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Nachwuchsboxer Danylo Chesnov strebt nach Großem

Danylo Chesnov aus der Ukraine trainiert inzwischen in Kassel.

Weil der 18-jährige Danylo Chesnov nicht mehr zurückkann in seine zerbombte Heimat, boxt der Ukrainer bald in Deutschland um den hiesigen U19-Meistertitel. Sein Trainer in Kassel erwartet gar eine "große Karriere".

An hohen Zielen mangelt es ihm nicht. "Ich will ein Weltmeister sein", sagt Danylo Chesnov mit fester Stimme, starrem Blick, stechenden Augen. Er meint das ernst, sehr ernst.

Danylo Chesnov ist Boxer, 18 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in der Ukraine, ehe ihn der Krieg zum Geflüchteten machte. Von einem Tag auf den anderen. Just als er auf Familienbesuch in Polen war, hagelte es Bomben in der Heimat, auch in Krywyj Rih, einer Großstadt im Süden der Ukraine im bis heute stark umkämpften Dnipro-Gebiet. An eine Rückkehr ist bis heute nicht zu denken.

Trainer ist sicher: "Er hat noch eine große Karriere vor sich"

Weil es in Polen schwer war Arbeit zu finden, zog die Familie weiter nach Deutschland, nach Kassel, wo Danylo Chesnov nun seit vier Monaten in der Boxschule seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht. Deutschland sei "super", sagt er, "es gibt viele Möglichkeiten sich als Sportler weiterzuentwickeln." Und das macht er.

Binnen kürzester Zeit überzeugte der junge Mann seinen Trainer in Kassel, den Boxschul-Leiter Ernesto Plantera. "Er hat ein unglaubliches Talent, er hat noch eine große Karriere vor sich." Eine gute Beweglichkeit, ein geschultes Auge, ein ausgezeichnetes Gefühl für Distanzen nennt Plantera die Vorzüge seines Schützlings.

Zeitig machte er den Hessischen Box-Verband auf das Talent aufmerksam, der Chesnov anschließend erst zum Sichtungslehrgang einlud und nach nur drei Sparringskämpfen dann für die Deutsche Meisterschaft setzte.

Chesnov kämpft bei Deutscher U19-Meisterschaft

Vom 25. bis 29. Juni wird Chesnov im bayerischen Königsbrunn um den U19-Titel kämpfen. "Wir sind fest davon überzeugt, dass er richtig gute Chancen hat", sagt Trainer Plantera, der den talentierten Hand-Arbeiter als "ruhigen Typen" beschreibt, der im Ring "aber auch mal böse werden kann".

An des Athleten Seite wird dann natürlich auch Ruslan Hadzalov sein, der Onkel, der früher selbst eine professionelle Box-Karriere hatte. Er ist so etwas wie der zweite Vater für den jungen Mann aus der Ukraine, "mein Vorbild", wie der 18-Jährige sagt: "Mein Onkel ist immer dabei, früher in der Ukraine, dann in Polen, jetzt in Kassel. Er versucht mir zu helfen."

Abseits des Ringes lernt Danylo Chesnov fleißig Deutsch, kann sich selbst mittlerweile vorstellen in der fremden Sprache. Auch denkt er über den Beginn einer Ausbildung nach. Oder aber er wird einfach bald Weltmeister, wer weiß.

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