Kevin Trapp

Der mögliche Wechsel von Kevin Trapp zu Manchester United erhitzt die Gemüter im Umfeld von Eintracht Frankfurt. Wie ist der Stand? Wann soll eine Entscheidung fallen? Und was bietet United? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Trapp zu Manchester United? | hessenschau Sport vom 23.08.2022

hessenscha vom 23.08.2022
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Daichi Kamada oder Evan N'Dicka? Das waren die Spieler, bei denen sich niemand im Eintracht-Umfeld gewundert hätte, wenn sie kurz vor Transferschluss noch verkauft werden. Nun aber diskutiert ganz Frankfurt über Kevin Trapp. Der Keeper steht auf der Wunschliste von Manchester United. Und jetzt? Der hr-sport hat die wichtigsten Fragen und Antworten gesammelt.

Warum wird plötzlich über einen Wechsel von Kevin Trapp geredet?

Einfach gesagt: Weil Manchester United noch einmal aufrüsten möchte. Der englische Rekordmeister droht in der Premier League den Anschluss an die Top Clubs zu verlieren. Schon in der vergangenen Saison reichte es für United gerade einmal so zur Europa-League-Qualifikation. Vereine wie Stadtrivale Manchester City oder der FC Liverpool sind den Red Devils enteilt. Darüber kann auch der 2:1-Sieg am Montagabend gegen Liverpool nicht hinwegtäuschen.

Heißt für Manchester: Kreditkarte zücken. Verteidiger Lisandro Martinez wurde für mehr als 50 Millionen Euro von Ajax Amsterdam geholt, in den vergangenen Tagen wurde dann auch noch Casemiro für kolportierte 70 Millionen Euro von Real Madrid losgeeist. Kevin Trapp könnte da ein echtes Schnäppchen werden.

Bis wann fällt eine Entscheidung?

Noch in dieser Woche. Das berichtet zumindest die Bild-Zeitung am Mittwoch und verweist darauf, dass der Europa-League-Sieger im Falle eines Abgangs noch Zeit für die Suche nach einem Ersatz benötige. Das Transferfenster ist noch rund eine Woche geöffnet.

Was bietet Manchester United?

Erste Insider-Informationen besagen, die Engländer sollen eine hohe einstellige Millionensumme plus Boni (angeblich noch mal bis zu fünf Millionen Euro) für den deutschen Nationalkeeper bereithalten. Laut Kicker würde Trapp beim Rekordmeister einen Vierjahresvertrag unterschreiben, dass er dort sehr viel mehr verdienen wird als in Frankfurt, steht außer Frage. Sport1 berichetet am Dienstag von einem Jahressälar in Höhe von zehn bis elf Millionen Euro.

Fraglich ist, ob Trapp Lust auf einen Zweikampf mit dem Spanier David de Gea um den Platz zwischen den Pfosten hat. Ob Trapp bei Man United automatisch die Nummer eins wäre, darüber gibt es bisher unterschiedliche Ansichten.

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Manchester United baggert an Trapp

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Will die Eintracht ihn abgeben?

Laut Sport1 eigentlich nicht. Trotzdem hat man Manchester United die Erlaubnis erteilt, mit Trapp zu sprechen. Laut Bild-Zeitung soll die Schmerzgrenze in puncto Ablösesumme bei 25 Millionen Euro liegen. Sportvorstand Krösche betonte am Dienstag bei Prime Video von Amazon noch einmal, dass es zwischen den Clubs bislang keinen Kontakt gebe: "Man liest und hört, Gerüchte hier, Gerüchte da. Die Fakten sind klar: Es gibt kein Angebot."

Für Trainer Glasner ist die Sache ohnehin klar: "Aus sportlicher Sicht würde ich so einen tollen Torwart und Menschen natürlich gerne behalten. Er ist ein großes Vorbild. Immer einer der ersten im Training". Zugleich schränkte Glasner ein: "Ich bin nicht der letzte Entscheider." Der wäre Krösche, der bei einem Transfer allerdings in die unangenehme Situation käme, wenige Tage vor Transferschluss Stammkeeper, Vizekapitän und Integrationsfigur Trapp ersetzen zu müssen. Und das mit einem Torwart auf Champions-League-Niveau.

Was sagt Trapp?

Wenig. "Ich habe bei meiner ersten Zeit in Frankfurt, wenn Gerüchte kamen, schon immer gesagt, dass es schön ist, wenn so etwas kommt. Das ist eine schöne Rückmeldung. Aber ich kann dazu nichts sagen", sagte Trapp am Montagabend am Rande des "SportBild Award" in Hamburg. Mehr ließ sich der Nationalkeeper bisher nicht entlocken.

Wie ist die Tendenz?

Schwer zu sagen. Der Transfermarkt ist überhitzt, das schwerreiche United, dessen letzte Meisterschaft von 2013 datiert, agiert auf dem Markt mit der Brechstange. Gut möglich also, dass die Engländer ernst machen und ein Angebot auf den Tisch legen, bei dem die Eintracht schwach werden könnte. Dieses müsste jedoch deutlich höher liegen als die kolportierte Offerte im hohen einstelligen Millionenbereich, zumal die Eintracht arg kurzfristig auf dem Transfermarkt reagieren müsste und ein Ersatz entsprechend kosten würde.

Trapp scheint einem Bericht des Kicker zufolge nicht abgeneigt, er wolle den angebotenen Vierjahresvertrag, der der letzte große Vertrag des 32-Jährigen sein dürfte, gerne annehmen, heißt es dort. Angesichts der Perspektive, in England ein Vielfaches zu verdienen, nachvollziehbar. Trapp ist in Frankfurt jedoch verwurzelt, ist absoluter Führungsspieler und Identifikationsfigur, könnte mit seinem Herzensklub Champions League spielen – alles Faktoren, die für einen Verbleib in Frankfurt sprechen. Klar ist nur: Eine Entscheidung wird zeitnah fallen, das Transferfenster schließt in neun Tagen.

Was würde ein Wechsel für die Eintracht bedeuten?

Schon zwei Leistungsträger der vergangenen Saison hat die Eintracht in diesem Sommer verloren: Martin Hinteregger und Filip Kostic. Das Karriereende des Österreichers musste Frankfurt akzeptieren, dass man Kostic ebenfalls keine Steine in den Weg legen würde, war ausgemachte Sache. Beides tat der Fan-Seele zwar weh, Grund zur Verärgerung über die Transferpolitik ihrer Eintracht gab es aber nicht.

Mit einem Abgang von Kevin Trapp würde sich das ändern. Der Schlussmann hat keinen auslaufenden Vertrag, fühlt sich in Frankfurt wohl und gilt als wichtige Stütze der Mannschaft. Trapp ist eines der wenigen Gesichter des Vereins – und wenige Tage vor Transferschluss auch leistungsmäßig wohl nur schwer zu ersetzen. Lässt die Eintracht den 32-Jährigen ziehen, droht die Stimmung im Umfeld zu kippen.

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Ihre Kommentare Soll die Eintracht Kevin Trapp verkaufen?

226 Kommentare

  • Unbedingt bleiben.

  • An alle "der verdient doch genug"-Poster: wenn euch jemand mehr als das doppelte Gehalt bietet für eventuell weniger Arbeit als Nr. 2 sagt ihr alle ab...

  • @Reinhold aus Leopoldshöhe: die Idee ist mir auch als erste gekommen

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