Scheidender Eintracht-Präsident Fischer im hr-heimspiel! "Wer da keine nassen Augen bekommt, ist kein Mensch"

Die Amtszeit von Peter Fischer als Präsident von Eintracht Frankfurt geht zu Ende. Im hr-heimspiel! hat er am Montagabend über seinen emotionalen Abschied gesprochen und verraten, warum er sich anfangs für die Hessen geschämt hat.

Peter Fischer streichelt den Eintracht-Adler
Peter Fischer verabschiedete sich emotional als Eintracht-Präsident. Bild © Imago Images
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Eintracht-Präsident Peter Fischer tritt ab

Eintracht-Präsident Peter Fischer wird verabschiedet und schaut andächtig auf den Videowürfel.
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Viele Fans von Eintracht Frankfurt haben ihren Verein nie ohne Peter Fischer erlebt. Am kommenden Montag legt der Präsident nach 24 Jahren sein Amt nieder. Vor dem vergangenen Bundesliga-Spiel der Hessen nahm Fischer unter Tränen Abschied von den Anhängern des Klubs.

"Du hast da 58.000 Zuschauer und bist alleine auf dem Rasen. Wer da keine nassen Augen bekommt, der ist kein Mensch", sagte Fischer über seinen emotionalen Abschied am Montagabend im hr-heimspiel! immer noch sichtlich ergriffen.

Fischer hat sich bei erstem Eintracht-Spiel geschämt

"Die erste Begegnung, die ich mit der Eintracht hatte, war ein Auswärtsspiel in Stuttgart", erinnerte sich Fischer. Als Kind besuchte er 1969 das Bundesliga-Spiel beim VfB im Rahmen eines Schulausflugs. "Ich habe mein ganzes Taschengeld ausgegeben - fünf oder sechs Mark - für eine kleine Eintracht-Fahne." An den Ausgang des Spiels konnte sich Fischer auch noch erinnern - wenn auch nur ungern: "Wir haben fürchterlich auf die Ohren bekommen." Und zwar mit 0:4.

Mit einem Lachen gab er zu: "Im Laufe der zweiten Halbzeit habe ich mein Eintracht-Fähnchen eingerollt. Ich habe mich ein bisschen geschämt." Mit Blick auf die fünf oder sechs Mark, die er für das Fähnchen ausgegeben hatte, dachte sich Fischer damals "Du Dummkopf". Doch Fischer wurde trotzdem Fan, gut 30 Jahre später - im August 2000 - wurde er Präsident bei der Eintracht.

Bruchhagen: "Hör auf zu heulen, lieber Peter"

Zwischen 2003 und 2016 war Heribert Bruchhagen als Vorstandsvorsitzender an der Seite von Fischer bei der Eintracht tätig. "Ich freue mich, dass er so abgefeiert wird - er hat sich das wirklich verdient", sagte Bruchhagen, der als Gast zugeschaltet war, am Montagabend.

Zu Fischers emotionalem Abschied inklusive einiger Tränen sagte Bruchhagen mit einem Augenzwinkern: "Hör auf zu heulen, lieber Peter. Freue dich auf das, was kommt, und freue dich über das, was du für die Eintracht geleistet hast."

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Peter Fischer mit Tränen in den Augen und Mikrofon in der Hand.
Peter Fischer vor dem Spiel gegen Mainz 05 Bild © Imago Images
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(K)ein Party-Präsident

In Fischers Amtszeit gehörten der DFB-Pokalsieg im Jahr 2018 und der Europa-League-Sieg 2022 zu den größten sportlichen Erfolgen. Begleitet von einigen rauschenden Feiern. Auch bei seiner Verabschiedung ertönten immer wieder im Stadion die Sprechchöre "Peter gibt einen aus."

Fischer galt als "Party-Präsident". Das traf jedoch nur bedingt zu, wie Fischer rückblickend klarstellte: "Es wurde unglaublich viel daraus gemacht. Ich will mich jetzt nicht frei davon machen - natürlich war ich feiern. Aber das war lange nicht in dem Rahmen, wie man es versucht hat, reinzuschieben."

Fischer wird Ehrenpräsident und Botschafter

Kommenden Montag (5. Februar) endet mit der Mitgliederversammlung offiziell die Amtszeit von Fischer als Präsident. Künftig wird er Ehrenpräsident und Botschafter. "Ich war sehr stolz über das Angebot des Botschafters und über eine Stiftung, die sich mit gesellschaftspolitischen Dingen auseinandersetzt. Wo ich das, was mir wichtig ist, auf einer anderen Plattform weiter betreiben kann", so Fischer über seine neue Aufgaben.

Sein Amt als Präsident wird - sofern er gewählt wird - Mathias Beck übernehmen. Der 52-Jährige ist aktuell Vizepräsident bei der Eintracht und hätte sehr große Fußstapfen zu füllen.

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel!, 29.01.2024, 23.10 Uhr

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Quelle: hessenschau.de