"Ballzauber"-Show in Frankfurt
Mit der "Ballzauber"-Show warb Frankfurt für sein Image. Bild © picture-alliance/dpa

Mehrere tausend Menschen haben am Sonntagabend auf der Frankfurter Fanmeile den WM-Sieg Japans verfolgt. Frankfurts Tourismus-Manager Thomas Feda ist überzeugt: Die Frauen-WM hat sich für die Stadt gelohnt.

Mit dem spektakulären Erfolg der Japanerinnen im Elfmeterschießen gegen die USA erlebte die Frankfurter Fanmeile zum Abschluss des dreiwöchigen Fußballfestes noch einmal einen glanzvollen Höhepunkt. Rund 5.000 Zuschauer hatten sich am Mainufer in rund fünf Kilometer Entfernung zum Frankfurter WM-Stadion versammelt, um das Finale auf den Leinwänden im Fluss zu verfolgen. 

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Im Laufe des Tages zählten die Veranstalter zum Abschluss der Frankfurter "Fußballgärten" trotz nass-kalter Witterung sogar bis zu 10.000 Besucher. Neben vielen deutschen Fans, die trotz des frühen Ausscheidens ihrer Mannschaft im DFB-Trikot erschienen, waren vor allem viele Anhänger der US-Girls vor Ort. "Die amerikanischen Symbole überwiegen doch, weil wir doch weitaus mehr Amerikaner hier im Rhein-Main-Gebiet wohnen haben", erklärte Fanmeilen-Chef Kurt Stroscher. 

Endspiel-Konstellation war "ein Glücksgriff"

Vor ihrem Besuch in der WM-Arena hatten sich hier auch Jill Biden, die Frau des US-Vizepräsidenten, sowie die Tochter von US-Außenministerin Hillary Clinton, Chelsea Clinton, das bunte Treiben am Mainufer angeschaut. Für den Frankfurter Tourismus-Manager Thomas Feda war das Finale damit noch einmal ein Höhepunkt, nachdem das Interesse an den WM-Spielen auf der Fanmeile nach dem Aus der deutschen Mannschaft merklich nachgelassen hatte. 

Aus touristischer Sicht sei das Endspiel zwischen Japan und den USA allerdings "ein Glücksgriff", sagte Feda hr-online. Beide Länder zählen zu den wichtigsten Auslandsmärkten im Frankfurt-Tourismus. Mit 400.000 Übernachtungen stellen die Amerikaner die größte Gruppe unter den ausländischen Touristen. Die Japaner sind Nummer vier. Die Berichterstattung über Frankfurt in Japan und den USA sei daher "unbezahlbar", sagte Feda.

Weniger Besucher auf Fanmeile als erhofft

Vor allem in der Anfangsphase der WM hatten Dutzende TV-Teams und Fotografen Szenen jubelender Fans vor der Frankfurter Skyline eingefangen. Die Frauen-WM habe das Image Frankfurts als tolerante und internationale Stadt nach außen getragen, ist Feda als Geschäftsführer der Frankfurter Tourismus + Congress GmbH überzeugt. 

Insgesamt zehn Millionen Euro hat Frankfurt in die Fanmeile investiert. Das Engagement der Stadt in Fanmeile und "Ballzauber"-Feuerwerkshow habe sich gelohnt, sagte Feda. Allerdings verfehlten die Organisatoren das anvisierte Ziel von 1,5 Millionen Besuchern (also 60.000 Besucher pro Tag) klar. Feda hält nun die Zahl von rund einer halben Million Besucher für realistisch. 

Keine Jubel-Feier auf dem Römer

Für die meisten Stände-Betreiber blieb – vor allem nach dem Aus der deutschen Fußballerinnen – das ganz große Geschäft aus. Nach Einschätzung Fedas sei die Bilanz dennoch überwiegend positiv. 90 Prozent von ihnen würden ein Plus erwirtschaften. Neben dem frühen K.o. von Birgit Prinz und Co. hatte auch der Sommer den Veranstaltern einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht: "Das Wetter hat eigentlich immer darüber entschieden, wie die Resonanz ist", so Veranstaltungsleiter Stroscher. 

Am Montag wollen Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) und Stadtrat Markus Frank genaue Besucherzahlen präsentieren. Nur auf eines müssen die Stadtoberen verzichten: einen Empfang des Weltmeisters auf dem Römerbalkon. Die japanische und die amerikanische Mannschaft hatte bereits im Vorfeld erklärt, sie würden dort nicht feiern.