Die Waldrodungen für den umstrittenen Ausbau der A49 von Kassel nach Gießen werden von heftigem Protest begleitet. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

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    Noch 100 Meter zu roden - Polizist bepinkelt

    Im Dannenröder Forst sind die Rodungsarbeiten nach Polizeiangaben vom Donnerstag sowohl im nördlichen als auch im südlichen Teil weit vorangeschritten. Es stünden nur noch auf einer Strecke von rund 100 Metern der künftigen Trasse Bäume, sagte ein Sprecher. Spezialkräfte kappten die Seiltraverse, die über die B62 gespannt war. In den nächsten Tagen sollen eine Überbauung und ein Gitterzaun beseitigt werden.

    Aus einem Baumhaus heraus wurde den Angaben zufolge auf einen Polizisten uriniert. Der Beamte habe "einer Dekontamination zugeführt werden" müssen, berichtete die Polizei. Zwei Ausbaugegnerinnen hatten außerdem einen Baum umarmt und sich die Hände zusammengeklebt. Um sie zu lösen, sei eine Ärztin hinzugezogen worden. Die Polizei nahm heute insgesamt 59 Personen fest, es wurden 14 Strafverfahren eingeleitet.

  • CDU-Fraktionsvorsitzende spricht mit Polizei und Besetzern

    Während sich die Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst dem Ende zuneigen, hat die Polizei Besuch aus dem Regierungslager erhalten. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Ines Claus berichtet, sie habe sich im Wald selbst ein Bild von der Situation gemacht und den Polizisten für ihre "ruhige und besonnene Arbeit" gedankt. Wie das Foto zeigt, suchten Claus und ihr Gießener Parteikollege Jörg Michael Möller auch das Gespräch mit den Waldbesetzern. Angaben von Claus zufolge verlief auch dieses Gespräch sachbezogen und friedlich.

    Die CDU-Politikerin bekräftigte demnach den aus ihrer Sicht notwendigen Lückenschluss der A49. Dieser sei demokratisch von allen drei Gewalten legitimiert - und müsse daher von den Besetzern akzeptiert werden, sagte Claus. Die Besetzer sehen das anders: Neben der Abholzung des Waldes kritisieren sie, dass die Fortführung der Autobahn nach ihrer Einschätzung letztlich zu mehr statt weniger Verkehr in den umliegenden Dörfern führen werde. Außerdem halten sie die Auswirkungen auf das Grundwasser für nicht ausreichend untersucht.

    CDU-Landtagsfraktionschefin Ines Claus (l.) im Dannenröder Forst
  • Protest-Aktionen für Sonntag angekündigt

    Am möglicherweise letzten Wochenende der Räumungen und Rodungen im Dannenröder Forst wird es von A49-Ausbau-Gegnern mehrere Kundgebungen und Aktionen geben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kündigte an, dass es am Sonntag (11.00 Uhr) Proteste an der Mahnwache Dannenrod in Homberg (Ohm) geben werde.

    Die Spitzen mehrerer Umweltverbände, Fridays-For-Future-Sprecherin Luisa Neubauer, Förster und Buchautor Peter Wohlleben sowie weitere zivilgesellschaftliche Akteure protestieren gemeinsam für eine klimaschonende Verkehrspolitik, wie der BUND mitteilte. "Etliche von ihnen wollen sich mit einer Aktion Zivilen Ungehorsams der weiteren Zerstörung des Dannenröder Waldes widersetzen. Die Gruppe will ein Zeichen setzen für eine Verkehrsplanung, die nicht länger auf Kosten von Natur und Klima geht", erklärte der Umweltschutzverband.

    Laut Polizei befinden sich die großangelegten Rodungen in dem Waldgebiet in der Endphase. Sie werden Prognose zufolge nur noch wenige Tage dauern. Im Dannenröder Forst werden Bäume für den A49-Ausbau gefällt. Dagegen protestieren Aktivisten, die das Waldgebiet seit mehr als einem Jahr besetzt halten und dort zahlreiche Baumhäuser, Plattformen und Barrikaden errichtet hatten.

