K+S Hattorf Philippsthal
Rauch steigt aus Schornsteinen im K+S-Werk am Standort Hattorf in Philippsthal. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Wegen der anhaltenden Trockenheit fährt der Dünger- und Salzkonzern K+S seine Produktion auch an seinem zweiten Standort in Hessen herunter. Die Mitarbeiter sollen jetzt Überstunden abbauen beziehungsweise auf Kurzarbeit umstellen.

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Da die Werra nur noch wenig Wasser führe, müsse man auch am Standort Hattorf des Verbundwerks Werra die Produktion vorübergehend unterbrechen, teilte K+S am Dienstag mit. Hattorf in Philippsthal (Werra) ist einer von drei Standorten in der Region.

Ende August hatte das Unternehmen schon den Standort Wintershall heruntergefahren. In Unterbreizbach (Thüringen) könne aber weiter produziert werden.

Von den beiden Stilllegungen sind insgesamt 1.150 Mitarbeiter betroffen, die zunächst Urlaub nehmen und Überstunden abbauen müssen, sagte ein Sprecher. Geprüft würden auch Kurzarbeit sowie die Option, einige Mitarbeiter im etwa 50 Kilometer entfernten Schwesterwerk Neuhof-Ellers im Kreis Fulda unterzubringen.

Pro Tag bis zu drei Millionen Euro weniger Gewinn

Wie lange die Werke stillstehen, sei derzeit nicht abzuschätzen. Ein Tag Produktionsstillstand in beiden Werken schmälert den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nach K+S-Berechnungen um bis zu drei Millionen Euro. Erst vor wenigen Wochen hatte K+S bekannt gegeben, wegen eines neuen Kali-Werks in Kanada einen Verlust von neun Millionen Euro verzeichnet zu haben.

Im Kaliwerk Werra werden neben Düngemitteln auch Vorprodukte für viele technische und industrielle Anwendungen sowie für die Pharma-, Lebensmittel- und Futtermittelindustrie hergestellt. Die Werra ist für das Verbundwerk der Hauptentsorgungsweg für Salzwasser. Die Produktionsmenge im Werra-Gebiet ist maßgeblich von der Möglichkeit abhängig, Salzabfälle wegzuleiten.