte "nachhaltig schädigen", heißt es in einem anwaltlichen Schreiben, den der 38 Jahre alte Panke in einem Youtube-Video vom Sonntag vorliest.

"Held der Steine" nahm Lego-Produkte auch in die Kritik

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Das Skurrile: Panke gibt seit 2014 als "Held der Steine" seinen mittlerweile fast 170.000 Youtube-Abonnenten Qualitätseinschätzungen von verschiedenen Lego-Produkten. Manchmal rät er auch vom Kauf eines Modells ab, wenn er zum Beispiel einen Lego-Technik-Abschleppwagen überteuert oder mangelhaft findet.

Das macht ihn für die Nutzer glaubwürdig - schließlich handelt er dabei im ersten Moment auch gegen seine eigenen Geschäftsinteressen, wenn er in seinem kleinen Laden in Frankfurt-Sachsenhausen auf besagtem Produkt sitzenbleibt.

Sorge, dass er damit bei Lego anecken könnte, hatte er bisher nicht. "Dazu bin ich viel zu klein", sagte er hessenschau.de noch im Dezember. Doch das hat sich vor einigen Tagen geändert - als er den an ihn adressierten Brief einer Anwaltskanzlei öffnete.

"Da war es aus für mich"

Noch mehr als den Vorwurf der Verwechslungsgefahr seines Logos mit der Marke Lego ärgert den Händler weiterhin der Vorwurf, seine Filme würden "nicht den Qualitätserwartungen und Wertvorstellungen der Lego-Unternehmensgruppe entsprechen". "Da war es aus für mich", sagt Panke. Schließlich prangert er seit längerem an, dass Lego-Produkte immer teurer werden und die Qualität immer schlechter.

An eine böse Absicht glaubt der "Held der Steine" dennoch nicht. "Ich glaube, das ist ein Standard-Brief und sie wussten gar nicht, wem genau sie diesen Brief eigentlich schicken", sagte Panke zu hessenschau.de. Auf hr-Nachfragen dazu antwortete Lego nur allgemein (siehe unten).

"Dass sie wirklich wollen, dass ich meine Marke abmelde, wäre viel zu dämlich." Aber genau das hat er inzwischen getan. Er habe die Löschung der Wort-Bild-Marke beantragt und verwende jetzt ein neues Logo. "Wenn Lego nicht komplett Anstand und Stil vergisst, müsste es damit ausgestanden sein."

Nur noch ausgewählte Lego-Produkte - und die der Konkurrenz

Mit Lego direkt will der einstige Lego-Fan jedoch nichts mehr zu tun haben. Die Geschäftsverbindung mit Lego habe er gekündigt. Er beziehe seine Lego-Produkte jetzt nicht mehr direkt von Lego sondern von Zwischenhändlern.

Für ihn ein gutes Gefühl, "denn ich werde nicht mehr das Vollsortiment anbieten, sondern nur noch das, was ich für gut erachte." Dazu gehören dann auch Konkurrenz-Produkte von anderen Herstellern aus Deutschland und Polen, eventuell auch aus China.

Und das Logo? Seit Sonntag verwendet der "Held der Steine" ein neues - ein Erdmännchen mit Umhang. Denn traditionell tauchen als Maskottchen zwei Erdmännchen-Puppen in jedem seiner Videos auf. "Weil ich der Held der Steine bin, habe ich dem Erdmännchen ein Cape gegeben. Ich finde mein neues Logo auch netter und hübscher als das alte. Von daher ist es okay."

Für die Nutzer auf der Lego-Facebook-Seite ist es noch nicht okay. Einer fasst es dort so zusammen: "Die Marke Lego hat sich selbst mehr geschadet als jedes negative Video."

Weitere Informationen

Stellungnahme von Lego

Lego ließ am Dienstag die vom hr an den Konzern gestellten Fragen unbeantwortet. Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme lediglich, es nehme den Schutz seiner Markenrechte "sehr ernst" und wolle "sicherstellen, dass Dritte keine Zeichen zur Eintragung bringen, die die Lego Marke verwässern könnten". Zu "möglichen juristischen Sachverhalten und Einzelfällen" könne Lego keine Aussage machen. Es sei jedoch für freie Meinungsäußerung und "respektiere daher selbstverständlich auch kritische Stimmen".

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, Thomas Panke sei von Lego abgemahnt worden. Dies ist nicht korrekt. Panke erhielt ein anwaltliches Schreiben, in dem er aufgefordert wurde, seine Marke zu löschen.