Die Waldrodungen für den umstrittenen Ausbau der A49 von Kassel nach Gießen werden von heftigem Protest begleitet. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

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    Polizei-Gewerkschaft beklagt Eskalation des Konflikts

    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich über den Einsatz im Dannenröder Forst beklagt. Mittlerweile habe der Konflikt mit den Waldbesetzern eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Gefahr für Leib und Leben sei groß. Die Aktivisten seien extrem gewaltbereit und gefährlich. Sie schreckten auch nicht davor zurück, bewusst Straftaten zu begehen und nähmen auch in Kauf, dass Menschen verletzt oder gar auch getötet werden. Die Beamten würden "massiv angegriffen, beschimpft, bespuckt, mit Farb- und Kotbeuteln beworfen".

    Dass wiederum der Polizei von Waldbesetzern vorgeworfen werde, Gewalt anzuwenden und Menschen zu gefährden, sei nicht mehr hinnehmbar. Die Polizei warnte auch: Im Internet werde anonym massiv zur Gewalt gegen die Polizei aufgerufen. Der Dannenröder Forst solle nach dem Willen gewalttätiger Ausbaugegner "internationaler Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen" unter dem Deckmantel des Umweltschutzes werden.

    Weitere Kritik der Gewerkschaft: Die Einsatzkräfte "vermissen politischen Rückhalt in den immer stärker eskalierenden Auseinandersetzungen". Sie fordert ein Bekenntnis im Landtag zum Polizeieinsatz. Zudem müsse es für die Beamten Zählbares "in Form von Zusatzurlaub oder Sonderprämien" geben.

  • Waldbesetzer mit einbetoniertem Arm

    Demonstrant mit einbetoniertem Arm

    Der Wille, die Räumungen und Rodungen im Dannenröder Forst aufzuhalten, macht erfinderisch - und offenbar auch leidensfähig: Die Polizei veröffentlichte eine Aufnahme, wie sie versucht, einen am Boden fixierten Waldbesetzer zu befreien. Die Person hatte zuvor ihren Arm im Boden festbetoniert. "Einsatzkräfte sind aktuell dabei, diesen 'Lock-on' zu lösen", teilte die Polizei bei Twitter mit.

    Die Waldbesetzer versuchen den Einsatzkräften seit Tagen, kniffelige (Zusatz-)Aufgaben bei den Räumungsarbeiten zu stellen. Dabei fixieren sich Demonstranten auf unterschiedlichste Weise an Bäumen oder Gegenständen - zum Beispiel mit Beton, Kleber oder auch Ketten.

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    Nach Gestell-Einsturz: Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts

    Nach dem Einsturz eines Baumstammgestells, das sich in Richtung von Polizisten neigte, ermittelt die Staatsanwaltschaft Gießen wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Das sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch dem hr und bestätigte Medienberichte. Weitere Details zu dem Vorfall am Montag im Dannenröder Forst wurden nicht genannt.

    Die Polizei geht von einem gezielten Angriff aus. Die Beamten hätten gerade noch ausweichen können. Sie blieben den Angaben zufolge unverletzt. Die Stelle wurde zum Tatort erklärt und abgesperrt. "Es besteht der Verdacht, dass ein Seil vorsätzlich gelöst wurde", teilte die Polizei mit. Man suche eine Person, die damit in Zusammenhang stehen könnte.

    Bei dem Baumgestell handelte es sich um einen sogenannten Twopod. Auf solchen und ähnlichen Gebilden harren immer wieder Aktivisten aus, um gegen die Rodungsarbeiten zu protestieren.

  • Ministerium: A49-Ausbau ist rechtens

    Räumungen im Dannenröder Forst

    Das Verkehrsministerium hat auf wiederholte Kritik des Umweltschutzverbands BUND zur Rechtmäßigkeit des A49-Ausbaus reagiert. Dieser behauptet, in der Baugenehmigung würden Rechtsfehler übergangen, die das Bundesverwaltungsgericht festgestellt habe. Die Rechtsfehler müssten ausgeräumt und die Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten im Dannenröder Forst müsse beendet werden, fordert der BUND.

    Das Ministerium erklärte: Das Urteil ändere nichts an der Gültigkeit des Planfeststellungsbeschlusses. Dies habe das Gericht ausdrücklich festgestellt, als es im Sommer die Klage des BUND abwies. Auch aus der schriftlichen Urteilsbegründung lasse sich nichts Gegenteiliges ableiten. Die Interpretation des Umweltschutzverbands sei nicht gedeckt, findet das Haus von Tarek Al-Wazir (Grüne).

