Phillip Tietz Darmstadt 98

Phillip Tietz? Fraglich. Oscar Vilhelmsson? Angeschlagen. Aaron Seydel? Gerade erst zurück. Vor dem Spitzenspiel beim Hamburger SV ist der Sturm des SV Darmstadt 98 ziemlich ausgedünnt. Trainer Torsten Lieberknecht will noch gar nicht daran denken.

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Die komplette Pressekonferenz der Lilien vor dem Spiel beim HSV

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So richtig beschäftigen will sich Torsten Lieberknecht noch nicht damit. "Wenn es soweit ist, werde ich mir Gedanken machen", betonte der Trainer des SV Darmstadt 98 am Mittwoch. Spaß würde das keinen machen - denn, Stand Mittwochnachmittag, geht sein Lilien-Sturm am Stock. Wer am Freitag für die Südhessen beim Hamburger SV (18.30 Uhr) auf Torejagd gehen soll, ist aktuell noch völlig unklar. Die Fragezeichen sind genauso groß wie die Sorgenfalten bei den 98ern.

Da wäre zum einen Sommer-Neuzugang Oscar Vilhelmsson. Der Schwede kommt eigentlich immer besser rein in die Lilien-Elf, holte beim 4:0-Heimerfolg gegen Rostock gar den Elfmeter raus, der für den Endstand sorgte. Das Problem: Genau bei diesem Foul verletzte sich der 18-Jährige am Schienbein. Bis inklusive Dienstag konnte Vilhelmsson gar nicht trainieren, am Mittwoch absolvierte er wenigstens eine individuelle Einheit. Es dürfte ein Wettlauf mit der Zeit werden bis zum HSV-Kracher.

Seydel kein Startelf-Kandidat

Das zweite Fragezeichen steht hinter Phillip Tietz. Der Doppel-Torschütze vom Samstag hat beim Mittwochstraining übel etwas abbekommen. Nun schauen die Südhessen, ob es sich um einen Nasenbeinbruch handelt. Ist das der Fall, droht am Freitag ein Ausfall. Fehlen sowohl Tietz als auch Vilhelmsson, wird's dünn im Lilien-Sturm.

In diesem Fall hat Lieberknecht in Aaron Seydel und Magnus Warming nur noch zwei Akteure, die in der Sturmspitze auflaufen könnten. Dabei ist Seydel eigentlich gar nicht bereit für einen Startelf-Einsatz. Er soll nach seiner Meningitis langsam wieder ans Team rangeführt werden und ist daher nur ein Kandidat für einen Schlussphasen-Einsatz. Sommer-Neuzugang Magnus Warming stand in der Liga noch kein einziges mal in der Startelf.

"Man nimmt auch uns ernst"

Wie schlimm die Misere wird, dürfte sich in den nächsten 48 Stunden zeigen. Trotz allem geht Trainer Lieberknecht optimistisch in die Partie in der Hansestadt. "Wir wollen mit dem Glauben daran, dass wir mit drei Punkten dort wegfahren können, in dieses Spiel gehen", betonte der Lilien-Coach, dem eines bewusst ist: "Man nimmt auch uns ernst." Ein Spitzenspiel eben. Nur: Wer dieses für die Darmstädter bestreiten darf, wird sich noch zeigen. Und irgendwann muss sich dann auch Torsten Lieberknecht Gedanken machen.