  • Räumung des letzten Camps geht weiter

    Im Dannenröder Forst geht am Donnerstag die Räumung des letzten verbliebenen Camps "Oben" weiter. 12 Baumhäuser waren am Vormittag noch besetzt, mehrere Aktivisten turnten auf Schaukel-ähnlichen Brettern in den Bäumen. Die Polizei fällte zunächst umstehende kleinere Bäume, um mit ihren Hubsteigern an die Baumhäuser heranzukommen. hr-Reporter Jochen Schmid schätzt, dass die Räumung des Camps noch bis Freitag dauern wird. Zwischenfälle habe es am Morgen nicht gegeben, die Arbeiten verliefen friedlich.

    Aktivisten haben Baumhäuser gebaut.
  • 35 Personen in Gewahrsam genommen

    Die Räumung des Dannenröder Forsts ist am Mittwoch nach Polizeiangaben ohne größere Vorkommnisse abgelaufen. Im nördlichen Bereich des Waldes hatten Unbekannte laut Polizei im Zugangsbereich eine Barrikade in Brand gesetzt. Zudem wurden am Morgen sogenannte "Krähenfüße" gefunden und beseitigt. Diese können Reifen von darüberfahrenden Autos beschädigen.

    Baumhäuser, Tripods und Plattformen wurden von den Einsatzkräften beseitigt - dabei gab es laut Polizei keine Verletzten. Insgesamt gab es 38 Platzverweise, 35 Personen wurden in Gewahrsam genommen.

  • Pianist Igor Levit gibt Konzert im Dannenröder Forst

    Der Pianist Igor Levit gibt am Freitag ein Konzert im Dannenröder Forst. An einer für den Weiterbau der Autobahn 49 kahlgeschlagenen Schneise spiele er für den Klimaschutz Klavier, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit. Das Konzert werde mit Funklautsprechern zu den Umweltschützern im Wald übertragen.

    Igor Levit

    Levit wolle ein musikalisches Statement für den Erhalt des Dannenröder Waldes setzen. Was er spiele, sei noch ungewiss. Der Künstler entscheide das spontan. Greenpeace und «Fridays for Future» organisieren das Konzert. Die Öffentlichkeit kann das Konzert über einen Livestream auf dem Greenpeace-Twitterkanal mitverfolgen. Die Übertragung beginnt voraussichtlich ab 9.00 Uhr.

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    Polizei rechnet mit Räumungsende in kommenden Tagen

    Der Großeinsatz der Polizei im Dannenröder Forst wird sich nach Einschätzung eines Polizeisprechers noch in die nächste Woche hineinziehen. Zuletzt seien die Räumungen und Rodungen für den genehmigten Weiterbau der A49 zwar gut vorankommen. Ob der Einsatz aber noch in dieser Woche abgeschlossen werden könne, sei ungewiss.

    Am Mittwoch waren die Einsatzkräfte den Angaben zufolge gleich an drei Stellen im Wald unterwegs. Im Norden, Süden und Zentrum des zu rodenden Gebiets, erklärte der Sprecher. "Es dauert nicht mehr lange, bis wir einen Durchbruch erzielen." Derzeit sei man aber noch mit einem sehr massiven Protestcamp mit hoch angesiedelten Baumhäusern beschäftigt.

  • Waldbesetzer: Polizei nimmt Winterausrüstung weg

    Die Polizei hat auf Vorwürfe reagiert, sie nehme den Waldbesetzern ihre Winterausrüstung weg. Die Umweltaktivisten hatten sich via Twitter darüber beschwert, dass die Einsatzkräfte bei der Räumung ihnen Schlafsäcke und Decken entwende. Zudem hieß es, sie zerstörten Kochstellen und transportierten Gerätschaften ab.

