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Bischof Bätzing wirbt in Rom für Reformprozess

Gemeinsam mit weiteren Bischöfen reist Georg Bätzing am Sonntag nach Rom. In einem Gespräch mit dem Papst will der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz für Reformen innerhalb der katholischen Kirche werben.

Normalerweise pilgern deutsche Bischöfe alle fünf Jahre zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus und einem Treffen mit Vertretern des Vatikans und dem Papst nach Rom. Der letzte Besuch dieser Art liegt wegen Corona-bedingter Absagen nun aber schon sieben Jahre - und einen Reformprozess - zurück. Für seine erste "Ad-Limina"-Wallfahrt hat sich der Limburger Bischof Georg Bätzing deswegen einiges vorgenommen.

"Es gibt klar erkennbaren Gesprächsbedarf", sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung des Bistums. Er wisse, dass es in Rom "viel Unverständnis" gebe über den Weg, den die deutschen Katholiken mit dem Synodalen Weg zuletzt eingeschlagen hätten, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Es sei kein Zufall, dass deutsche Bischöfe nun nach Rom eingeladen seien, vermutete Bätzing.

Vatikan kritisiert Reformpläne der Bischofskonferenz

Seit 2019 arbeiten die Bischofskonferenz und die im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammengeschlossenen Laien im sogenannten Synodalen Weg an Änderungen der kirchlichen Sexualmoral, bei der Rolle von Frauen in der Kirche sowie im Umgang mit Macht und Zölibat. Erst im September hatten sie für eine Neubewertung von Homosexualität gestimmt.

Aus dem Vatikan hatte es Kritik an den Reformplänen gegeben. Der Synodale Weg sei nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen dazu zu verpflichten, eine neue Ausrichtung der Lehre und der Moral anzunehmen, hieß es im Juli in einer offiziellen Erklärung. Der Limburger Bischof hatte die Kritik damals zurückgewiesen. Die deutschen Katholiken versuchten, dem "eklatanten Gesichtsverlust" der Kirche "etwas Positives entgegenzusetzen".

Missbrauchsskandal löste Reformprozess aus

Auslöser des Reformprozesses war die massive Vertrauenskrise unter dem Eindruck zahlreicher Fälle von sexualisierter Gewalt in der Kirche. Über die in der Folge gestiegene Zahl der Kirchenaustritte sagte Bätzing, sie träfen ihn persönlich sehr. Die Gläubigen gäben damit ein Votum ab und zeigten, "dass sie nicht mehr damit einverstanden sind, wie sich Kirche darstellt".

Die Gründe für einen Austritt bezeichnete Bätzing am Samstag als vielfältig und "größtenteils auch berechtigt". Es gebe aber auch gute Gründe zu bleiben. In seinem eigenen Bistum gebe es etwa "tolles Engagement" in der Caritas, in Kindertagesstätten und Schulen, in der Erwachsenenbildung und in der Jugendarbeit. Er sei überzeugt von dem, "was wir als Weg der Umkehr und Erneuerung für die Kirche in unserem Land zusammen mit vielen machen". Dies wolle er in Rom "offen und ehrlich" ansprechen.

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