  • Demonstranten sprechen von Jagdszenen der Polizei mit gezücktem Schlagstock

    Polizisten führen einen Demonstranten ab

    Die A49-Gegner haben Einzelheiten ihrer Kritik am Polizei-Großeinsatz im Dannenröder Forst erläutert. Bei der Pressekonferenz erhoben die Aktivisten schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte: Wiederholt hätten diese im Zusammenhang mit der Räumung von Baumhäusern und Barrikaden in dem Waldstück Gewalt angewendet und Menschenleben gefährdet. Einer der Redner sagte, er habe in den vergangenen Tagen erlebt, wie Aktivisten ins Gesicht geschlagen und Menschen ohne Ankündigung, "mit gezücktem Schlagstock" und unter Drohungen durch den Wald gejagt worden seien.

    Ein Polizeisprecher erklärte, "pauschale Gewaltvorwürfe" weise man zurück. "Wir als Polizei gehen tagtäglich mit größer Sorgfalt vor, auch in der Höhe. Uns ist es sehr wichtig, dass niemand zu Schaden kommt." Das erklärte er auch in einem Video auf Twitter.

  • Waldbesetzer machen Polizei Vorwürfe: Hartes Vorgehen bei Einsätzen

    Pressekonferenz der Waldbesetzer

    Gegner des A49-Ausbaus haben der Polizei bei einer Pressekonferenz Vorwürfe zum Vorgehen im Dannenröder Forst gemacht. Zuletzt sei das Einschreiten der Einsatzkräfte immer heftiger geworden. Dadurch gerieten die Aktivisten zunehmend in Gefahr. Das habe man schon bei einigen "sogenannten Unfällen" gesehen. Trotzdem sei der Wille ungebrochen, den Dannenröder Forst zu verteidigen und vor Rodungen für den A49-Ausbau zu bewahren.

    Die Waldbesetzer gewährten auch Einblicke zum Klima unter den Demonstranten und Mitstreitern: "Ich merke, dass dieser Einsatz für viele Aktivisten richtig schmerzhaft ist." Es sei nicht nur körperlich hart. Sie stünden auch psychisch unter großem Druck beim Anblick der Räumungen von Baumhäusern im Wald. "Da wird unser Zuhause zerstört", sagte eine Sprecherin.

  • 59 Festnahmen und zwei (Beinahe-)Abstürze

    Im Laufe des Tages ist es im Dannenröder Forst nach Polizeiangaben erneut zu zwei brenzligen Situationen in luftiger Höhe gekommen: Eine Person, die auf einer Traverse turnte, habe das Gleichgewicht verloren und sei aus zwei Metern Höhe von einem Seil gestürzt. Sie habe sich dabei nicht verletzt. Einsatzkräfte seien daran nicht beteiligt gewesen.

    Ein anderer A49-Gegner habe in fünf Metern Höhe auf eine Schaukel klettern wollen, als ein Befestigungsseil riss. Auch ihm sei nichts passiert, er habe sich noch an einem Baum festhalten können. Die Polizei nahm während der Räumung am Dienstag insgesamt 59 Menschen in Gewahrsam. Gegen acht Menschen werde ermittelt.

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    Polizei: viertes Camp geräumt

    Die Polizei meldet, eine weitere Etappe bei den Räumungen im Dannenröder Forst erreicht zu haben. Mittlerweile sei das vierte Protestcamp beseitigt worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag auf Anfrage. Es handele sich um eine Ansammlung von Baumhäusern und anderen Bauwerken im Süden des Waldes.

    Zu Beginn des Einsatzes am 10. November hatte die Polizei davon gesprochen, dass die Demonstranten elf Camps im Dannenröder Forst angelegt hätten. Die Polizei arbeitet sich vom Norden und dem Süden in den Wald vor, um das Areal für die Rodungen zu räumen. 27 Hektar sollen für den Weiterbau der A49 abgeholzt werden.

  • Polizei findet versteckte Zwillen, Stahlkugeln und Pyrotechnik

    Die Polizei hat im Umfeld eines Protestcamps im Dannenröder Forst eine Lagertonne mit Zwillen, Stahlkugeln und Pyrotechnik gefunden. Die Tonne war in einem Erdloch versteckt, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten veröffentlichten auf Twitter Fotos der Funde.

    Lagertonne mit Zwillen, Stahlkugeln und Pyrotechnik

    In den vergangenen Tagen wurden Einsatzkräfte wiederholt von Gegnern des A49-Ausbaus angegriffen, unter anderem mit Zwillenbeschuss und Pyrotechnik. Zudem berichtete die Polizei vom Fund angespitzter Moniereisen. Die Stahlstangen hätten schräg aus dem Waldboden herausgeragt, berichteten die Beamten ebenfalls via Twitter.

