Thijmen Goppel, SVWW-Torschütze gegen Elversberg und in Halle

Zur Halbzeit der Drittliga-Saison steht der SV Wehen Wiesbaden auf einem direkten Aufstiegsplatz und hat dabei einige Schwergewichte schon teils deutlich distanziert. Der Sieg in Halle wurde jedoch ein unerwartet hartes Stück Arbeit.

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SVWW siegt nach Achterbahnfahrt in Halle

Emanuel Taffertshofer vom SVWW im Spiel in Halle
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Das Wetter über dem Stadion in Halle war am Sonntagnachmittag eigentlich unspektakulär. Und doch hatte Markus Kauczinski, Trainer des SV Wehen Wiesbaden, beim 3:2-Auswärtssieg ein Naturereignis ausgemacht: "Im Gefühl des sicheren Sieges haben wir nachgelassen. Dann fegte ein Orkan über uns", sagte er nach der Partie am ARD-Mikrofon und spielte damit auf die Schlussphase an, in der Halle auf den Ausgleich drückte.

Kampf um den Sieg "mit Mann und Maus"

Doch der SVWW, der 20 Minuten vor Schluss noch 3:0 geführt hatte, überstand jenen Orkan und nahm die drei Punkte mit, was dann auch Kauczinski versöhnlich stimmte. "Am Ende haben wir mit Mann und Maus die Dinger von der Linie gekratzt", war er stolz auf seine Mannschaft. Aber: "Natürlich würde man sich so ein Gezittere gerne ersparen."

Weil die Zitterpartie in Halle gutging, sieht die Hinrundenbilanz der Wiesbadener vorzüglich aus: 37 Punkte aus 19 Spielen bedeuten Platz zwei, der am Ende der Saison im Mai zum Aufstieg in die zweite Liga berechtigen würde. "Es ist auf jeden Fall eine schöne Momentaufnahme", sagte Kapitän Johannes Wurtz. "Wir sind nach der Winterpause gut reingekommen und haben ein gewisses Selbstvertrauen aufgebaut." Tatsächlich war der Sieg gegen Tabellenführer Elversberg zum Start ins Fußballjahr 2023 durchaus eindrucksvoll, auch wenn die Saarländer noch immer sieben Punkte vor dem SVWW stehen.

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Kauczinski: "... dann fegte ein Orkan über uns"

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Favoriten stehen hinter dem SVWW

Dafür hinken andere Teams zur Saison-Halbzeit den Erwartungen deutlich hinterher: Dynamo Dresden, vor der Spielzeit von allen Drittliga-Trainern als Favorit benannt, steht auf Platz acht und hat auf Wiesbaden bereits zehn Punkte Rückstand. Auch 1860 München und der FC Ingolstadt müssen sich aktuell hinter dem Kauczinski-Team anstellen.

Der Coach hatte im Wintertrainingslager am hr-Mikrofon mit "Wir wollen nicht Dritter werden, wir wollen mehr" eine ungewöhnlich deutliche Ansage gemacht. Aktuell lässt seine Mannschaft Taten folgen, ohne dabei abzuheben. "Wir wissen, dass es noch ein langer Weg ist", so Wurtz. Wenn der SVWW in der zweiten Saisonhälfte die Stürme weiterhin so gut übersteht, kann dieser Weg tatsächlich in die zweite Liga führen.