Zu sehen sind zwei Fotos eine Loipe - einmal intakt mit geschlossener Schneedecke und einmal zerstört.

Mit schweren Geländewagen fahren sie über frisch präparierte Langlauf-Pisten und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung: Sogenannte Auto-Drifter sorgen in der noch jungen Ski-Saison wieder für Ärger im Vogelsberg. Jetzt soll ihnen ein Riegel vorgeschoben werden.

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Kampf gegen Loipen-Randalierer im Hohen Vogelsberg

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Die Gegend am Hoherodskopf und Taufstein ist bei Skilangläufern beliebt. Sie kommen wegen der Schneesicherheit und der guten Bedingungen in den Loipen von weither zu den höchsten Erhebungen im Vogelsberg. Doch die Freude der Wintersportler wird immer häufiger getrübt: Autofahrer missbrauchen die Skistrecken abends und nachts für Touren mit ihren Geländewagen und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung.

Arbeit der Ehrenamtlichen zerstört

Wenn sich die Reifen in die geglätteten und gespurten Abschnitte gefressen haben, ist an reibungslosen Langlauf nicht mehr zu denken. Viel ehrenamtlich geleistete Arbeit ist dann für die Katz'. Die Vereinsmitglieder des TGV Schotten und Mitarbeiter des Naturparks Hoher Vogelsberg müssen die Loipen mühsam wieder herrichten.

Im vorigen Winter wurden mehrfach Loipen verbotenerweise befahren, beschädigt oder streckenweise komplett zerstört, wie der TGV Schotten berichtet. Und auch in dieser noch jungen Saison wurden sie bereits von Autofahrern heimgesucht, wie der Ehrenvorsitzende des Vereins, Erwin Mengel, verärgert sagt.

Langlaufloipe im Vogelsberg zerstört

Betroffene arbeiten an Sicherheitskonzept

Um die Loipen-Zerstörer auszusperren, wird gerade an einem Sicherheitskonzept gearbeitet. Alle Zufahrten von Parkplätzen und Waldwegen auf die Loipen werden registriert. Als Nächstes sollen die Zufahrten systematisch abgeriegelt werden - entweder mit abschließbaren Schranken, oder es werden große Schneewälle aufgetürmt, an denen Autos nicht vorbeikommen.

Doch die Sperren kann der TGV Schotten nicht in Eigenregie vornehmen. Das muss mit Hessen-Forst, dem Naturpark und der Stadt Schotten abgestimmt werden. Dazu laufen nun die Gespräche, wie der Verein erklärt.

Der Hoherodskopf und der Taufstein sind nicht die einzigen Orte, die die sogenannte Drifter-Szene anzieht. Auch auf der Wasserkuppe in der Rhön befahren meist junge Autofahrer mit getunten Autos die Parkplätze. Dort geben sie Gas und schliddern nach Bremsmanövern über den rutschigen Untergrund.

Zulauf während der Corona-Pandemie

Immer beliebter geworden sind diese Treffen bei jungen Leuten während der Corona-Pandemie, wie Artur Ruppel vom Ordnungsamt der Stadt Schotten beobachtet. Die Party-Szene treffe sich auf Parkplätzen, höre Musik und führe dort ihre Fahrzeuge vor. Abends und nachts seien dort mitunter 30 bis 40 Autos unterwegs.

Für die Polizei sind die Drifter kein großes Thema. Beim unerlaubten Loipen-Befahren handelt es sich verkehrsrechtlich gerade einmal um Ordnungswidrigkeiten und keine Straftaten, wie Mengel und Ruppel sagen. "Wenn jedoch künftig womöglich Schlösser von Schranken geknackt werden sollten, um auf die Loipen zu kommen, dann handelt es sich um Straftaten. Und die kann die Polizei dann energischer verfolgen", sagt Mengel.

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