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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bahnverkehr läuft wieder

Frankfurter Hauptbahnhof

Am Morgen ging am Hauptbahnhof nichts mehr, seit dem Nachmittag rollen wieder Züge: Für die S-Bahnanbindung des neuen Stadtteils Gateway Gardens brauchte es ein Software-Update in Stellwerken. Die funktionieren jetzt - Behinderungen gibt es aber trotzdem noch.

"Hurra, es ist geschafft", twitterte der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) am Samstagnachmittag. Die Sperrung des Frankfurter Hauptbahnhofs wegen Software-Updates in elektronischen Stellwerken hat nach Angaben der Deutschen Bahn gut funktioniert. Es kann laut RMV allerdings noch bis in den Abend Verspätungen geben.

Um 9.30 Uhr seien am Samstag die Arbeiten wie geplant beendet worden und der erste Zug und die erste S-Bahn wieder in den Hauptbahnhof eingefahren, sagte ein Bahn-Sprecher.

Verzögerungen auf der Strecke zum Flughafen

Eine Verzögerung habe es jedoch bei den Testfahrten auf der Strecke zum Flughafen gegeben. Der Bus-Ersatzverkehr konnte nicht wie geplant um 14.30 Uhr eingestellt werden, sondern erst nach 16 Uhr. Die ersten Bahnen zwischen Flughafen und Hauptbahnhof seien gegen 16 Uhr wieder gefahren, sagte der Sprecher.

Einsamer Schaffner am gesperrten Hauptbahnhof

Fernbahnhof statt Regionalbahnhof

Für die Anbindung der neuen S-Bahn an den Stadtteil Gateway Gardens entfallen ab Sonntag für sieben Wochen auf den S-Bahn-Linien S8/S9 die Halte am Regionalbahnhof des Frankfurter Flughafens und in Kelsterbach. Bis zum 14. Dezember ist der Regionalbahnhof gesperrt. Die Züge werden über den Fernbahnhof geleitet.

Während der Sperrung aller Bahnstrecken zum Hauptbahnhof in der Nacht zu Samstag sei es nicht zu Beeinträchtigungen gekommen, sagte der Sprecher. "Das war alles in die Fahrpläne eingearbeitet und vorher angekündigt."

Lotsen, Handzettel und Ersatzverkehr

Mit Lotsen, Ersatzverkehr und Handzetteln hatte die Bahn Reisende zusätzlich auf die Sperrung aufmerksam gemacht. Zugfahrten von und zum Hauptbahnhof fielen aus. Stattdessen fuhren viele Bahnen nur bis zu Haltestellen am Rand des Stadtgebiets, einige Fernverkehrszüge umfuhren Frankfurt ohne Ersatzhalt.

Der Frankfurter Hauptbahnhof ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Im Schnitt fahren ihn pro Tag mehr als 1.800 Nah- und Fernverkehrszüge an, bis zu 500.000 Besucher und Reisende halten sich nach Bahn-Angaben täglich im Bahnhof auf. Von Frankfurt aus verkehren zahlreiche Züge in andere deutsche Städte sowie ins europäische Ausland - etwa nach Paris, Wien, Brüssel, Basel und Amsterdam.

160.000 Kubikmeter Beton, 30.000 Tonnen Stahl

Die Anbindung des neuen Stadtteils Gateway Gardens an den öffentlichen Personennahverkehr ist eines der größten Bauprojekte im Rhein-Main-Gebiet. Rund 160.000 Kubikmeter Beton und 30.000 Tonnen Stahl wurden alleine für einen vier Kilometer langen Bahntunnel unter der A5 am Frankfurter Autobahnkreuz verbaut.

Für Tunnelbau und unterirdischen S-Bahnhof hat die Bahn rund 260 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Vermutlich werden es am Ende eher 300 Millionen Euro sein.

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zum Video Erster Blick in neue S-Bahn-Station "Gateway Gardens"

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Der Stadtteil Gateway Gardens liegt zwischen der Autobahn 3 und der Bundesstraße 43 direkt am Terminal 2 des Flughafens und ist vor allem Standort von Büros und Firmen. Bis zu 18.000 Menschen werden nach der endgültigen Fertigstellung in Gateway Gardens arbeiten. Derzeit sind es rund 5.000.

Die künftige Fahrzeit vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Gateway Gardens soll zehn Minuten betragen. Die Fahrt zum Regionalbahnhof am Flughafen wird sich allerdings wegen des zusätzlichen Halts und der neuen Trasse vom Hauptbahnhof um drei Minuten verlängern.

 S-Bahn-Station "Gateway Gardens" am Frankfurter Flughafen

Die alte Trasse soll übrigens renaturiert werden. Im kommenden Jahr will die Bahn mit Rückbau und Aufforstung beginnen. "Ökologisch ist der Ausgleich ein Gewinn, da die alte Trasse durch ein sogenanntes FFH-Gebiet führte", sagte Peter Rodenfels, stellvertretender Abteilungsleiter im Frankfurter Grünflächenamt der Nachrichtenagentur dpa. FFH steht für "Flora, Fauna, Habitat" - aus ökologischer Sicht ist die alte Strecke also ein wertvolleres Gebiet als das Areal der neuen S-Bahn-Trasse.

Allerdings: "Im Gebiet der neuen S-Bahn-Strecke gab es 100 Jahre alte Eichen", sagt Rodenfels. "Es wird zwar aufgeforstet, aber der hundertjährige Wald ist natürlich verloren."

Sendung: hr-iNFO, 26.10.2019, 14:00 Uhr