FSV Frankfurt schlingert nach gutem Saisonstart Die Frage der Perspektive am Bornheimer Hang

Nach erfolgreichem Saisonstart ist der FSV Frankfurt mittlerweile seit fünf Spielen sieglos. Sind die Bornheimer in einer Krise? Cheftrainer Tim Görner findet: Der Trend ist aufseiten der Hessen.

Tim Görner
Tim Görner an der Seitenlinie des FSV Frankfurt Bild © Imago Images
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Es sah nach einer weiteren Sahnesaison des FSV Frankfurt aus. Nach der starken Rückrunde 2022/23, die im Hessenpokalsieg und Tabellenplatz fünf in der Liga gipfelte, zwangen die Bornheimer im DFB-Pokalspiel Zweitligist Hansa Rostock mit einer starken Leistung ins Elfmeterschießen. In der Liga sammelten die Hessen sieben Punkte aus den ersten drei Spielen, aber dann kam der Bruch. Seit fünf Partien ist der FSV nun sieglos und rangiert aktuell auf dem elften Tabellenplatz.

"Ich würde nicht von einem Bruch sprechen", sagt hingegen Cheftrainer Tim Görner im Gespräch mit dem hr-Sport. "Es war eine Englische Woche mit drei Spielen in sechs Tagen, in der wir drei Niederlagen kassiert haben", so Görner weiter. Das habe aber vor allem an der Personaldecke gelegen. "Zwischenzeitlich haben 13 Spieler gefehlt, samt Kapitän und Vizekapitän. Wir mussten die Mannschaft teilweise mit A-Jugendlichen auffüllen."

"Das war trotzdem zu wenig"

In besagter Englischer Woche verlor der FSV innerhalb von acht Tagen seine Spiele gegen Stuttgart II, Walldorf und Freiberg. Und der positive Saisonstart war futsch. "Teilweise unterschied sich die Startaufstellung auf sieben Positionen, weil wir so viele Ausfälle hatten. So viele Änderungen gibt es nicht einmal, wenn irgendwo ein neuer Trainer kommt. Das war nicht mehr zu kompensieren", so Görner, der dennoch auch sagt: "Das war aber trotzdem zu wenig."

Generell wolle man beim FSV nicht vergessen, wo man herkomme, so der Trainer. Als der 27-Jährige den Verein übernahm, stand der Klub auf einem Abstiegsplatz der Regionalliga. Es folgten ein erstaunlicher Aufschwung samt Hessenpokalsieg und DFB-Pokalspiel gegen Hansa. "Aber wir hatten auch einen großen Umbruch zu bewältigen", so Görner. "Wir haben auch in dieser Saison viel Potential in der Mannschaft."

Positiver Trend - auf den zweiten Blick

Zumal die Ergebniskrise eben auch eine Frage der Perspektive sei. "Nach der Englischen Woche mit den drei Niederlagen standen uns wieder mehr Spieler zur Verfügung und wir haben gegen Homburg und den OFC Unentschieden gespielt. Das sind zwei Topteams der Liga", so Görner. "Gegen Homburg haben wir spät den Ausgleich kassiert, gegen den OFC den späten Sieg noch auf dem Fuß." Der Trend stimmt also, wenngleich eher auf den zweiten Blick.

Entsprechend wichtig sei daher das kommende Spiel gegen den Tabellenletzten TuS Koblenz. "Wenn wir verlieren, heißt es: Der FSV ist seit sechs Spielen sieglos. Wenn wir gewinnen, heißt es: Der FSV ist seit drei Spielen ungeschlagen", lacht Görner. Am Saisonziel würde aber auch der Ausgang des Spiels in Koblenz nichts ändern. "Wir wollen Fußball spielen und sind sicher, dass wir unser Ziel, die Saison in der oberen Tabellenhälfte zu beenden, auch erreichen werden."

Quelle: hessenschau.de