    Polizeisprecher Jochen Wegmann sagte: "Wir nehmen alles mit, was wir an Strukturen in Protestcamps vorfinden. Auch Kochherde und Schlafsäcke haben im Wald nichts zu suchen. Die Demonstranten werden gefragt, ob jemand auf die Sachen einen Eigentumsanspruch erhebt. Wenn das nicht der Fall ist, wird alles mitgenommen und entsorgt." Er betonte, dass sich die Waldbesetzer widerrechtlich im Dannenröder Forst aufhielten.

    Videobeitrag

    Video

    zum Video Räumungsende im Dannenröder Forst naht

    hessenschau von 16:45 Uhr vom 02.12.2020
    Ende des Videobeitrags
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    Polizei: Nur noch 300 Meter müssen geräumt werden

    Die Räumungen im Dannenröder Forst gehen auf die Zielgerade. Die Einsatzkräfte seien aktuell gefordert, von den knapp drei Kilometern noch 300 Meter zu räumen, berichtete die Polizei am Mittwochmorgen zu Beginn des 23. Einsatztages in dem Waldstück via Twitter und veröffentlichte dazu auch einen Aufruf per Video. Die Beamten schrieben dazu: "Dabei ist uns durchaus die Emotionalität bewusst, die sich damit für einige ergibt." Waldbesetzter haben sich seit mehr als einem Jahr in dem Areal in Homberg (Ohm) im Vogelsberg niedergelassen. Sie wollen aus Umweltschutzgründen den rechtlich genehmigten Weiterbau der A49 verhindern.

    Die Polizei appellierte: Vor dem Hintergrund des nahenden Endes solle niemand ein überhöhtes Risiko eingehen. "Wir geben bis zum Schluss unser Bestmöglichstes, Gefahren im #DannenroederForst zu minimieren und Personen, die sich auf Bäumen befinden, sicher zu Boden zu bringen."

  • Ein einbetonierter Lock-On, Platzverweise und ein leicht verletzter Aktivist

    Am Dienstag hat die Polizei die Räumungen für die anstehenden Rodungsarbeiten im Dannenöder Forst fortgesetzt und erneut mehrere Baumhäuser und Plattformen geräumt. Personen, die sich in den Bäumen befanden, wurden laut Polizei unverletzt zu Boden gebracht. Eine in Gewahrsam genommene Person wurde beim Abtransport auf einem Quad leicht verletzt, als es zu einem Unfall kam. Die Polizei ermittelt dazu. Eine weitere Person in einem betonierten Lock-on beschäftigte bis in die Abendstunden die Spezialkräfte der Polizei. Insgesamt wurden durch die Beamten am Dienstag 31 Platzverweise ausgesprochen und 64 Personen in Gewahrsam genommen.

  • Schneebälle gegen Einsatzkräfte

    Waldbesetzer, Einsatzkräfte und Waldarbeiter mussten am 22. Tag der Räumungen und Rodungen im Dannenröder Forst mit dem Wetterwechsel klarkommen. Der erste nennenswert gefallene Schnee in Hessen schien den Spieltrieb der Demonstranten zu beflügeln. "Heute kamen auch mal ein paar Schneebälle in Richtung der Einsatzkräfte geflogen", sagte eine Polizeisprecherin. Größere Schwierigkeiten für die Einsatzkräfte und -fahrzeuge hätten sich durch den Schnee aber nicht ergeben.

    Musizierende Demonstranten im Dannenröder Forst

    Für die Demonstranten wird das Ausharren in der Kälte zunehmend zur Herausforderung. Sie bekamen von Unterstützern warme Kleidung und heiße Getränke in den Wald gebracht. Auf Twitter schrieb das Bündnis "Wald statt Asphalt", dass es akute Spendenwünsche gebe. Schlafsäcke und warme Kleidung werden demnach benötigt. Währenddessen versuchten Demonstranten ihre Mitstreiter mit Musik aufzumuntern. Eine kleine Gruppe spielte auf Streichinstrumenten und Akkordeons.

