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Krankenhäuser bekommen mehr Geld

Das Gesamtbudget der hessichen Krankenhäuser steigt in diesem Jahr auf 4,43 Milliarden Euro. Trotzdem rechnen die Kliniken weiterhin mit Millionendefiziten.

Die hessischen Krankenhäuser bekommen in diesem Jahr mehr Geld: Das Gesamtbudget aller 147 Krankenhäuser im Land steigt nach Angaben des zuständigen Regierungspräsidiums Gießen (RP) auf 4,43 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr lag das Budget bei 4,27 Milliarden Euro - und damit rund 160 Millionen Euro niedriger.

Das RP hatte eine Erhöhung des sogenannten Basisfallwertes für Hessen genehmigt, wonach sich die Fallpauschalen für Krankenhausbehandlungen berechnen. Zuvor hatten die Hessische Krankenhausgesellschaft und die Landesverbände der Sozialversicherungsträger den Wert vereinbart.

Seit dem 1. Januar 2023 beträgt die Kennziffer laut RP nicht mehr 3.826,61 Euro, sondern 3.993,73 Euro ohne und 3.995,60 Euro mit Ausgleichen für Vorjahre. "Das ist gerade in den auch für Krankenhäuser wirtschaftlich angespannten Zeiten ein wichtiges Signal", sagte der Gießener Regierungspräsident Christoph Ullrich am Dienstag.

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Wie werden Behandlungen in Krankenhäusern vergütet?

  • Krankenhäuser erhalten für Behandlungen keine individuellen Vergütung, sondern sogenannte Fallpauschalen.
  • So setzt sich der Preis einer Fallpauschale zusammen: Der Landesbasisfallwert wird mit einer festgelegten Punktezahl für die jeweilige Behandlung (der Bewertungsrelation) multipliziert.
  • Ein Beispiel: Eine natürliche Geburt ist mit 0,491 Punkten belegt. Multipliziert mit dem Landesbasisfallwert ergibt das nun 1.961,84 Euro. Das ist die Fallpauschale, die das Krankenhaus für die Behandlung bekommt. Im Jahr 2022 lag sie bei 1.878,87 Euro.
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Klinikverbund rechnet dennoch mit hohen Defiziten

Aus Sicht des Vorsitzenden des Klinikverbunds Hessen und Geschäftsführers des Klinikums Darmstadt, Clemens Maurer, reicht die Erhöhung des Basisfallwertes jedoch nicht aus. Der Anstieg liege weit unter den 10 Prozent der Inflation. "Die Energiekosten steigen, ebenso die Preise der Verbrauchsmaterialen und wir erwarten eine Tarifsteigerung um bis zu zehn Prozent", teilte Maurer am Dienstag in einer Pressemitteilung des Klinikums mit.

Der Klinikverbund hatte kurz vor dem Jahreswechsel berichtet, dass viele Krankenhäuser für 2023 Defizite in zweistelliger Millionenhöhe erwarteten und von einem "Schicksalsjahr" für die hessischen Krankenhäuser gesprochen. Allein das Klinikum Darmstadt rechnet laut Mitteilung vom Dienstag mit einem Defizit von fast 17 Millionen Euro für das Jahr 2023.

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