Der Ausbau der A49 von Kassel nach Gießen wird von heftigem Protest begleitet. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

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    Letztes Baumhaus geräumt

    Die Räumungsarbeiten im Dannenröder Forst sind nach Polizeiangaben abgeschlossen. "Die letzte Person ist durch unsere Einsatzkräfte sicher aus der Höhe zurück auf den Boden gebracht worden", berichteten die Beamten am Dienstag via Twitter. Ein Sprecherin der Polizei in Gießen sagte am 29. Einsatztag auf Nachfrage, dass zwar die letzte Person am Mittag aus einem Baumhaus geholt worden sei, aber noch nicht alle Behausungen niedergerissen worden seien.

    Damit stehen auch die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der A49 vor ihrem Abschluss. Die Aktivsten kündigten an, auch nach Ende der Räumung und Baumfällungen ihren Protest gegen den Autobahnausbau fortzusetzen.

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    Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Polizei beendet Räumung

    Polizisten schleifen einen Aktivisten im Dannenröder Forst weg.
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    Letztes Baumhaus soll geräumt werden

    Räumung und Rodung im Dannenröder Forst gehen dem Ende entgegen. Voraussichtlich werde heute das letzte Baumhaus geräumt und der letzte tragende Stamm gefällt, schätzte einer der hr-Reporter vor Ort am Morgen. Es seien nur noch fünf Baumhäuser abzureißen, die meisten davon sind schon unbewohnt.

    letzte Baumhäuser im Dannenröder Forst

    Fraglich ist, wie zeitaufwendig sich die Räumung am 29. Einsatztag im Forst gestaltet. Das Areal mit den letzten Bäumen, Behausungen und etwa einem Dutzend A49-Gegnern wurde von der Polizei eingezäunt. Die Beamten waren am Morgen mit Hebebühnen im Einsatz, außerdem standen Baumerntemaschinen und Bagger bereit.

    Rodungsschneise im Dannenröder Forst
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    Abseil-Aktion über A5 bleibt verboten

    Eine für Dienstag geplante Abseil-Aktion von Umweltaktivisten über der A5 bei Neu-Isenburg bleibt untersagt. Das Bundesverfassungsgericht lehnte einen Eilantrag der Autobahngegner gegen das Verbot ab und bestätigte damit den Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs von vergangener Woche. Die Richter begründeten ihre Entscheidung vor allem mit den möglichen Gefahren durch eine erforderliche Sperrung des Autobahnabschnitts. Dies könne "zu Staus und in der Folge zu Auffahrunfällen sowohl auf der A5 selbst als auch auf anderen Autobahnen und Straßen führen", heißt es.

  • Rodungsschneise im Video - Kreuze für gefällte Bäume

    Wann wird der letzte Baum in der Rodungsschneise im Dannenröder Forst gefällt? hr-Reporter im Waldgebiet schätzen, dass es am Dienstag, vielleicht auch erst am Mittwoch passieren wird.

    Für die bereits gefällten Bäume haben Waldbesetzer symbolisch weiße Kreuze aufgestellt. Aus im Internet kursierenden Videos geht hervor, dass die Waldbesetzer zu den Bäumen im Forst mitunter ein inniges Verhältnis pflegten und ihnen sogar Namen gaben.

    Kreuze für gefällte Bäume im Dannenröder Forst

    In anderen Videos berichteten Umweltaktivisten, dass sie fassungslos seien beim Anblick der gerodeten Fläche. Dort befanden sich vor Wochen noch zahlreiche Baumhäuser, die Waldbesetzter ihr Zuhause nannten.

  • Polizei will Ausbaugegner für Räumungseinsätze zahlen lassen

    Die Kosten für die Räumungseinsätze im Dannenröder Forst und für die Abseil-Aktionen von Autobahnbrücken sollen die Verursacher selbst übernehmen. Das will die Polizei erreichen. Auf hr-Anfrage teilten die Beamten mit: Man werde auf jeden Fall versuchen, die Einsätze den festgenommenen Umweltaktivisten in Rechnung zu stellen. Ob das funktioniert - beziehungsweise wenn ja, wie lange es dauert - ist aber unklar. Aktuell ermittelt die Polizei noch gegen die Täter. Am Ende werden wohl Gerichte darüber entscheiden müssen.