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    Gericht untersagt Abseilaktion von A5-Brücke

    Die für Dienstag geplante Abseilaktion von einer Autobahnbrücke an der A5 bei Neu-Isenburg wurde gerichtlich untersagt. Das Verwaltungsgericht Darmstadt lehnte am Montag einen Eilantrag des Anmelders der Aktion ab. Eine Begründung steht noch aus, wie ein Sprecher des Gerichts dem hr sagte.

    Zuerst hatte die Stadt Neu-Isenburg der Aktion eine Absage erteilt. "Das ist keine Entscheidung gegen die Versammlungsfreiheit, sondern eine Entscheidung für die Sicherheit aller am Verkehr Teilnehmenden", betonte Bürgermeister Herbert Hunkel. Daraufhin hatte der Anmelder den Eilantrag gestellt. Bei der ersten Aktion dieser Art hatten sich Autobahngegner von drei Brücken der A3, der A5 und der A661 abgeseilt. Es kam zu kilometerlangen Staus und mehreren Auffahrunfällen mit Blechschäden.

    Polizeieinsatz an der A5: Umweltaktivisten haben sich von einer Autobahnbrücke abgeseilt.
  • BUND fordert Land auf, die Rodungen zu stoppen

    Nach Auffassung des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat das Land Hessen durchaus noch Möglichkeiten, die Rodungen im Dannenröder Forst zu stoppen. Im Juni hatte das Bundesverfassungsgericht eine Klage des BUND abgewiesen. In der Begründung des Urteil habe das Gericht zwar festgestellt, dass der Planungsfeststellungsbeschluss rechtswidrig ist, weil Verstöße gegen nationales und europäisches Wasserrecht vorlägen, wie der BUND am Montag mitteilte. Die Klage sei dennoch abgewiesen worden, weil der BUND nach Ansicht der Richter nicht beanspruchen könne, dass das Land den Beschluss außer Kraft setzt.

    "Hieraus folgt aber nicht, dass das Ministerium nicht befugt wäre, aufgrund der festgestellten Rechtswidrigkeit der Baugenehmigung nun mehr deren Vollzug auszusetzen und die rechtswidrig unterlassenen Prüfungen der Auswirkungen auf das Grundwasser nachzuholen", sagte Jörg Nitsch, Landesvorsitzender des BUND Hessen. Der BUND fordert das Land deswegen auf, die Rodungen so lange zu stoppen, bis die Mängel im Wasserrecht behoben seien.

  • Unruhe im Dorf Dannenrod

    Das 170-Seelen-Dorf Dannenrod ist zum Schauplatz der Auseinandersetzungen um den Weiterbau der A49 geworden. Wo einst Ruhe herrschte, ist jetzt Aufruhr - und die meisten Einwohner geben der Polizei die Schuld.

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    zum Video A-49-Protest bringt Unruhe ins Dorf Dannenrod

    Versammlung von Gegnern des Ausbaus der A49 in Dannenrod.
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    Gestell stürzt ein - Polizei vermutet Angriff

    Bei den Räumungen und Rodungen im Dannenröder Forst ist am Montag ein sogenannter Twopod - ein zweibeiniges Gestell aus Baumstämmen - in Richtung von Polizisten gestürzt. Die Beamten hätten ausweichen können und seien unverletzt geblieben, wie ein Polizeisprecher sagte. Auf Twitter teilte die Polizei mit, man vermute einen gezielten Angriff auf die Einsatzkräfte.

    Im #DannenroederForst ist eben ein unbesetzter Twopod auf unsere KollegInnen gefallen / Sie blieben unverletzt Es besteht der Verdacht, dass ein Seil vorsätzlich gelöst wurde. In diesem Zusammenhang verfolgen wir eine Person, die damit in Verbindung stehen könnte. #A49

    [zum Tweet]

    Die Örtlichkeit sei zum Tatort erklärt worden und werde abgesperrt, Ermittler seien auf dem Weg dorthin. "Es besteht der Verdacht, dass ein Seil vorsätzlich gelöst wurde. In diesem Zusammenhang verfolgen wir eine Person, die damit in Verbindung stehen könnte", so die Polizei auf Twitter.

