Eine verwaiste Bushaltestelle am Frankfurter Mainufer.

Ein Warnstreik von Busfahrern hat in Hessen Zehntausende Pendler vor eine Geduldsprobe gestellt. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Fahrer zum Ausstand aufgerufen, nachdem sie Tarifverhandlungen abgebrochen hatte.

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Dieser Freitag war Streiktag - zumindest bei den Fahrern privater Busunternehmen. Und aus Sicht der Gewerkschaft Verdi war es auch ein erfolgreicher. Streikleiter Jochen Koppel bilanzierte: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf. Gut 1.500 Kolleginnen und Kollegen haben sich in ganz Hessen beteiligt. Das sind fast alle Unternehmen, die wir aufgerufen hatten."

Eine Verdi-Sprecherin sagte dem hr, 95 Prozent der aufgeforderten Betriebe machten mit. Die Gewerkschaft hatte die Fahrer zu dem Ausstand aufgerufen, nachdem sie Tarifverhandlungen in der dritten Runde abgebrochen hatte.

Schüler erwischte es am letzten Schultag

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessenweiter Warnstreik der Busfahrer

Zwei streikende Busfahrer gehen im Busdepot der RhönEnergie in Fulda an Bussen vorbei
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Für die Fahrgäste bedeutete der Arbeitskampf dagegen: Bei regnerischem Wetter an der Bushaltestelle stehen - und dann Alternativen suchen. Der ganztägige Warnstreik begann mit der Frühschicht gegen 2.40 Uhr, wie Verdi mitteilte.

Unter den betroffenen Fahrgästen waren auch viele Schüler am letzten Tag vor den Herbstferien. Ausfälle und Verspätungen gab es laut Verdi in Kassel, Fulda, Gießen, Hanau, Erlensee, Maintal, Frankfurt, Oberursel, Bad Vilbel, Offenbach, Langen, Hofheim, Mainz, Darmstadt, Weiterstadt und im Main-Kinzig-Kreis.

Busfahrer Warnstreik Gießen

Mehr Urlaub und mehr Geld gefordert

Hintergrund für den Streik ist der Tarifkonflikt der privaten Busunternehmen in Hessen. Verdi hatte die Verhandlungen in dieser Woche mit dem Landesverband hessischer Omnibusunternehmer (LHO) abgebrochen. "Wir reagieren nach drei erfolglosen Treffen mit Streik. Vielleicht bringt das die Arbeitgeber zur Einsicht und sie beginnen endlich, ernsthaft zu verhandeln", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 4.400 Busfahrer eine Erhöhung der Urlaubstage von 25 auf 30 Tage im Jahr. Außerdem soll das Grundgehalt von 13,50 Euro pro Stunde auf 16,60 Euro angehoben werden.

Die Arbeitgeber reagierten mit Unverständnis auf die Streikankündigung. Man wolle ebenfalls die Rahmenbedingungen für Fahrerinnen und Fahrer im ÖPNV verbessern, hieß es am Donnerstag vom LHO.

Verdi habe bisher jedoch lediglich ein Paket präsentiert "mit unrealistischen Maximalforderungen, die keine Basis für ernstzunehmende Verhandlungsgespräche sein können". Wenn nun für Tariferhöhungen über das übliche Maß hinaus gestreikt werde, gerieten Busunternehmen in finanzielle Schieflage.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.09.2019, 19.30 Uhr