    Umweltaktivisten haben sich von einer Autobahnbrücke abgeseilt.

    Wie hoch die Kosten für die Räumung im Dannenröder Forst und die Abseil-Aktionen von Autobahnbrücken sind, will die Polizei aktuell noch nicht beziffern. Es komme darauf an, wie lange Beamte und die Spezialeinheiten aus dem Höheninterventionsteam im Einsatz waren. Kostspielig sei auch der Einsatz von speziellem technischem Gerät, um die Ausbaugegner von den Bäumen und Brücken zu holen.

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    Fahndung nach Verdächtigem nach Gestell-Einsturz

    Nach dem Einsturz eines Baumstamm-Gestells in Richtung von Polizisten im Dannenröder Forst wird nach einem Tatverdächtigen gefahndet. Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des versuchten Totschlags, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie der Sachbeschädigung eingeleitet worden, berichteten die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei in einer Mitteilung. Mehrere Zeugen hätten beobachtet, dass ein Halteseil des Gestells von einem unbekannten Mann vor dem Umstürzen durchtrennt worden sei.

    Bei dem Gestell handelte es sich um einen sogenannten Duopod. Auf solchen Gebilden aus Baumstämmen haben im Dannenröder Forst zuletzt immer wieder Aktivisten ausgeharrt, um die Rodungen aufzuhalten. Das Gestell war am 23. November in Richtung der Einsatzkräfte gekippt. Sie konnten gerade noch rechtzeitig zur Seite springen und blieben unverletzt. Die Baumstämme schlugen zudem gegen die Sicherheitskabine eines Baggers. Der Fahrer blieb aber unverletzt. Es entstand jedoch Sachschaden.

  • Waldbesetzer verbinden sich mit Lock-on

    Im letzten Protestcamp im Dannenröder Forst hat die Polizei am Montag Waldbesetzer entdeckt, die ihre Arme in Rohren feststeckend miteinander verbunden haben. Sie saßen und lagen aneinander fixiert auf dem Waldboden und konnten nicht einzeln weggetragen werden. Das Angebot von der Feuerwehr, aus der Konstruktion befreit zu werden, schlugen sie aus. Somit musste sich die Polizei darum kümmern.

    Zudem befreite die Polizei eine Person aus einem Lock-on in einem Erdloch im Wald. Zuvor musste erst noch von einem Bagger Erdreich ausgehoben werden, um zur Stelle vorzudringen, wie in einem Video der Polizei zu sehen war. Gegen die Person wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie die Beamten via Twitter berichteten.

    Waldbesetzer im Dannenröder Forst hängen in einem Lock-on fest.

    Die Polizei trifft seit Beginn des Räumungseinsatzes in dem Waldgebiet in Homberg (Ohm) immer wieder auf Umweltaktivisten mit sogenannten Lock-ons. Darunter sind fixierende Aktionen zu verstehen, die es den Einsatzkräften schwer machen, die Demonstranten von ihrem Aufenthaltsort zu entfernen.

  • Noch 80 Meter Wald zu roden

    Auf der Trasse für den A49-Ausbau sind nur noch etwa 80 Meter Wald im Dannenröder Forst zu roden. Die Polizei ist seit dem frühen Morgen damit beschäftigt, die Überreste des einzig verbliebenen Protestcamps und neu erbauter Barrikaden zu räumen, damit die letzten Bäume gefällt werden können. Bagger, Baumerntemaschinen und Hebebühnen für die Kletter-Cops waren im Einsatz. Dass die Arbeiten noch am Montag beendet werden, ist der Polizei zufolge unwahrscheinlich.

    Räumung im Dannenröder Forst

    In dem Waldgebiet bei Homberg (Ohm) sind noch fünf Baumhäuser von A49-Gegnern. Etwa 50 Waldbesetzer halten sich noch im Protestcamp auf. Zahlreiche Aktivisten waren am Morgen in Bäume geklettert, um die Fällarbeiten zu verzögern. Einige hatten sich zum Schutz vor der Kälte in goldene Rettungsfolien gehüllt.

