Ein Hesse im Champions-League-Finale Die besondere Geschichte des Stefan Ortega Moreno

Im vergangenen Jahr abgestiegen, nun nah am Triple-Sieg: Der Torhüter Stefan Ortega aus Hofgeismar steht vor einer besonderen Krönung mit Manchester City. Nach der Karriere könnte es ihn wieder in die hessische Heimat ziehen.

Stefan Ortega bejubelt den Gewinn des englischen Pokals.
Stefan Ortega bejubelt den Gewinn des englischen Pokals. Bild © Imago Images
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Die geheime Welt der Spielerberater

Jörg Neblung und die Eintracht-Spieler Kevin Trapp und Daichi Kamada vor cyberähnlichem Hintergrund. (Collage) Logo: Heimspiel / Text: Die geheime Welt der Spielerberater.
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Noch vor einem Jahr weinte Stefan Ortega Moreno bittere Tränen nach seinem letzten Spiel in Bielefeld. Der Klub stieg in die Zweite Liga ab, der Torhüter verabschiedete sich bei den Fans. Nun rutschten die Arminen sogar in die Dritte Liga ab, während Ortega vor dem Gewinn des "Triples" mit Manchester City steht. "Das, was mir in den letzten elf Monaten passiert ist, kann so erst einmal keiner in den nächsten Jahren wiederholen", sagte er bei DAZN.

Am Samstag beim Champions-League-Endspiel gegen Inter Mailand (21 Uhr) sitzt er wohl wieder als Nummer zwei auf der Bank, aber beim Gewinn des englischen Pokals spielte er in allen sechs Partien durch und kassierte nur einen Gegentreffer.

Rückkehr zur SG Calden als Feldpieler?

Damit feiert ein Hesse eine wundersame Entwicklung, vom Absteiger zum Dreifach-Champion: Ortega, Sohn eines Spaniers und einer Deutschen, kam in Hofgeismar zur Welt. Er spielte in seiner Jugend für Jahn Calden, den KSV Baunatal und Hessen Kassel. Erst in der B-Jugend wechselte er dann nach Bielefeld.

Die Heimat hat er aber nicht ganz aus den Augen verloren: "Manchmal albere ich mit meinem Bruder ein bisschen rum, dass man irgendwann bei der SG Calden/Meimbressen zusammen kicken könnte. Wobei ich später auf keinen Fall mehr ins Tor möchte, wenn ich in den Amateurbereich gehe", sagte Ortega vor drei Jahren im Interview mit der "HNA".

Der Spielmacher von hinten

Ortegas Cinderella-Geschichte wirkt bei genauerer Betrachtung recht logisch. Schon zu seiner Bielefelder Zeit war er in den Fokus der deutschen Nationalmannschaft und auch beim FC Bayern gerückt. Neben seinen Paraden und seinem Reaktionsvermögen zeichnet ihn enorme fußballerische Qualität aus und machte ihn somit auch zu einem interessanten Schlussmann für die Spielweise von City-Trainer Pep Guardiola. Die Frankfurter Rundschau nannte Ortega mal treffend den "Spielmacher mit Handschuhen".

Dennoch schien er von den Avancen aus Manchester zunächst nicht begeistert, weil bei City Stammtorwart Ederson erst einmal gesetzt war. "Es war ein langer Weg nach Manchester, weil er am Anfang gar nicht so überzeugt war", erzählte auch Ortegas Berater Jörg Neblung im hr-heimspiel!

Ziel: Nummer eins werden

Der Keeper wurde im vergangenen Sommer auch mit dem FC Schalke 04 in Verbindung gebracht, soll sich aber unter anderem wegen der Trainer-Entscheidung pro Frank Kramer gegen einen Wechsel in den Ruhrpott entschieden haben. Die Gespräche mit den Engländern liefen dann relativ klar ab, wie Neblung berichtete:

"Ihm wurde es so gesagt, dass er die Pokalspiele bekommt. Damit hatten wir eine kalkulierbare Größe an Pflichtspielen." Neblung riet: "Wenn dich das nicht glücklich macht, kannst du in zwei Jahren immer noch überlegen."

Zwar hat der 30-Jährige gleich in seiner ersten Saison einige Titel gesammelt, verfolgt aber noch ein persönliches Ziel. "Ich möchte die Nummer 1 im Tor werden. Das ist mein Anspruch. Ich bin bereit dafür", sagte er im April im Interview mit dem kicker. Für die Feldspieler-Rolle in Calden bliebe ohnehin noch genügend Zeit.  

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Sendung: hr-Fernsehen, heimspiel!, 9.9.22, 23:15 Uhr

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Quelle: hessenschau.de/ Ron Ulrich