Anke Engelke in "MUTTER"

Acht Rollen verschmelzen zu einer Figur: Die Wiesbadener Filmemacherin Carolin Schmitz zeigt in ihrem neuen Film "Mutter" ein vielschichtiges Bild von Mutterschaft. Sprechen lässt sie die, die sich damit am besten auskennen. Anke Engelke gibt ihnen ein Gesicht.

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"MUTTER": Filmpremiere mit Anke Engelke in Frankfurt

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Muttersein, was heißt das eigentlich? Als Frau, als Partnerin oder als Berufstätige? Regisseurin Carolin Schmitz hat sich dieser Frage angenommen und acht Frauen im Alter zwischen 30 und 75 Jahren dazu interviewt, sie aus ihrem Alltag als Mutter erzählen lassen. Freude und Zweifel, Macht und Ohnmacht, Wut und Liebe: Entstanden ist daraus ein dokumentarischer sowie fiktiver Film über das ambivalente Gefühlsleben von Müttern - mit Anke Engelke in der Hauptrolle.

"Es gibt so eine Verklärung von Mutterschaft", sagt Carolin Schmitz. "Dass man Mutter wird und dann ist das so eine Art Erfüllung. Das ist auch ein bisschen so, aber es ist manchmal auch eine Zumutung." Und mit dieser Ansicht ist sie nicht allein.

Anke Engelke als stille Botschafterin

Im Film zu hören sind die Erfahrungen, Gedanken oder Ängste der acht Interviewten - zu sehen sind die Mütter aber nicht. Carolin Schmitz hat die individuellen Töne in einer Figur miteinander verschmelzen lassen. Gespielt wird diese fiktive Mutterfigur von Anke Engelke. Die Schauspielerin und Synchronsprecherin bringt all die Mütter in den unterschiedlichsten Szenarien, teils alltäglich, teils abstrus, in einer Person zusammen.

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Regisseurin Carolin Schmitz über "MUTTER"

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In Playback-Manier gibt sie als Hauptdarstellerin den acht Mutterstimmen ein Gesicht, was eine ziemliche Herausforderung gewesen sei. "Diese Form der Arbeit war mir gänzlich unbekannt und hat mich echt irre gemacht", erzählt Anke Engelke. Die Schauspielerin schlüpft zwar in die jeweilige Mutterrolle, ihre eigene, so bekannte Stimme ist dabei aber nie zu hören.

Irritation erwünscht

Das kann verwirren, und das ist gewollt: "Es gibt viele Leute, die denken, dass sie diese Stimmen imitiert, was nicht stimmt. Das hat mir gefallen an der Idee", sagt Regisseurin Carolin Schmitz. Anke Engelke habe die Texte im Vorhinein verinnerlicht und beim Dreh laut mitgesprochen, damit es so aussehe, als würde sie wirklich sprechen. Dass Carolin Schmitz nur die Originalstimmen, nicht aber Bildmaterial ihrer interviewten Mütter verwenden würde, habe sie von Anfang an so abgesprochen. So hätten die Frauen offener sprechen können, sagt Carolin Schmitz.

Anke Engelke in "MUTTER"

Die in Wiesbaden geborene Regisseurin und Drehbuchautorin sieht den Auslöser für ihr Filmthema in ihrer eigenen Mutterschaft. Sie habe einen Film machen wollen, in dem nur Mütter zu Wort kommen, sagt Carolin Schmitz: "Das gibt es nicht so oft, dass nur Frauen über diese langweilige Selbstverständlichkeit des Mutterseins reden können." Gesagt, getan: Ihr neuer Film "Mutter" startet am 29. September in den Kinos.

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