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Auseinandersetzungen bei Rüstungs-Protest in Kassel

Aktivisten haben am Freitagmorgen die Eingänge zum Produktionsgelände eines Kasseler Rüstungskonzerns blockiert, um den Schichtbeginn zu verhindern. Sie bewarfen Polizisten mit Gegenständen, die Beamten setzten Schlagstöcke ein. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Die Ausschreitungen zwischen Polizisten und und Aktivisten fanden am Freitagmorgen vor der Rüstungsproduktionsstätte von Krauss-Maffei Wegmann in Kassel statt. Polizisten seien mit Baustellengegenständen beworfen worden und hätten gegen die Demonstranten Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt, sagte eine Sprecherin der Polizei Kassel. Es war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Etwa 200 Personen hatten sich den Angaben der Polizei zufolge unangemeldet vor der Firma versammelt, etwa 40 Teilnehmende hatten auf der Wolfhager Straße gesessen und den Verkehr stadteinwärts behindert.

Vier Menschen wurden festgenommen, acht Polizeibeamte wurden leicht verletzt. Wie viele Demonstranten verletzt wurden, ist noch nicht klar.

Schichtbeginn verhindert

Den Demonstranten gelang es, die Eingänge zum Produktionsgelände zu blockieren, um den Schichtbeginn zu verhindern. Um 6 Uhr habe Krauss-Maffei Wegmann bekannt gegeben, dass die Produktion am Freitag stillstehe, wie ein Sprecher von "Rheinmetall Entwaffnen" mitteilte.

Das antimilitaristische Bündnis richtet sich gegen Waffenlieferungen von Rheinmetall und weiteren Rüstungskonzernen, auch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

Blockade vor dem Werkstor von Krauss-Maffei-Wegmann. #ks0209 #RheinmetallEntwaffnen

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Mit Fahnen vor Werkstor

Auf Videos in sozialen Medien sieht man die Aktivisten mit Fahnen vor dem Werkstor stehen, sie skandieren: "Die Gewalt kommt immer von denselben!"

Wie die Polizei mitteilte, habe ein Teilnehmer einen Polizisten angegriffen, den Einsatzhelm vom Kopf gerissen und den Helm über das Tor geworfen. "Die Polizei musste sich mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen die Angriffe der teils unfriedlichen Versammlungsteilnehmer zur Wehr setzen."

Demonstrationszug durch die Innenstadt

Anschließend zogen die Demonstranten unter anderem durch die Innenstadt. Zudem protestierten am Vormittag an einem Kasseler Industriepark, in dem auch die Rheinmetall ihren Sitz hat, etwa 300 Menschen friedlich gegen Aufrüstung und Krieg. 

Das bundesweite Bündnis hat unter dem Slogan "Kassel entwaffnen ist (k)eine Kunst!" zu einem Protest-Camp und Aktionen gegen Krieg, Aufrüstung und Abschottung aufgerufen. Der mehrtägige Protest ist noch bis zum Sonntag geplant.

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