    Polizei-Einsätze fanden im Norden und Süden des Dannenröder Forstes statt. Dort waren die Beamten mit der weiteren Räumung von Protestcamps der A49-Ausbaugegner beschäftigt. Zudem seien Polizisten im Mittelteil des Waldstücks bei Homberg (Ohm) unterwegs gewesen, um Baumbesetzer herunterzuholen, wie die Polizeisprecherin sagte.

  • 52 Festnahmen, 12 Ermittlungsverfahren

    Im Laufe des Montags hat die Polizei 52 Menschen im Dannenröder Forst festgenommen. Gegen zwölf von ihnen werde ermittelt. Außerdem seien 54 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und 58 Platzverweise ausgesprochen worden.

    Im nördlichen Dannenröder Forst habe die Polizei einen sogenannten "Skypod", ein in den Bäumen befestigtes Gerüst, zerstört. Ein Gegner des A49-Weiterbaus habe sich um den Mast herum die Hände zusammengeklebt. Nach Polizeiangaben wurde die Person losgelöst und mit einem Hubwagen sicher auf den Boden geholt.

    Polizisten auf einem Hubwagen
  • Polizei schiebt "Ü60"-Demonstranten aus Waldstück

    Rund 150 Polizisten haben am Montag eine Gruppe von etwa 25 älteren Demonstranten aus dem Dannenröder Wald entfernt. Dabei drängten die Einsatzkräfte die Frauen und Männer der "Ü60"-Demo aus dem Bereich. Bei der Aktion gingen auch Demonstranten zu Boden.

    Polizisten drängen mehrere Ü60-Demonstrantinnen aus dem Wald.

    Die Ausbaugegner hatten seit dem frühen Morgen friedlich in dem Waldstück demonstriert. Sie trugen weiße Overalls mit der Aufschrift "Ü60 Stop A49" und "Alt wie ein Baum". Die Polizei hatte das Gebiet kurz vor der Räumung zum Sicherheitsbereich erklärt und die Demonstranten aufgefordert, diesen zu verlassen.

    Kurz vor Auflösung der Demo
  • Flaschenwürfe und eine bespuckte Beamtin

    Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt hat die Polizei weiterhin Mühe, die A49-Gegner aus den Bäumen zu holen. Noch immer klettern Menschen bis zu 20 Meter hoch in die Baumwipfel und bringen sich dadurch selbst in Gefahr. Die Beamten müssen die Hubböden ihrer Räumfahrzeuge ganz ausfahren, um an sie heranzukommen.

    Die Besetzer haben sich in luftiger Höhe eine Plattform an einen Baum gebaut und eine Zeltplane darüber gespannt.

    Die Menschen wegzutragen sei ebenfalls eine Herausforderung, sagte ein Polizeisprecher dem hr. Die Besetzer würden sich nicht mehr als nötig bewegen. Größere Zwischenfälle habe es am Montag aber nicht gegeben. Eine Beamtin sei bespuckt, weitere mit Flaschen beworfen worden.

    Zwei Polizisten tragen einen Besetzer weg.
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    Polizei: Zwei Drittel des Korridors gerodet

    An Tag 21 der Räumungs- und Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst schätzt die Polizei, dass gut zwei Drittel des Korridors von 2,8 Kilometern gerodet sind. Es bleibe noch ein Rest von 800 bis 900 Metern, sagte ein Polizeisprecher dem hr. Die Polizei schätzt, dass sich weiterhin mehr als 150 Aktivisten in dem Waldstück aufhalten. Zwar seien bislang fünf der insgesamt elf Camps geräumt worden. Doch die Besetzer würden deshalb nicht weniger, sondern sammelten sich in den verbliebenen Camps.

    Die Besetzer haben sich in luftiger Höhe eine Plattform an einen Baum gebaut und eine Zeltplane darüber gespannt.
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    Polizei setzt Wasserwerfer gegen Aktivisten ein

    Aktivisten haben am Sonntag laut Polizei versucht, einen Hubsteiger zu besetzen. Gegen sie sei Pfefferspray und ein Schlagstock eingesetzt worden. Polizisten seien außerdem mit Pyrotechnik beschossen und mit Steinen und Holzstämmen abgeworfen wurden. Daraufhin habe man Wasserwerfer gegen die Aktivisten eingesetzt, schreibt die Polizei auf Twitter.

