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Polizei ermittelt: Hunde-Giftköder in Frankfurt

Die Polizei warnt Frankfurter Hundebesitzer: Unbekannte haben im Stadtteil Riedberg großflächig Giftköder ausgelegt. Einige Hunde haben sie gefressen und sind gestorben. Jetzt ermittelt die Kripo.

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Mehrere Hunde nach Giftköder-Attacke gestorben

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Es sollte eine ganz normale Gassi-Runde werden: Am Freitag ging Martina Peukert mit ihrem elf Monate alten Hund im Bonifatiuspark in Frankfurt-Riedberg spazieren. Dass etwas nicht stimmte, merkte sie, als der kleine Blacky sich unter eine Bank zurückzog.

Dann fing der Hund an zu zittern und sich zu übergeben. Die Familie fuhr in die örtliche Tierklinik Kalbach. "Ich dachte noch, er bekommt jetzt den Magen ausgepumpt, und dann ist wieder alles gut", sagt Peukert. Doch der Hund starb qualvoll. Auch andere Hunde, deren Besitzer in die Klinik gefahren waren, seien gestorben.

Die Klinik bestätigte am Samstag, dass sieben Hunde zur Behandlung gebracht worden seien. Vier von ihnen seien gestorben, drei lebten noch. Ein Hund habe wieder nach Hause zurückkehren können. Sie wisse von drei weiteren Hunden, die andernorts behandelt und gestorben seien, sagte eine der Kalbacher Tierärztinnen dem hr. Es sei eine Ausnahmesituation gewesen, "die wir so noch nicht hatten".

Polizei warnt vor Giftködern

Martina Peukert berichtet unter Tränen, sie wisse von zehn toten Tieren. Nachdem sie eine Warnung auf Facebook gepostet habe, seien am Freitag Hundebesitzer ausgeschwärmt, um weitere Giftköder zu finden. Die Polizei warnte auf Twitter vor der tödlichen Gefahr. "Passt in dem Bereich bitte besonders auf eure Hunde auf", hieß es dort.

#Frankfurt #Riedberg Unsere Kolleg. des #14RevFfM bekommen vermehrte Meldung über gefährliche Hundeköder, die rund um den #Bonfiatiuspark ausgelegt sind. Passt in dem Bereich bitte besonders auf eure #Hunde auf. Das Gebiet wird nach weiteren Ködern abgesucht.

[zum Tweet mit Bild]

Die Köder hätten wie Trockenfutter ausgesehen und weiträumig ausgelegen, wie Peukert berichtet: im Park, an Bahngleisen bis hin zu einem Pferdestall. "Da wohnen doch so viele Familien mit Kindern", sagt Peukert. "Für mich ist das wie ein Anschlag."

Familie unter Schock

Die Polizei Frankfurt bestätigte am Samstag dem hr mehrere Anzeigen. Den Beamten seien - Stand Mittag - vier tote und mehrere verletzte Tiere gemeldet worden, sagte ein Sprecher. Er gehe aber nicht davon aus, dass alle Besitzer Anzeige erstatten werden. Auf den oder die Täter gebe es noch keine Hinweise, abgegebene Köder würden untersucht. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen.

Schwarzer Hund "Blacky", daneben Blume und Kerze am mutmaßlichen Tatort

Martina Peukert steht noch völlig unter Schock, wie sie sagt. Sie habe das Tier gekauft, weil ihr Sohn arg unter dem Verlust des vorherigen Familienhunds gelitten habe, der vor eineinhalb Jahren gestorben sei. "Er war so glücklich mit dem Hund", erzählt sie. "Ihm das zu erklären, das war so schrecklich."

Zettel mit Warnung vor Giftköder
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