Fotografischer Schattenriss: Zwei Hände greifen nach einem Kind

Über 20 Jahre lang soll ein Lehrer in Nord- und Osthessen Kinder und Jugendliche missbraucht haben – in mehr als 100 Fällen. Jetzt wurde der Mann am Landgericht Fulda angeklagt. Entscheidende Hinweise kamen aus den USA.

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Kampf gegen Kindesmissbrauch

hessenschau vom 28.11.2022
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Ein Lehrer soll mehr als 20 Jahre lang Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben – nun muss er sich wohl vor Gericht verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat den 47-Jährigen aus Göttingen, der auch als Grundschuldirektor arbeitete, angeklagt. Es geht um "über 100 mutmaßliche Missbrauchshandlungen", wie die Behörde am Montag mitteilte.

Dem Mann wird vorgeworfen, in der Zeit von Januar 1998 bis Dezember 2021 an mehreren Orten in Nord- und Osthessen Kinder und Jugendliche zum Teil schwer sexuell missbraucht zu haben.

Ermittlungen durch Hinweise aus den USA ausgelöst

Die Ermittlungen gegen den Verdächtigen wurden aus den USA auf den Weg gebracht. Der Mann war aufgefallen, weil er Kinderpornografie im Internet verbreitet haben soll.

Bei der Auswertung der im Rahmen einer Durchsuchung seiner Wohnung gefundenen Datenträger ergaben sich Hinweise auf die Missbrauchstaten, wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter berichtete.

Landgericht Fulda entscheidet über Prozess

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Anklage gegen Lehrer wegen sexuellen Missbrauchs

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Laut Anklage soll der frühere Lehrer 64 Mal Kinder und 35 Mal Jugendliche missbraucht haben sowie in 15 Fällen Kinderpornografie besessen haben.

Der Angeklagte befindet sich aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Bad Hersfeld seit Januar 2022 in Untersuchungshaft. Nun muss das Landgericht Fulda über die Zulassung der Anklage und Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Prozess-Termine gibt es demnach noch nicht.

Verdächtiger ging in vorzeitigen Ruhestand

Bei dem Verdächtigen handelt es sich nach hr-Informationen um den ehemaligen Rektor von Grundschulen in den Kreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg. Im Sommer 2021 ging er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand, wie das zuständige Schulamt bereits im Zuge von Ermittlungen gegen den ehemaligen Lehrer mitgeteilt hatte. Er leitete auch mehrere Kinder- und Jugendchöre.

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