    Goldene Rettungsfolien wärmen Waldbesetzer auf Bäumen
  • Polizei räumt letzten Abschnitt

    Im Dannenröder Forst hat die Polizei am Montagmorgen damit begonnen, den verbliebenen Abschnitt zu räumen. Dort sollen im Laufe des Tages die Rodungsarbeiten weitergehen.

    Im Wald ist eine große Rodungsfläche zu sehen.
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    600 Gegner protestieren bei Versammlungen

    Am Sonntag haben nach Polizeiangaben rund 600 Menschen friedlich gegen den Ausbau der A49 protestiert. Es habe im Dannenröder Forst am Sonntag zwei Versammlungen gegeben, teilte die Polizei in ihrer Tagesbilanz mit. Im Bereich einer Polizeiabsperrung kam es jedoch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegnern: Einige Personen seien den mehrfachen Aufforderungen der Polizei, sich aus dem Bereich zu entfernen, nicht nachgekommen. Die Polizei habe daher körperliche Gewalt, Schlagstock und Pfefferspray einsetzen müssen, hieß es in der Mitteilung am Abend. Die Polizei nahm am Sonntag insgesamt drei Personen in Gewahrsam. Drei Ermittlungs- und acht Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet sowie zwei Platzverweise ausgesprochen.

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    Räumung im Dannenröder Forst geht weiter

    Nach Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und der Polizei hat sich die Situation im Dannenröder Wald am Sonntag zunächst etwas entspannt. Man versuche Konflikte kommunikativ zu lösen, was bisher gut gelinge, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittag. Das Waldstück nahe Homberg/Ohm wird für den Weiterbau der A49 geräumt. Dabei hatte die Polizei am Samstag einen Wasserwerfer gegen protestierende Aktivisten eingesetzt.

    Die Rodungen stehen kurz vor dem Abschluss. Am Sonntagmorgen hätten sich die Spitzen mehrerer Umweltverbände, die Fridays-For-Future-Sprecherin Luisa Neubauer und weitere Akteure vor die letzten noch stehenden Bäume und auf eine Baumhaus-Plattform gesetzt, teilte die Nichtregierungsorganisation Campact mit. Man wolle damit unterstreichen, wie breit der Widerstand gegen eine "zukunftsfeindliche Verkehrspolitik" inzwischen sei.

    Die Räumung im Dannenröder Forst geht am Sonntag mit vielen Polizisten weiter.
  • Vom Kampf um den Wald in den 1980ern

    Den Kampf um den Wald gab es auch früher schon, etwa in den 1980ern. Damals wurde die Startbahn West am Frankfurter Flughafen gebaut. Auch da haben Aktivisten protestiert, auch da stießen sie mit der Polizei zusammen. Die Gewalt eskalierte.

    hessenschau-Reporter Franco Foraci hat Ausbaugegner aus dieser Zeit getroffen und mit ihnen über die Parallelen, aber auch die Unterschiede zum heutigen Protest gesprochen.

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    Polizei nimmt mehrere Ausbaugegner fest

    Die Polizei hat im Dannenröder Forst im Verlauf des Nachmittags sechs Aktivisten festgenommen und sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zuvor seien Beamte beleidigt und mit einem Nagelbrett beworfen worden, teilten die Einsatzkräfte am Abend mit. Am späten Nachmittag setzten sie nochmals Wasserwerfer ein, um Barrikaden auf dem Rettungsweg zu einem Logistiklager zu räumen, wie sie auf Twitter meldeten. Schon am Vormittag war ein Wasserwerfer trotz niedriger Temperaturen zum Einsatz gekommen. Rodungsarbeiten gab es am Samstag nicht.

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    Aktivisten sollen für Polizeieinsätze bezahlen

    Die Polizei prüft, ob sie A49-Gegnern die Kosten für Polizei- und Rettungskräfteeinsätze bei Abseil-Aktionen an Autobahnen in Rechnung stellen kann. Dies betreffe unter anderem die Abseil-Aktionen an der A485 vom 27. November und an der A5 bei Reiskirchen (Gießen) vor einigen Wochen. Auch für die Bergungseinsätze bei der Räumung von Baumhäusern im Dannenröder Forst sollen die jeweils Verantwortlichen bezahlen.

