Eine Feuerspuckerin auf dem Dach des Fridericianums.
Eine Feuerspuckerin auf dem Dach des Fridericianums: Mit dieser Performance endete die documenta 13. Bild © picture-alliance/dpa

Die documenta 13 in Kassel ist Geschichte. Die weltweit wichtigste Ausstellung für zeitgenössische Kunst schloss mit einem Besucherrekord. Schon haben die Vorbereitungen für die kommende Kunstschau in fünf Jahren begonnen.

"Ich bin von dieser documenta beeindruckt", sagte documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld. Er habe die Besucher "bewegt und begeistert" gesehen, sie hätten Gelegenheit gehabt, Realitäten neu zu befragen und - "da bin ich ganz sicher" - sie seien verändert nach Hause gefahren.

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Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 860.000 Menschen zur documenta 13, um die Werke, die über die ganze Stadt verteilt waren, zu sehen. Das waren 14 Prozent mehr als bei der documenta im Jahr 2007, die ebenfalls einen Besucherrekord aufgestellt hatte. Damals kamen 750.000 Besucher. Die Zahl der verkauften Dauerkarten stieg 2012 sogar um 112 Prozent auf 12.500. Insgesamt fanden fast 10.000 Führungen statt.

Rund 12.500 Medienvertreter waren akkreditiert. Die weltweit wichtigste Schau zeitgenössischer Kunst endete nach genau 100 Tagen. Die documenta findet alle fünf Jahre in Kassel statt. Die 14. Auflage der documenta startet am 10. Juni 2017.

Nach Angaben der Veranstalter gab es einige Änderungen im Besucherverhalten: Fast ein Drittel der Besucher der documenta 13 war unter 30 Jahre alt.

Die durchschnittliche Besuchszeit stieg auf drei Tage. Die documenta sei für die Besucher keine Tagesveranstaltung gewesen, erklärte die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev. Die Ausstellung habe vielmehr eine Form von lebender Kultur repräsentiert, die in wiederholten Besuchen erkundet worden sei.

Die documenta war am 9. Juni eröffnet worden. Mehr als 300 Künstler und andere Teilnehmer stellten an etwa 60 Ausstellungsorten in Kassel ihre Werke und Projekte aus.

Außenstellen der documenta waren Kairo, Banff (Kanada) und vor allem Kabul. Zwischen dem 20. Juni und 19. Juli 2012 zählten die Veranstalter in der afghanischen Hauptstadt mehr als 27.000 Besucher.

Unmittelbar nach dem Ausstellungsende begann der Abbau der documenta. Die rund zwei Dutzend Hütten in der Karlsaue mussten weg. Der Schrotthaufen von Lara Favaretto am Kulturbahnhof wurde vom Schrotthändler wieder abgeholt, sagte documenta Sprecherin Henriette Gallus.

Der aus Abfällen entstandene und bewachsene "Doing nothing garden" des chinesischen Künstlers Song Dong vor der Orangerie wird direkt nach dem Ende abgetragen. Bis Ende Oktober soll alles geschafft sein.

Einige Werke bleiben aber in Kassel: Teile der Installation "What Dust Will Rise?" des Amerikaners Michael Rakowitz, Drucke des libanesischen Künstlers Walid Raad und Masken aus dreidimensionalem Pulverschichtdruck der Berliner Künstlerin Judith Hopf.

Auch die Planungen für die kommende Ausstellung im Jahr 2017 laufen bereits. Ziel sei, die neue künstlerische Leitung Anfang 2014 zu berufen, sagte Kassels Oberbürgermeister und documenta-Aufsichtsrats-Chef Bertram Hilgen (SPD). Derzeit werde ein Vorschlag für die Zusammensetzung einer Findungskommission erarbeitet. Diese schlage dann die neue künstlerische Leitung vor.

Zudem muss ein neuer Geschäftsführer gefunden werden. Leifeld, der vier documenta-Ausstellungen verantwortet hat, steht nicht mehr zur Verfügung.