Kernkraftwerk Biblis
Das Atomkraftwerk in Bilbis bleibt abgeschaltet. Bild © picture-alliance/dpa

Der Energiekonzern RWE hat am Donnerstag bestätigt, das Atomkraftwerk Biblis B nicht mehr ans Netz zu nehmen. Nach Auslaufen des Atom-Moratoriums wäre ein Anfahren für kurze Zeit rechtlich möglich gewesen.

Videobeitrag
startbild-biblis-kalte-reserve

Video

zum Video Biblis B im "Standby"-Modus

Ende des Videobeitrags

Das Kraftwerk bleibe vom Netz, sagte ein RWE-Sprecher am Donnerstagabend in Berlin. "Damit wird auch dem Wunsch der Politik Rechnung getragen, die während des Moratoriums abgeschalteten Anlagen nicht mehr zur regulären Stromerzeugung einzusetzen", so der Sprecher. Rechtlich hätte der Energiekonzern den stillgelegten Meiler am Samstag wieder anfahren können. Dann endet das dreimonatige Moratorium, das Biblis einstweilen vom Netz gehen ließ.

Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) sprach von einer richtigen Entscheidung. "RWE hatte die Möglichkeit, Biblis B wieder anzufahren. Und ich erkenne an, dass sie darauf verzichtet haben", sagte die Ministerin am Donnerstagabend nach Angaben ihres Sprechers.

Bis das neue Atomgesetz ratifiziert wird, werden noch einige Wochen vergehen. Bis zum 8. Juli soll es beschlossen werden. Demnach sollen die sieben ältesten Atommeiler abgeschaltet werden, die restlichen Anlagen sollen stufenweise bis 2022 vom Netz genommen werden. Für den Zeitraum zwischen Ende des Moratoriums und Inkrafttreten des neuen Gesetzes, hätte Biblis B theoretisch noch einmal ans Netz gehen können.

Mit einem AKW lässt sich abzüglich der Steuer auf Brennelemente pro Tag mehr als eine halbe Million Euro verdienen. Deshalb war spekuliert worden, dass RWE den Meiler Biblis B noch einmal anfährt, in den das Unternehmen jüngst noch einmal viel Geld investiert hatte. 

Biblis B im "Standby"-Modus?

Unklar ist noch, ob Biblis B als Reserve-Kraftwerk für Strom-Engpässe vorgehalten wird. Das muss die Bundesnetzagentur entscheiden. Derzeit laufen noch Prüfungen.

Für das auch abgeschaltete Kraftwerk Biblis A hatte RWE ohnehin ein Wiederanfahren nicht erwogen. Ab Freitag ist die Revision des Blocks angesetzt. Ob die Arbeiten im geplanten Umfang stattfinden, werde im RWE-Konzern noch beraten, sagte eine Firmensprecherin. Die Revision von Block B ist hingegen laut der hessischen Atomaufsicht so gut wie abgeschlossen.