    Auch die Stadt Gießen will sich das Geld für den Einsatz auf der A485 von den Ausbau-Gegnern zurückholen, wie die Gießener Allgemeine am Samstag berichtete. Damals hatten sich mehrere Personen von einer Autobahnbrücke abgeseilt, die Feuerwehr musste anrücken.

    Unklar sei, wie die Polizei und die Kommune an ihr Geld kommen wollen. Die Polizei geht dem Zeitungsbericht zufolge davon aus, dass die Verfahren vor Verwaltungsgerichten landen und sich länger hinziehen könnten. Die A49-Gegner argumentieren, nicht sie sondern die Polizei hätte die Autobahnen gesperrt, sie hätten sich bewusst oberhalb der Fahrspuren abgeseilt.

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    Wasserwerfer gegen Barrikaden-Bauer

    Im Dannenröder Forst haben A49-Gegner am Samstag erneut Barrikaden errichtet und Pyrotechnik abgebrannt. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben am Morgen trotz niedriger Temperaturen einen Wasserwerfer gegen Aktivisten ein. Sie twitterte dazu auch ein Foto. Vor dem Tor zum Logistikzentrum seien Ausbaugegner dabei gewesen, eine Barrikade zu errichten. Dies müsse man unterbinden, da der Weg ein wichtiger Rettungsweg sei, der immer frei sein müsse, erklärte die Polizei.

    Wasserwerfer im Dannenröder Forst

    Gegner des umstrittenen Autobahn-Lückenschlusses zwischen Kassel und Gießen hatten für dieses Wochenende Blockaden angekündigt. Die Räumungs- und Rodungsarbeiten für die Trasse durch den alten Mischwald stehen kurz vor dem Abschluss.

    A49-Gegner im Dannenröder Forst
  • Nacktprotest vor deutscher Botschaft in Wien

    In Wien haben am Freitag an der deutschen Botschaft Umweltaktivisten zum Teil nackt oder halbnackt gegen den Ausbau der A49 demonstriert. Auf einem Balkon vor der Botschaft brachten drei unbekleidete Ausbaugegnerinnen und -gegner ein Transparent mit der Aufschrift "Mit Vollgas in die Klimakrise - Bundesregierung: Stopp die A49!" an. Etwa ein Dutzend weitere Aktivisten stand mit weiteren Transparenten auf der Straße. Sie hätten verlangt, mit jemandem von der Botschaft zu sprechen, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei dem hr. Ob dies erfolgt sei, konnte er nicht sagen. Dem Sprecher zufolge war die Aktion nicht angemeldet. Es werde geprüft, inwieweit die Demonstranten "Verwaltungsübertretungen" (in Deutschland vergleichbar mit einer Ordnungswidrigkeit) begangen hätten.

    +++Nackte Aktivist*innen besetzen deutsche Botschaft+++ Wir fordern von der deutschen Bundesregierung - mit Bauherren @AndiScheuer (CSU) - einen sofortigen Rodungsstop im #DanniBleibt , sowie die Einstellung des Autobahnausbaus der A49 in Hessen. #keinea49 #WaldStattAsphalt

    [zum Tweet mit Bild]

  • Polizei tritt Ausbaugegner

    Gegner des A49-Ausbaus werfen der Polizei einen neuen Fall von Gewalt bei der Räumung des Dannenröder Forstes vor. Ein über Twitter verbreitetes kurzes Video zeigt, wie Einsatzkräfte einen Mann von einem Kran herunterholen und ihn zu Boden bringen. Dabei versetzt einer dem liegenden Mann zwei Tritte gegen die Beine.

    Die Polizei bestätigte den Vorfall: "Um die Grundverfügung durchzusetzen, kam es auch zur Anwendung einfacher körperlicher Gewalt", twitterte sie. Der Mann habe Widerstand geleistet.

    Die hessische Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig hat die Aktion nach eigenen Angaben als Augenzeugin anders miterlebt: "Der Aktivist hat zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Rücken gelegen, war unter der Kontrolle der Polizisten und hat sich nicht gewehrt", sagte Leidig dem hr. Das Verhalten der Beamten sei "völlig unangemessen" gewesen.

