Zustand "katastrophal" 77 Katzen aus zwei Privatwohnungen beschlagnahmt

Das Veterinäramt Groß-Gerau hat in zwei Wohnungen über 70 Katzen gefunden, viele von ihnen völlig ausgemergelt. Zwei Katzen waren bereits tot.

Eine der Katzen, die nun im Tierheim Rüsselsheim versorgt wird.
Eine der Katzen, die nun im Tierheim Rüsselsheim versorgt wird. Bild © Tierheim Rüsselsheim
  • Link kopiert!
Audiobeitrag
Bild © Tierheim Rüsselsheim| zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

77 Katzen beschlagnahmte das Veterinäramt in Groß-Gerau. Bereits am vergangenen Donnerstag habe man aufgrund einer Tierschutzanzeige die Wohnungen von zwei Privatpersonen in einem Haus durchsucht und dabei die Tiere sowie Kadaver von zwei weiteren Katzen gefunden, teilte eine Sprecherin des Kreises Groß-Gerau am Mittwoch mit. Zuerst hatte das Darmstädter Echo berichtet.

Der Zustand der Katzen sei "katastrophal", hieß es vom Tierheim in Rüsselsheim, wo 51 der Katzen mittlerweile untergebracht wurden. Einzelne Tieren seien so unterversorgt gewesen, dass sie bereits in Kliniken behandelt werden mussten. "Sie sind sehr ausgemergelt, wahrscheinlich haben sie wochenlang kaum etwas zu essen und zu trinken bekommen", sagte die Tierheims-Vorsitzende Claudia Vietmeier-Kemmler dem hr.

Tierhaltern droht Strafanzeige

Warum die beiden Privatpersonen so viele Katzen in ihren Wohnungen hielten, sei noch unklar, sagte Angelica Taubel vom Kreis Groß-Gerau. Die beiden Tierhalter hätten im Kontakt zu einem Verein gestanden, der Tiere weitervermittelt. Genaueres sei über den Zusammenhang mit dem Verein jedoch noch nicht bekannt.

Eine der Katzen, die nun im Tierheim Rüsselsheim versorgt wird.
Eine der verletzten Katzen, die nun im Tierheim Rüsselsheim versorgt wird. Bild © Tierheim Rüsselsheim

Nun prüfe man verwaltungsrechtliche Schritte wie ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot, so Taubel. "Es könnte auch eine Strafanzeige geben", sagte sie. Viele der Tiere, die zum Teil aus Belarus stammten, hätten keine vorgeschriebene Tollwutimpfung gehabt.

Tierheim kommt an Grenzen

Im Tierheim Rüsselsheim sei nun eine der größten Sorgen, wie die Kosten für die medizinische Versorgung der vielen Katzen zu bewerkstelligen sei. Weil mit den 51 Katzen die Kapazitätsgrenze für das Personal vor Ort erreicht sei, habe man nicht noch mehr Katzen aufnehmen können. Wie der Kreis Groß-Gerau mitteilte, seien die weiteren 26 Katzen in Tierheimen in Darmstadt und Weiterstadt untergekommen.

Weitere Informationen

Sendung: hr4, 12.04.2023, 8.30 Uhr

Ende der weiteren Informationen

Quelle: hessenschau.de