Junge Erwachsene besonders betroffen Schlafstörungen in Hessen nehmen deutlich zu

Seit Jahren steigt in Hessen die Zahl der Menschen mit Schlafstörungen. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Krankenkasse Barmer hervor. Die Zeitumstellung am Wochenende kann dabei zumindest kurzfristig ein weiterer Schlafkiller sein.

Eine Frau liegt im Bett und reibt sich die Augen.
Viele Menschen in Hessen leiden unter Schlafstörungen. Bild © hessenschau.de
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In Hessen leiden immer mehr Menschen unter Schlafstörungen. Die Zahl der Betroffenen stieg zwischen 2012 und 2022 von 5,1 auf rund 6,9 Prozent. Das entspricht einer Steigerungsrate von rund 33 Prozent (bundesweit 36 Prozent) und fast 438.000 Betroffenen im Jahr 2022, wie aus einer aktuellen Analyse der Krankenkasse Barmer hervorgeht.

"In Hessen erhalten Männer die Diagnose Schlafstörungen häufiger als Frauen. Im Jahr 2022 waren 7,3 Prozent der Männer in Hessen und 6,4 Prozent der Frauen betroffen", erklärte der Barmer-Landeschef Martin Till.

Stress als Ursache

Auslöser für die Schlafprobleme könne unter anderem beruflicher und privater Stress sein. Schlafstörungen könnten aber auch erste Anzeichen einer Depression sein.

Länger andauernde Schlaflosigkeit solle unbedingt mit einem Arzt oder einer Ärztin abgeklärt werden, da weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht das Risiko für chronische Krankheiten erhöhten und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigten, sagte Till. So steige das Risiko für Übergewicht, Schlaganfall, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Junge Erwachsene besonders betroffen

Die Zahl der der in Hessen diagnostizierten Schlafstörungen hat der Analyse zufolge in allen Altersgruppen ab zehn Jahren zugenommen. Die größte Steigerungsrate gab es aber demnach bei den 20- bis 29-Jährigen. Hier wurde von 2012 bis 2022 ein Zuwachs von 43 Prozent gemessen - von 2,0 auf 2,8 Prozent.

In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen steigerte sich der Anteil der betroffenen Personen von 4,6 Prozent im Jahr 2012 auf 6,4 Prozent im Jahr 2022 - eine Steigerung um 39 Prozent. Bei den 50- bis 59-Jährigen gab es laut Barmer einen Anstieg der Diagnoserate von 7,2 auf 9,9 Prozent, was einem Zuwachs von 38 Prozent entspricht.

Zeitumstellung als potenzieller Schlafkiller

"Die Zeitumstellung am kommenden Wochenende kann ein weiterer Faktor sein, der sich zumindest temporär negativ auf den Schlaf auswirkt", erklärte Till.

"Das Zurückstellen der Uhr um eine Stunde bringt einen ohnehin schon gestörten Schlaf-Rhythmus zusätzlich durcheinander."

Quelle: hessenschau.de/Emal Atif