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Solja macht mit Tischtennis Schluss

Ex-Europameisterin Petrissa Solja hat mit 28 Jahren genug vom Tischtennis. Timo Boll reagierte mit einem Schmunzeln auf das frühe Karriereende der Langstädterin.

Als Petrissa Solja am Mittwoch mit nur 28 Jahren unvermittelt ihre große Tischtennis-Karriere beendete, reagierte Timo Boll mit einem Schmunzeln. "Es muss ja wirklich nicht jeder so lange spielen wie so mancher Wahnsinnige", sagte der 41-Jährige und nahm sich damit selbst auf die Schippe. Denn während Boll weiter an den Platten dieser Welt steht, hat Solja nun genug.

"Ich habe die für mich perfekte Karriere gehabt. Es ist Zeit für eine Veränderung", sagte die sechsmalige Europameisterin, die ähnlich wie Boll in ihrer Karriere ab und an sogar der übermächtigen Konkurrenz aus China ein Schnippchen schlagen konnte. Nun aber hört die 51-malige Nationalspielerin auf, auch in der Bundesliga wird sie ab sofort nicht mehr für den TSV Langstadt (Babenhausen) auflaufen.

Auf das Studium konzentrieren

Der Schritt ist auch die Folge einer längeren Auszeit: Solja hatte zuletzt wegen Rückenproblemen unter anderem die Heim-EM in München verpasst. In dieser Phase habe sie gemerkt, dass "mir das Tischtennis gar nicht mehr gefehlt hat", sagte Solja. Künftig werde sie sich auf ihr Fernstudium in Wirtschaftspsychologie konzentrieren.

Die Linkshänderin spielte zehn Jahre in der Nationalmannschaft. 2016 gewann sie mit der Mannschaft Olympia-Silber, 2017 und 2019 folgte WM-Bronze im Mixed. Bei Europameisterschaften holte sie sechs Titel, darunter im Juni 2021 Einzel-Gold in Warschau.

Geburtstage künftig ohne Dopingkontrolleurin

Soljas Wegbegleiter reagierten überrascht auf den Rücktritt. "Ich habe erst mal die Luft angehalten, als ich gehört habe, dass Peti ihre Karriere komplett beendet. Für mich ist sie nach wie vor die beste Spielerin in Europa", sagte der Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov. Ihr Mixed-Partner Patrick Franziska gratulierte zu einer großen Karriere. "Für das nächste Kapitel deines Lebens wünsche ich dir, dass du dort genauso erfolgreich wie im Tischtennis und sehr glücklich bist", so der Bensheimer.

Solja hat sich ihren Schritt nach intensiven Jahren gut überlegt. "Die Erste, die ich an meinem 18. Geburtstag gesehen habe, war früh morgens die Dopingkontrolleurin", erzählte sie zum Abschied und blickte nach vorn: "Ich freue mich besonders auf die Zeit, wo ich bei den Geburtstagen meiner Freunde anwesend sein kann und nicht im Flugzeug sitze oder irgendwo auf der Welt Bälle ausdrehe." Timo Boll dürfte aufmerksam zugehört haben.