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Trailer "10 Atemzüge"

Sex, Liebe und intensive Beziehungen - darum geht es im neuen hr2-Hörspielpodcast "10 Atemzüge". Warum das Stück trotzdem kein "shady Audio-Porno" ist, erzählen Milena Arne Schedle und Wolfram Koch.

In einem Mehrfamilienhaus leben vier Frauen, jede in einer anderen Lebensphase: in der WG im Erdgeschoss die Endzwanzigerin Lauren, darüber die alternde Schauspielerin Lola, dann Ines mit Mann und Tochter und unterm Dach die alleinerziehende Mutter Nika.

Deren Liebes- und Sexleben steht im Mittelpunkt der neuen Hörspiel-Produktion "10 Atemzüge" von hr2-kultur.

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"10 Atemzüge"

Das zehnteilige Hörspiel läuft ab 2. Oktober bei hr2-kultur. Alle Folgen sind schon jetzt in der ARD-Audiothek zu finden.

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Dabei soll es ausdrücklich um weibliches Begehren gehen - nicht als 'schönste Nebensache der Welt', sondern eben als Hauptsache. "Es geht viel um Sexualität als Motor unseres Handelns, aber natürlich auch um Beziehungen und um das Politische in der Liebe und am Sex", sagt hr-Redakteurin Cordula Huth.

Dabei ist das Hörspiel nie voyeuristisch, aber doch explizit. Eine Herausforderung für die Darstellerinnen und Darsteller, darunter die junge Schauspielerin Milena Arne Schedle.

Kein "shady Audio-Porno"

Sie spielt Lauren, die eigentlich nur ihren Ex vergessen wollte und unversehens mit dem Nachbarn aus dem zweiten Stock im Bett landet. Als die Anfrage für die Hörspielproduktion kam, war Schedle erstmal konsterniert: "Holla, das sind sehr, sehr viele Orgasmen", habe sie bei der Lektüre des Drehbuchs gedacht.

Junge Frau mit langen Haaren hinter einem Mikrofon

Andererseits habe die Rolle viele schöne, schlaue, lustige Gespräche mit vielen unterschiedlichen Menschen, so Schedle. Schnell war ihr klar: "Das wird kein shady Audio-Porno." Die 27-Jährige sagte also zu - ihre erste große Hörspielproduktion an der Seite von erfahrenen Schauspielerinnen wie Victoria Trauttmansdorff, Sascha Icks und Wolfram Koch.

Bloß nicht verklemmt

Für Routinier Wolfram Koch waren die Sexszenen weniger einschüchternd. Für ihn war klar - mit Regisseurin Silke Hildebrandt würde er jede Produktion machen. Ihm habe der Witz gefallen, mit dem an das Thema weibliche Lust herangegangen werde.

Älterer Mann mit Drei-Tage-Bart gestikuliert hinter einem Mikrofon.

Diese heitere Stimmung müsse man mit ins Produktionsstudio nehmen, damit die Szenen nicht verklemmt oder peinlich wirkten, sagt Koch. Während der Produktionsphase habe er immer flapsig erzählt: "Ich fahre nochmal nach Berlin, um mit Victoria Trauttmannsdorf zu schlafen."

Auch Milena Arne Schedle findet: Ohne Humor geht es nicht bei intimen Szenen - wenn etwa in der Regieanweisung steht: 'Er leckt sie. Sie stöhnt. Sie kommen zusammen.' Beim ersten gemeinsamen Lesen mit Kollege Felix Goeser sei das schon etwas seltsam gewesen. Aber: "Wir hatten schon Spaß daran, dass wir peinlich berührt waren - und dann waren wir es nicht mehr", erinnert sie sich.

Atem und Stimme transportieren Erregung

Das Hörspielstudio mit seiner besonderen Akustik sei ihr vorgekommen wie eine gemütliche Höhle, die eine gewisse Privatsphäre schafft. Das ermögliche es auch, mit Hilfe des Atems und der Stimme Erregung und Lust zu transportieren.

"Wenn du angespannt bist, geht der Atem schneller, dann wird die Stimme höher. Wenn du dich aktiv entspannst, was ja beim Sex auch passiert, dann bist du ein bisschen tiefer", beschreibt Schedle, wie sie Regieanweisungen umsetzt.

Auch queere Sexualität repräsentiert

Dass das Hörspiel ausdrücklich den Blick von Frauen auf das Thema Begehren einnimmt, findet Milena Arne Schedle sehr gut. Es müsse viel öfter über Sexualität gesprochen werden, vor allem über die vielen Spielarten. "Ich habe mich sehr gefreut, dass auch queere Sexualität in dem Hörspiel repräsentiert wurde. Es gibt einfach viel, viel mehr als bloß heterosexuelle Penetration."

Die Rollenverteilung im Hörspiel habe sie als homosexuelle Schauspielerin dabei sehr amüsiert, erzählt sie: "Irgendwie wurde ich da reingeworfen in ein Hörspiel, in dem so viel lesbischer Sex drin ist - und ausgerechnet ich habe alle Hetero-Orgasmen."

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"10 Atemzüge"

Von Simone Buchholz | Mareike Fallwickl | Berit Glanz | Karen Köhler

Die Rollen und ihre Darsteller:
Lauren | Milena Arne Schedle
Chris | Lou Streger
Lola | Victoria Trauttmansdorff
Ines | Sascha Icks
Jan | Felix Goeser
Nika | Lisa Hrdina
Hanni | Judith Altmeyer
Viktor | Wolfram Koch
Edgar | Ulrich Noethen
Ben | Jakob Schmidt
und Stefan Kaminski als Katze Tilda

Regie: Silke Hildbrandt

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