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Bürgermeister von Alheim tritt zurück

Im osthessischen Alheim muss ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Der bisherige Rathauschef Schmidt nimmt den Abwahlantrag an und geht. Ihm war Inkompetenz vorgeworfen worden. Schmidt selbst spricht von "Bashing".

Fehlende Transparenz bei der Amtsführung und Überforderung: Nach Vorwürfen der Gemeindevertreter ist der bisherige Bürgermeister von Alheim (Hersfeld-Rotenburg) mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Entgegen vorheriger Ankündigungen nahm Jochen Schmidt (parteilos) den Abwahlantrag der Gemeindevertretung nun doch an.

"Ich habe es mir nicht leicht gemacht und habe gestern Abend final entschieden", bestätigte er den Schritt am Mittwoch gegenüber dem hr. Schmidt zeigte sich betroffen: "Ich bin es leid, beleidigt und diffamiert zu werden - das ist es nicht wert." Angesichts der vielstimmigen Kritik aus der Gemeindevertretung sagte er: "Was ich in dieser Woche an Bashing erlebt habe, das geht auf keine Kuhhaut."

Die Amtsgeschäfte wird nun erst einmal der erste Beigeordnete Andreas Brethauer (SPD) übernehmen.

Mehrheit stimmte für Abwahlverfahren

Grund für den Abwahlantrag seien eine Reihe von Versäumnissen in der Amtsführung gewesen, hieß es aus dem Alheimer Rathaus. Bei Vertrags- und Verwaltungsangelegenheiten agiere Schmidt "unbedarft und naiv", sagte etwa SPD-Fraktionschef Jörg Freitag dem hr, außerdem komme er unvorbereitet zu Sitzungen.

Schmidt hatte das Abwahlverfahren dagegen als ungerechtfertigt bezeichnet und sah keinen triftigen Grund: Er habe seine Arbeit als Quereinsteiger ordentlich gemacht. "Ich war immer da und habe mir nichts vorzuwerfen", befand der Sozialpädagoge.

Bürgermeisterwahl am 19. März

Schmidt war erst vor zwei Jahren in der rund 4.800 Einwohner zählenden Gemeinde gewählt worden - mit 53,2 Prozent der Stimmen. SPD und CDU als führende Fraktionen in der Gemeindevertretung konnten ihre Kandidatin nicht durchbringen. Schmidt mutmaßte, dass deswegen nun über das Abwahlverfahren Änderungen im Rathaus herbeigeführt werden sollten.

Vor einer Woche stimmte die Mehrheit der Gemeindevertretung dann für ein Abwahlverfahren. Es sollte am 19. März stattfinden. An diesem Tag soll nun die nächste Bürgermeisterwahl stattfinden.

Schmidt hatte zunächst gesagt, dass er die Bürger entscheiden lassen wollte, ob er gehen muss oder nicht. Doch dann der Sinneswandel: Bürgermeister sein und über Monate Wahlkampf machen - das vertrage sich nicht. So könne er sich nicht auf die ureigene Aufgabe konzentrieren: "Ich bin jetzt auch froh, dass der Zirkus vorbei ist."

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