    Die Polizei hat heute einen Menschen aus zwei Metern Höhe von einem Kran gezogen. Ein Polizist tritt daraufhin den wehrlos am Boden liegenden Menschen zwei Mal. #Danni0412 #dannibleibt #waldstattasphalt #keineA49 @keinea49 @DanniTicker

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  • Polizei räumt letztes Camp

    Im Dannenröder Forst gehen die Räumungsarbeiten weiter. Am Donnerstag hatte die Polizei die Baumhäuser im letzten verbliebenen Camp der Waldbesetzer entfernt. Einzelne "Gebilde" und mehrere Menschen befänden sich aber noch in den Bäumen, teilte die Polizei am Freitag mit.

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    Pianist Igor Levit: "Trauriger Tag"

    Mit einem kurzen Auftritt direkt an der gerodeten Schneise im Dannenröder Forst hat der Pianist Igor Levit am Freitag ein Zeichen gegen die Rodungsarbeiten gesetzt. Mit dem Song "Danny Boy" - ein altes irisches Volkslied - wolle er auch den Aktivisten danken, die das möglich gemacht hätten, sagte Levit. "Ihr habt eine Situation nicht nur wach gehalten, ihr habt sie mit neuem Leben gefüllt." Trotzdem sei es ein "trauriger Tag". Levits Spiel wurde per Lautsprecher zu den letzten verbliebenen Baumhäusern übertragen. Während des Auftritts sicherte ein Großaufgebot der Polizei den bereits gerodeten Bereich.

    Begleitet wurde Levit von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die ebenfalls erklärte, die Aktion sei eine "ganz großartige Wertschätzung an die Aktivistinnen und Aktivisten, die diesen Widerstand zu dem gemacht haben, was er ist." Die Auseinandersetzung um das Waldstück werde "schnell reduziert auf irgendeinen Konflikt zwischen Aktivisten und Polizei, aber letztendlich ist es der Versuch, Ökosysteme und unsere Lebensgrundlagen zu verteidigen, zu schützen", sagte Neubauer. 

    Scharfe Kritik an dem Auftritt kam von der AfD-Fraktion im Landtag. Es gebe keinen Grund, "gewalttätige Ökoextremisten mit einem Konzert zu feiern", hieß es in einer Mitteilung von Klaus Herrmann, dem verkehrspolitischen Sprecher.

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    Noch 100 Meter zu roden - Polizist bepinkelt

    Im Dannenröder Forst sind die Rodungsarbeiten nach Polizeiangaben vom Donnerstag sowohl im nördlichen als auch im südlichen Teil weit vorangeschritten. Es stünden nur noch auf einer Strecke von rund 100 Metern der künftigen Trasse Bäume, sagte ein Sprecher. Spezialkräfte kappten die Seiltraverse, die über die B62 gespannt war. In den nächsten Tagen sollen eine Überbauung und ein Gitterzaun beseitigt werden.

    Aus einem Baumhaus heraus wurde den Angaben zufolge auf einen Polizisten uriniert. Der Beamte habe "einer Dekontamination zugeführt werden" müssen, berichtete die Polizei. Zwei Ausbaugegnerinnen hatten außerdem einen Baum umarmt und sich die Hände zusammengeklebt. Um sie zu lösen, sei eine Ärztin hinzugezogen worden. Die Polizei nahm heute insgesamt 59 Personen fest, es wurden 14 Strafverfahren eingeleitet.

  • CDU-Fraktionsvorsitzende spricht mit Polizei und Besetzern

    Während sich die Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst dem Ende zuneigen, hat die Polizei Besuch aus dem Regierungslager erhalten. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Ines Claus berichtet, sie habe sich im Wald selbst ein Bild von der Situation gemacht und den Polizisten für ihre "ruhige und besonnene Arbeit" gedankt. Wie das Foto zeigt, suchten Claus und ihr Gießener Parteikollege Jörg Michael Möller auch das Gespräch mit den Waldbesetzern. Angaben von Claus zufolge verlief auch dieses Gespräch sachbezogen und friedlich.

    Die CDU-Politikerin bekräftigte demnach den aus ihrer Sicht notwendigen Lückenschluss der A49. Dieser sei demokratisch von allen drei Gewalten legitimiert - und müsse daher von den Besetzern akzeptiert werden, sagte Claus. Die Besetzer sehen das anders: Neben der Abholzung des Waldes kritisieren sie, dass die Fortführung der Autobahn nach ihrer Einschätzung letztlich zu mehr statt weniger Verkehr in den umliegenden Dörfern führen werde. Außerdem halten sie die Auswirkungen auf das Grundwasser für nicht ausreichend untersucht.

