DNA-Spuren an toten Schafen Goldschakal erstmals im Main-Kinzig-Kreis nachgewiesen

Im Main-Kinzig-Kreis ist erstmals ein Goldschakal nachgewiesen worden. Die DNA des mit dem Wolf verwandten Raubtieres wurde an den Kadavern zweier toter Schafe gefunden. Ob der Schakal die Schafe auch getötet hat, steht aber nicht fest.

Das Foto aus dem Jahr 2012 zeigt einen Goldschakal, der im Nationalpark Bayerischer Wald (Bayern) von einer Wildkamera fotografiert wurde.
Goldschakal, der 2012 im Nationalpark Bayerischer Wald (Bayern) von einer Wildkamera fotografiert wurde. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)
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Erstmals Goldschakal im Main-Kinzig-Kreis

Archiv-BNild von Goldschakalen am See.
Bild © hr
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Überraschende Entdeckung in Biebergemünd: Zum ersten Mal wurde ein Goldschakal im Main-Kinzig-Kreis nachgewiesen. Die DNA-Spuren des Raubtieres wurden in den Kadavern zweier toter Schafe gefunden, wie das Wolfszentrum Hessen mitteilte.

Die beiden Schafe waren Mitte Oktober auf einer Weide im Ortsteil Roßbach gefunden worden. Zunächst seien Wölfe als Verursacher vermutet worden.

Genetische Analyse brachte Überraschung

Mittels genetischer Analyse dann aber das spektakuläre Ergebnis: Nicht das Erbgut von Wölfen, sondern das eines Goldschakals, einem engen Verwandten, wurde gefunden.

Ob der Goldschakal für den Tod der Schafe verantwortlich sei, bleibe allerdings unklar. In den Kadavern sei nämlich auch die DNA von Füchsen identifiziert worden. "Bei den getöteten Tieren handelte es sich um Kamerunschafe, die eine vergleichsweise kleine Schafrasse darstellen und sowohl von Füchsen als auch von einem Goldschakal überwältigt werden könnten", erklärte Susanne Jokisch vom Wolfszentrum Hessen dem hr.

"Die Herkunft des Goldschakals ist unklar, eine Individualisierung der DNA war wegen der starken Kontamination mit Fuchs-DNA nicht möglich, sagte Jokisch.

In Hessen erstmals 2015 gesichtet

Goldschakale sind normalerweise in Südosteuropa beheimatet und hierzulande äußerst selten. In Hessen wurde der Goldschakal erstmals 2015 gesichtet, ein Jäger hatte das Tier damals im Vogelsberg fotografiert. 2019 gelang dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie ein zweiter Nachweis durch eine Fotofalle, ebenfalls im Vogelsberg.

Der Goldschakal ist deutlich kleiner und leichter als der Wolf und hat goldgelbes bis graues Fell. Er ernährt sich von Insekten, Nagetieren, Vögeln und Amphibien, selten von größeren Säugetieren. Gejagt wird meistens nachts, oft allein, gelegentlich in Paaren. Für Menschen ist der Goldschakal nach Angaben des Bundesamts für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) nicht gefährlich.

Goldschakale sind eigentlich in Südosteuropa beheimatet.
Goldschakale sind eigentlich in Südosteuropa beheimatet. Bild © Imago Images

Der gefährlichste natürliche Feind des Goldschakals ist sein größerer Verwandter, der Wolf. In Gegenden, wo beide Arten heimisch sind und konkurrieren, unterliegt eine Schakalfamilie meist dem Wolfsrudel, wird von diesem erbeutet oder wandert ab. In freier Wildbahn kann ein Goldschakal bis zu acht, in Gefangenschaft bis zu 14 Jahre alt werden.

Weitere Informationen

Sendung: hr-fernsehen, maintower, 23.11.23, 18 Uhr

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Quelle: hessenschau.de/Emal Atif