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Autoverkäufer soll in Bebra fast eine halbe Million Euro ergaunert haben

Einige Wochen gingen die krummen Geschäfte gut. Doch dann flog der Verkäufer eines Autohauses auf, weil er reihenweise Gebrauchtwagen veräußerte und das Geld selbst einsteckte. Der Schaden: knapp eine halbe Million Euro. Nun steht er vor Gericht und strebt einen Deal an.

Ein spielsüchtiger Autoverkäufer soll in Bebra (Hersfeld-Rotenburg) knapp eine halbe Million Euro veruntreut haben. Deswegen muss er sich nun seit Dienstag vor dem Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten.

Dem 28 Jahre alten Angeklagten aus Kirchheim wird vorgeworfen, zwischen Juli und September 2020 in 27 Fällen die bei den Verkäufen erzielten Einnahmen als Angestellter in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Dies fiel einige Wochen nicht auf.

Geständnis in Aussicht gestellt

Wieso? Der Firmen-Chef des großen Gebrauchtwagenhandels erklärte dies mit der Vielzahl an Geschäften im Monat. Seine Verkaufszahlen pro Monat lägen deutlich im vierstelligen Bereich.

Zugeben wollte der Angeklagte die Taten beim Prozess-Auftakt am Dienstag nicht. Aber sein Verteidiger erklärte, ein Geständnis sei denkbar, wenn das Gericht das Urteil im Gegenzug zur Bewährung aussetze.

Gutachten in Auftrag gegeben

Bei einem derart hohen Schaden geht das aber nur im Ausnahmefall. Und den reklamiert der Verteidiger für den Angeklagten. Er sagte, sein Mandant sei krankhaft glücksspielsüchtig.

Die Verteidigung hofft nun, dass ein psychiatrischer Gutachter dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit nachweist. Ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Gutachten soll diese Frage nun klären.

Der Angeklagte hatte sich nach eigenen Angaben an illegalen Sportwetten beteiligt. Um den Schaden wieder gut machen zu können, hat er nun fünf Sportwetten-Anbieter auf Rückzahlung des verzockten Geldes verklagt.

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