  • Räumungsaktion läuft weiter

    Auch am Montag ist die Polizei wieder damit beschäftigt, Barrikaden aus dem Weg zu räumen und Menschen aus Baumhäusern zu holen. Über Nacht seien wieder zahlreiche Aktivisten und Aktivistinnen in den mit Stacheldraht gesicherten Bereich gelangt, sagte eine Polizeisprecherin dem hr am Montagmittag.

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    Nach Abstürzen: Polizei bittet Aktivisten um Mithilfe

    In den vergangenen Tagen ist es zu zwei Abstürzen im Dannenröder Forst gekommen. Damit dies nicht noch einmal geschieht, bittet die Polizei die Aktivisten und Aktivistinnen nun um Mithilfe: "Um das Risiko für alle Beteiligten zu reduzieren, sind auch die Ausbaugegner*innen verpflichtet mitzuwirken und damit Leib und Leben der Personen in den Konstruktionen zu schützen", heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Mittelhessen vom Montag: "Wir fordern diese auf, insbesondere Seilkonstruktionen, die im Fall einer Räumung zu einem Absturz des betroffenen Bauwerks führen könnten, aufzuzeigen."

    Am 15.11. und 21.11. war je eine Person von einer Konstruktion zu Boden gestürzt. In beiden Fällen haben offenbar Polizeibeamte ein Seil durchgeschnitten, an dem die Personen befestigt waren. Beide Male sei es nach Auskunft der Polizei nicht erkennbar gewesen, dass die Seile eine Person sichern.

    Baumhaus im Dannenröder Forst
  • Polizei rechtfertigt Hubschrauber-Einsatz

    Am Totensonntag haben die beiden evangelischen Landeskirchen um eine Ruhepause im Dannenröder Forst gebeten. Gearbeitet und blockiert wurde dennoch, und auch ein Hubschrauber der Polizei war im Einsatz. Darüber habe es vermehrt Beschwerden von Anwohnern gegeben, teilte die Polizei mit. Diese erhebliche Beeinträchtigung für die Bevölkerung sei der Polizei bewusst. Der Hubschrauber habe jedoch temporär eingesetzt werden müssen, weil es in den Vergangenheit zu "massiven und zielgerichteten Angriffen auf Polizeikräfte" gekommen sei. Weiter hieß es, in dem "unübersichtlichen Gelände" ermögliche der Hubschrauber "einen umfassenden und flexiblen Überblick und damit den Schutz für die Einsatzkräfte".

  • Bagger-Blockade aufgehoben

    Im Dannenröder Forst haben die Gegner des Autobahnausbaus den blockierten Bagger inzwischen wieder freigegeben. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, die Polizei habe den rund 400 in weiße Anzüge gekleideten Protestierenden mit dem Einsatz von Wasserwerfern gedroht. Es sei dann aber zu einer "kommunikativen Lösung" gekommen. Der Bagger sei in das eingezäunte Areal gefahren.

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    zum Video Keine Rodung, aber Arbeiten im Dannenröder Forst

    Startbild Dannenröder Forst
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  • Polizisten schützen Bagger im Wald

    A49-Ausbaugegner haben am Sonntag versucht, die Arbeiten im Dannenröder Forst zu blockieren. Die Polizei stellte sich schützend vor einen Bagger. Nach Angaben der Beamten werden heute, am Totensonntag, nur Forst- und Rückearbeiten ausgeführt. Rodungen soll es nicht geben.

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    zum Video Polizei schützt Bagger im Dannenröder Forst

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    Protestaktion im Dannenröder Forst

    Mit einer weiteren Blockade-Aktion haben Aktivisten am Sonntag im Dannenröder Forst gegen den umstrittenen Weiterbau der A49 in Mittelhessen protestiert. Nach Angaben einer Sprecherin des Bündnisses "Ende Gelände" zogen rund 250 teils in weiße Anzüge gekleidete Menschen am Morgen in das Waldstück.

    Die Ausbaugegner besetzten anschließend einen Bereich vor einem Bagger. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

    Bei den Räumungen und Rodungen hatte sich die Lage nach mehreren Zwischenfällen zuletzt zugespitzt. Am Samstagmorgen war eine weitere Aktivistin bei einem Sturz von einer mit Seilen an Bäumen befestigten Holzpalette schwer verletzt worden.

    Mit einer Polizeikette versuchen die Beamten Aktivisten zurückzudrängen, die in eine Rodungsfläche eingedrungen waren.
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    Polizei: Keine Rodungen am Totensonntag

    Die Polizei sichert das Gelände im Dannenröder Forst.