    Polizei setzt Wasserwerfer gegen Aktivisten ein.
  • CDU-Chefin: Grüne müssen sich von "Radikalen" distanzieren

    CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Grünen aufgefordert, sich eindeutig von "radikalen" Kräften abzugrenzen. In einer digitalen Rede auf dem Deutschlandtag der Nachwuchsorganisation Junge Union zog Kramp-Karrenbauer den Anspruch der Grünen in Zweifel, eine bürgerliche Partei zu sein.

    "Bürgerlich wird man dadurch, dass man keine Baumstämme auf Polizisten wirft", sagte die CDU-Chefin mit Blick auf die Proteste gegen den Bau der A49 in Hessen.  Wer sich "von diesen Leuten nicht eindeutig" trenne, "der ist nicht bürgerlich", sagte Kramp-Karrenbauer. "Der behauptet das von sich, aber im Kern ist er es nicht." 

  • Kirchenpräsident ruft zu Gewaltverzicht auf

    Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, hat in der Auseinandersetzung um den Dannenröder Forst zum Gewaltverzicht aufgefordert. "Den Demonstrierenden kann man nur zurufen: Keine Drohungen und keine Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten", sagte Jung am Sonntag bei einem Gottesdients zum 1. Advent in der Katharinenkirche in Frankfurt. An die Polizei appellierte er: "Wahren Sie die Verhältnismäßigkeit!" Jung nahm auch die Politik in die Pflicht. Sie müsse sich überlegen, was zu tun sei, "damit die Menschen wieder zueinander finden können.“

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    Polizei löscht brennende Barrikaden

    Am Dannenröder Forst gehen heute die Arbeiten für den Ausbau der A49 weiter. Gerodet werden soll aber nicht, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei Mittelhessen berichtete auf Twitter von zum Teil brennenden Holzbarrikaden. Diese seien mit einem Wasserwerfer gelöscht und anschließend beseitigt worden. Im Steinbruch Homberg brannte am Morgen außerdem ein Bagger. Ob der Vorfall in Zusammenhang mit den A49-Protesten steht, war zunächst unklar. Ermittelt werde in alle Richtungen, so der Sprecher.

    Brennende Barrikaden im Dannenröder Forst
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    Zunehmende Gewalt: Gründe und Lösungsansätze

    Seit Wochen stehen sich A49-Gegner und Polizisten täglich gegenüber. Im Kampf gegen die Rodung des Waldes nimmt die Gewalt immer weiter zu. Beide Seiten rüsten auf, die Ausbaugegner mit Feuerwerk und Stahlkugeln, die Polizei mit mehr Einsatzkräften und schwerem Gerät. Die hessenschau wirft im Beitrag einen Blick auf die aktuelle Entwicklung und erklärt, welche Lösungsansätze Konfliktforscher und Kirchenvertreter sehen.

    Videobeitrag

    Video

    zum Video A49-Proteste: Gewalt nimmt zu

    hs281120
    Ende des Videobeitrags
  • Polizeibilanz: Pyrotechnik, Eier und aufwendige Räumung in 40 Metern Höhe

    Bei der Räumung des Dannenröder Forsts sind Einsatzkräfte am Samstag nach eigenen Angaben von einem Baumhaus aus mit Eiern beworfen. Auch Pyrotechnik sei gezündet worden. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Aufwändig gestaltete sich die Räumung einer Plattform in rund 40 Metern Höhe. Eine Ausbaugegnerin, die sich in einer Kanzel befand, sei von speziell ausgebildeten Einsatzkräften in Sicherheit gebracht worden, teilte die Polizei Gießen am Abend mit. Weitere Ausbaugegner seien aus umliegenden Bäumen auf den Boden geholt worden.