    CDU-Landtagsfraktionschefin Ines Claus (l.) im Dannenröder Forst
  • Protest-Aktionen für Sonntag angekündigt

    Am möglicherweise letzten Wochenende der Räumungen und Rodungen im Dannenröder Forst wird es von A49-Ausbau-Gegnern mehrere Kundgebungen und Aktionen geben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kündigte an, dass es am Sonntag (11.00 Uhr) Proteste an der Mahnwache Dannenrod in Homberg (Ohm) geben werde.

    Die Spitzen mehrerer Umweltverbände, Fridays-For-Future-Sprecherin Luisa Neubauer, Förster und Buchautor Peter Wohlleben sowie weitere zivilgesellschaftliche Akteure protestieren gemeinsam für eine klimaschonende Verkehrspolitik, wie der BUND mitteilte. "Etliche von ihnen wollen sich mit einer Aktion Zivilen Ungehorsams der weiteren Zerstörung des Dannenröder Waldes widersetzen. Die Gruppe will ein Zeichen setzen für eine Verkehrsplanung, die nicht länger auf Kosten von Natur und Klima geht", erklärte der Umweltschutzverband.

    Laut Polizei befinden sich die großangelegten Rodungen in dem Waldgebiet in der Endphase. Sie werden Prognose zufolge nur noch wenige Tage dauern. Im Dannenröder Forst werden Bäume für den A49-Ausbau gefällt. Dagegen protestieren Aktivisten, die das Waldgebiet seit mehr als einem Jahr besetzt halten und dort zahlreiche Baumhäuser, Plattformen und Barrikaden errichtet hatten.

  • Räumung des letzten Camps geht weiter

    Im Dannenröder Forst geht am Donnerstag die Räumung des letzten verbliebenen Camps "Oben" weiter. 12 Baumhäuser waren am Vormittag noch besetzt, mehrere Aktivisten turnten auf Schaukel-ähnlichen Brettern in den Bäumen. Die Polizei fällte zunächst umstehende kleinere Bäume, um mit ihren Hubsteigern an die Baumhäuser heranzukommen. hr-Reporter Jochen Schmid schätzt, dass die Räumung des Camps noch bis Freitag dauern wird. Zwischenfälle habe es am Morgen nicht gegeben, die Arbeiten verliefen friedlich.

    Aktivisten haben Baumhäuser gebaut.
  • 35 Personen in Gewahrsam genommen

    Die Räumung des Dannenröder Forsts ist am Mittwoch nach Polizeiangaben ohne größere Vorkommnisse abgelaufen. Im nördlichen Bereich des Waldes hatten Unbekannte laut Polizei im Zugangsbereich eine Barrikade in Brand gesetzt. Zudem wurden am Morgen sogenannte "Krähenfüße" gefunden und beseitigt. Diese können Reifen von darüberfahrenden Autos beschädigen.

    Baumhäuser, Tripods und Plattformen wurden von den Einsatzkräften beseitigt - dabei gab es laut Polizei keine Verletzten. Insgesamt gab es 38 Platzverweise, 35 Personen wurden in Gewahrsam genommen.

  • Pianist Igor Levit gibt Konzert im Dannenröder Forst

    Der Pianist Igor Levit gibt am Freitag ein Konzert im Dannenröder Forst. An einer für den Weiterbau der Autobahn 49 kahlgeschlagenen Schneise spiele er für den Klimaschutz Klavier, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit. Das Konzert werde mit Funklautsprechern zu den Umweltschützern im Wald übertragen.

    Igor Levit

    Levit wolle ein musikalisches Statement für den Erhalt des Dannenröder Waldes setzen. Was er spiele, sei noch ungewiss. Der Künstler entscheide das spontan. Greenpeace und «Fridays for Future» organisieren das Konzert. Die Öffentlichkeit kann das Konzert über einen Livestream auf dem Greenpeace-Twitterkanal mitverfolgen. Die Übertragung beginnt voraussichtlich ab 9.00 Uhr.