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Polizei befreit Kind aus Altkleider-Container

Die Not war wohl groß: Zwei Frauen haben in Grünberg einen Zehnjährigen in einen Altkleidercontainer gesteckt, damit er dort Sachen herausholt. Ein Zeuge rief die Polizei.

Zwei Frauen haben in Grünberg (Gießen) einen Zehnjährigen in einen Altkleider-Container gesteckt. Nach Polizeiangaben vom Mittwoch beobachtete ein Zeuge, wie die Frauen dem Kind am vergangenen Donnerstag in den Container halfen. Der Zeuge alarmierte daraufhin die Beamten.

Als eine Streife eintraf, standen die 30 und 44 Jahre alten Frauen samt mehrerer Kleidersäcke neben dem Container. Von dem Kind war zunächst nichts zu sehen. Als die Beamten gegen den Container klopften, stellte sich heraus, dass sich der Junge, der Sohn der Älteren, im Inneren befand.

Kind vorsichtig herausgeholt

Da der Container nicht beschädigt und die Tür verschlossen war, gingen die Beamten davon aus, dass der Junge über die Einwurfklappe ins Innere bugsiert wurde. Auf gleichem Weg halfen sie ihm vorsichtig heraus, was sich den Angaben zufolge als ziemlich schwierig erwies. Letztlich konnten sie ihn aber unverletzt befreien.

Die Polizei vermutet, dass die Frauen, die aus der Ukraine stammen, aus einer Notsituation heraus an die Sachen gelangen wollten. Das eigenmächtige Entnehmen von Säcken aus einem Altkleider-Container sei allerdings Diebstahl, sagte eine Sprecherin. Es sei diesbezüglich ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Inwieweit dieses weiterverfolgt werde, könne sie nicht sagen.

"Unverantwortliches Verhalten"

Gleichwohl sei das Verhalten der Frauen unverantwortlich, so die Polizei. Bei einer solchen Aktion könne man steckenbleiben oder sich schwer verletzen. Vor einigen Jahren habe es in Laubauch und Wetzlar zwei tödliche Unfälle gegeben.

Der Sprecherin zufolge kommt es immer wieder mal vor, dass Menschen aus verschiedenen Gründen – beispielsweise weil sie in den eingeworfenen Altkleidern etwas vergessen haben – versuchen, in die Container zu steigen. Wie oft genau, ist unklar. "Wenn nichts passiert, bekommen wir es in der Regel gar nicht mit."

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