    Nach Angaben der Polizei stehen heute im Dannenröder Forst kleinere Forst- und Rückearbeiten an. Rodungsarbeiten für den A49-Ausbau seien aus Rücksicht auf den Totensonntag nicht vorgesehen. Die Beamten haben bereits gerodete Waldstücke mit Stacheldraht abgesichert. Polizisten überwachen das Gelände, wie unser Reporter Jochen Schmidt vor Ort berichtet.

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    Umweltschützer demonstrieren in Berlin

    Umweltschützer mehrerer Organisationen haben am Samstag in Berlin gegen den Bau der Autobahn 49 durch den Dannenröder Forst demonstriert. Die Polizei sprach am Nachmittag von mehreren hundert Teilnehmern - angemeldet waren 300. Mit klingelnden Fahrrädern zogen sie von der CDU-Zentrale in Tiergarten zum Haus des Straßenbau-Unternehmens Deges in Mitte. Auf Transparenten wurden Slogans gezeigt wie "Wald statt Asphalt", "12.993 Kilometer Autobahn reichen", und "Gibt's 2020 keine Wiesn, stoppt man den Autobahnbau bei Gießen".

    Unter den Demonstranten befanden sich auch Anhänger der Bewegungen "Extinction Rebellion" und "Ende Gelände". Nach Angaben der Polizei vom Samstagnachmittag verlief die Demo zunächst "ruhig und störungsfrei".

    Hunderte Demonstranten vor der CDU-Zentrale in Berlin.
  • Polizei berichtet von erneuter Pyro-Attacke - Beamter verletzt

    Bei der Räumung des Dannenröder Forstes ist es nach offiziellen Angaben erneut zu Angriffen auf Polizisten gekommen. Beamte seien mit Zwillen und Pyrotechnik attackiert worden, ein Polizist sei verletzt worden, twitterte die Polizei Mittelhessen am Samstagnachmittag. Über die Schwere der Verletzungen wurde zunächst nichts bekannt. Die Polizei kündigte ein ausführlicheres Statement an. Über dem Einsatzort kreise ein Polizeihubschrauber, eine "unbeteiligte Familie" sei in Sicherheit gebracht worden.

    Später sei es zu mehreren Festnahmen gekommen. Außerdem stellte die Polizei mehrere Gegenstände sicher, darunter Böller, Steine und eine Zwille.

    Beamten hätten Pyrotechnik und eine Zwille sichergestellt, twitterte die Polizei.
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    An Absturz-Ort wird nicht mehr geräumt

    Der Ort, an dem am frühen Samstagmorgen eine A49-Gegnerin aus knapp sechs Metern Höhe abstürzt ist, ist von der Polizei zum Tatort erklärt worden. Das bedeutet, dass der Dannenröder Forst an dieser Stelle nicht mehr geräumt wird, obwohl dies heute eigentlich geschehen sollte. Die Aktivistin ist ansprechbar und stabil. Sie wurde direkt nach dem Absturz von einem Notarzt betreut. Die A49-Gegner im Wald behaupten, die Polizei wäre auf das Sicherungsseil getreten und hätte dadurch die Europalette, auf der sich die Frau befand, zum Einsturz gebracht.

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    A49-Gegnerin stürzt aus sechs Metern Höhe

    Im Dannenröder Forst ist erneut eine Person abgestürzt. Wie die Polizei am frühen Samstag berichtet, fiel die Frau aus vier bis sechs Metern Höhe. Ein Notarzt ist bereit vor Ort. Die A49-Gegner im Dannenröder Forst beschuldigen nach dem Vorfall die Polizei, ein gekennzeichnetes Seil durchtrennt zu haben.

    Dannenröder Forst Polizei Absturz
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    Bilanz: Ein Leichtverletzter, 72 Menschen in Gewahrsam

    Die Bilanz der Polizei nach dem elften Einsatztages im Dannenröder Forst fällt umfangreich aus: Die Einsatzkräfte hätten einiges zu tun gehabt, heißt es in ihrem Bericht. "Erwartungsgemäß musste sich die Polizei heute mit einer Vielzahl von kreativen und ausgeklügelten Bauten in Bäumen und auf dem Boden auseinandersetzen." Ausbaugegner hätten außerdem einen Sonderwagen blockiert und versucht, es zu beschädigen. Bei der Räumung von Barrikaden habe es vereinzelt Rangeleien gegeben, ein Mensch habe "nur durch den Einsatz körperlicher Gewalt zu Boden gebracht werden" können und dabei leichte Verletzungen erlitten.

    Laut Polizei wurden am Freitag 72 Menschen in Gewahrsam genommen, vier Ermittlungs- und 66 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 73 Platzverweise ausgesprochen.