    Im Laufe des Tages wurden laut Polizei 70 Personen in Gewahrsam genommen. Weiterhin wurden 18 Ermittlungs- und 55 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 92 sogenannte Platzverweise ausgesprochen, hieß es in einer Bilanz am Abend.

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    Bündnis aus Fraktionen und Kirchenvertretern ruft zu Gewaltverzicht auf

    Ein Bündnis aus den Landtagsfraktionen von CDU, Grünen und SPD sowie Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche in Hessen appellieren gemeinsam, auf Gewalt bei den Protesten im Dannenröder Forst zu verzichten. "Wir haben unterschiedliche Positionen zur A49. Uns eint der Appell: Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung", heißt es in dem am Samstag veröffentlichten Aufruf.

    Man sehe mit Sorge, dass sich der Protest in den letzten Wochen verändert habe. "Zu den friedlichen, kreativen, bunten Formen des Protests treten zunehmend Menschen, die erklären, zu allem bereit zu sein – ohne Rücksicht auf die eigene und die Gesundheit anderer." Alle seien aufgerufen, sich von dieser Form des Widerstands zu distanzieren. "Gewaltfreiheit muss der Konsens des Protests sein." Nur dann könne von legitimen und friedlichen Protesten ein starkes Zeichen ausgehen.

  • Weitere Demos rund um Dannenrod und in Berlin

    Unter dem Motto "Hoffnung für Morgen – Wie schützen wir unsere Natur?" rief die Initiative "Familien für den Danni" am Mittag in Dannenrod zu einer Demonstration auf. Die Polizei zählte um die 100 Teilnehmer. Etwa ein Drittel davon seien Kinder gewesen, sagte ein Sprecher. Weitere musizierende Ausbaugegner hätten ebenfalls an verschiedenen Orten im Wald demonstriert.

    In Berlin protestierten Teilnehmer einer Fahrraddemo gegen eine Verlängerungen der dortigen Stadtautobahn A100 und den Weiterbau der A49.

    Fahrradfahrer fahren bei einer Demonstration von Umweltschützern und linken Gruppen gegen die Verlängerungen der Berliner Stadtautobahn A100 in Treptow und der A49 in Hessen.
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    Grüne Jugend protestiert im Dannenröder Forst

    Die Grüne Jugend und Vertreter des BUND haben bei einer Protestaktion am Samstag im Dannenröder Forst einen Räumungsstopp im Wald gefordert. Nachdem die erste Blockade am frühen Morgen von der Polizei aufgelöst worden sei, hätten am Vormittag erneut um die 20 Menschen an einer Sitzblockade teilgenommen, erklärte die Bundessprecherin der Grünen Jugend, Anna Peters. Die Aktion sei soweit friedlich verlaufen. Auch der Polizei waren zunächst keine Zwischenfälle bekannt.

    Für den Lückenschluss der A49 sollen insgesamt rund 85 Hektar Wald gerodet werden, 27 davon im Dannenröder Forst. Gegner lehnen das bereits genehmigte Verkehrsprojekt aus Klimaschutzgründen ab. Die Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung und eine bessere Straßenanbindung.

    Beamte haben am Samstag wieder Demonstranten weggetragen.
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    Einbetonierter Ausbaugegner abgeseilt, 54 Menschen in Gewahrsam

    Im Dannenröder Forst hat die Polizei am Freitag die Räumung eines größeren Baumhauscamps fortgesetzt. "Die Situation insgesamt ist ruhig, trotz allem sehr komplex für unsere Kollegen", sagte eine Sprecherin am Nachmittag. Einige Umweltschützer harrten in etwa 20 Metern Höhe aus. Ein Ausbaugegner hatte seinen Arm in einer Art Betonblock verankert und wurde von Einsatzkräften abgeseilt.

    Laut den Beamten wurden am Freitag 54 Menschen in Gewahrsam genommen und 13 Ermittlungs- sowie 42 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Außerdem sprach die Polizei 56 Platzverweise aus. Mehrere Versammlungen von Ausbaugegnern am Abend endeten friedlich, wie es hieß.