Kevin Trapp mit unglaublicher Parade in der Verlängerung.

Eintracht Frankfurt feiert einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Von der Weltklasse-Tat von Kevin Trapp bis zur Ansage von Christopher Lenz - diese Szenen waren der Schlüssel zum Finalerfolg.

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Heimspiel Extra: Die Highlights von Eintracht Frankfurt - Glasgow Rangers

Eintracht-Jubel
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Eintracht Frankfurt besiegt die Rangers im Elfmeterschießen und sichert sich erstmals nach 1980 den Uefa-Pokal. Fünf Momente und besondere Geschichten ließen den Traum wahr werden:

1. Rode wie Schweinsteiger

Sebastian Rode spielt mit Turban weiter.

9. Minute: Kapitän Sebastian Rode muss nach einem Tritt an den Kopf von John Lundstram minutenlang behandelt werden. Die Eintracht-Fans skandieren den Namen des "Hessebubs", für den der Gewinn des Pokals mit der Eintracht einen Kindheitstraum bedeutet. Rode bekommt einen Turban angelegt, er denkt in diesen Momenten an den 2014 im WM-Finale angeknockten Bastian Schweinsteiger.

Als er zur Seitenlinie schreitet, klatscht er einen Schwamm in die Hände und wendet sich zu den Fans. Das Signal: Die Eintracht lässt sich nicht unterkriegen. Rode leitet in der Folge mit viel Übersicht und enormem Einsatz die Angriffe der Eintracht ein. Sein Nebenmann Djibril Sow berichtet später: "Wir wollten auch Seppl diesen Pokal schenken."

2. Alte Männer braucht das Land

Makoto Hasebe fügte sich im Finale grandios ein.

57. Minute: Ausgerechnet der zum Abwehrorganisator aufgestiegene Tuta rutscht weg und ermöglicht Rangers-Angreifer Aribo das Tor zum 1:0. Es kommt noch schlimmer: Danach muss der Brasilianer verletzungsbedingt das Feld verlassen. Für ihn kommt der 38 Jahre alte Makoto Hasebe - und der ordnet mit der Erfahrung eines Oldies, aber der Laufstärke eines 20-Jährigen die Abwehr.

Als später auch noch Evan N'Dicka ausfällt, steht die Eintracht im Finale komplett ohne ihre etatmäßige Verteidigung da (Martin Hinteregger fehlte ohnehin). Und dennoch lassen die Hessen nicht viele Chancen zu gegen eine Mannschaft aus Glasgow, die Leipzig und Dortmund insgesamt neun Tore eingeschenkt hatte. Auch dank Makoto Hasebe.

3. Die genialen Momente von Filip Kostic

Filip Kostic flankt zum 1:1.

69. Minute: Eintracht-Fans und auch Gegenspieler haben diese Bewegung tausendmal gesehen. Kostic auf links, täuscht an, legt sich den Ball zurecht, holt aus und bringt den Ball dann punktgenau in den Strafraum. Auch wenn seine Bewegungsabläufe bekannt sind, lässt sich der Serbe einfach nicht verteidigen. Seine Flanken sind wie ein "Laser", so hat es Didi Hamann mal treffend beschrieben. Kostics Hereingabe fliegt genau zwischen die Abwehrspieler und in einen für den Torwart unangenehmen Bereich vor den Fünfmeterraum. Der Kolumbianer Rafael Borré drückt den Ball gekonnt über die Linie. Trainer Oliver Glasner verkündet später, dass Kostic wohl bei der Eintracht bleiben werde. Wer hätte diese Entwicklung nach seinen Abwanderungsgedanken im Sommer für möglich gehalten?

4. Trapp mit einer Weltklasse-Rettung

Kevin Trapp mit unglaublicher Parade in der Verlängerung.

118. Minute: Nicht nur Uli Stein hält Kevin Trapp mittlerweile für den formstärksten deutschen Torwart. Der Keeper wird durch seinen gehaltenen Elfmeter zum Helden, verteilte das Lob aber direkt nach Abpfiff weiter: "Wir sind alle Helden." Noch viel grandioser als der gehaltene Strafstoß war Trapps Rettungsaktion wenige Minuten vor dem Abpfiff der Verlängerung. Glasgows Ryan Kent kommt sechs Meter vor dem Tor an den Ball und kann eigentlich schon zum Torjubel (und damit dem sicheren Sieg der Rangers) abdrehen - doch da sprintet Trapp von der Seite heran und wehrt den Ball in unnachahmlicher Art mit dem Fuß ab. Selbst in der Zeitlupe wirkt diese Parade noch zu schnell für das menschliche Auge.

5. Erster Frankfurter Elfmeter - der Lenz ist da

Jeder Fußballer weiß: Auf den ersten Schützen kommt es im Elfmeterschießen besonders an. Umso erstaunlicher, dass sich Christopher Lenz bei der Eintracht den Ball schnappt. Er hat in den vergangenen Monaten keine große sportliche Rolle gespielt und rückt nur durch die verletzungsbedingte Auswechslung von N'Dicka zum Spielende in die Mannschaft.

Christopher Lenz jubelt nach seinem Elfmeter.

Doch Lenz verwandelt eiskalt und schaltet gleich danach die hinter dem Tor versammelte Rangers-Anhängerschaft stumm. Er blickt zu ihnen und legt den Finger auf den Mund. So viel Chuzpe überträgt sich auch auf die anderen Schützen - alle Frankfurter verwandeln unglaublich nervenstark. So steht Lenz auch für die Geschlossenheit dieser Mannschaft, in der auch Jungs von der Bank zum historischen Erfolg beitrugen.