Schwimmerin überzeugt bei DM Anna Elendt und die WM-Generalprobe mit einem Fragezeichen

Für die einen ist es das Größte, für die Frankfurterin Anna Elendt eher eine Art Vorbereitung. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin holte die Schwimmerin am Wochenende doppelt Gold – und hat jetzt nur die WM im Kopf. Wenn nicht eine Verletzung sie ausbremst.

Anna Elendt schwimmt im Becken mit schwarzer Badekappe.
Anna Elendt holte bei der Schwimm-DM gleich zwei Medaillen. Bild © picture-alliance/dpa
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Das Wasser ist ihr Element und die gute Laune hat sie gepachtet: Schwimmerin Anna Elendt von der SG Frankfurt ist im Becken ein Ausnahmetalent. Die 21-Jährige holte am Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft doppelt Gold. Über 100 Meter Brust und 50 Meter Sprint schlug sie als Erste an.

Zeit für Genügsamkeit? Fehlanzeige. Die Frankfurterin bleibt trotz der Siege selbstkritisch. "Dieses Mal hat der Anschlag nicht ganz geklappt, da war es ein bisschen langsamer", sagte Elendt nach ihren Titel-Gewinnen.

Schwimm-WM voll im Blick

Die Deutschen Meisterschaften in Berlin waren für sie eher so etwas wie eine Generalprobe – die letzte Möglichkeit unter Wettkampfbedingungen noch Feinheiten zu korrigieren.

"Ich finde das ganz gut, weil ich meine Renntaktik noch mal üben kann, deshalb sehe ich das als Trail-Run vor der WM", so Elendt am ARD-Mikrofon. In zwei Wochen startet die angesprochene Schwimmweltmeisterschaft in der japanischen Stadt Fukuoka. Nach der WM-Silbermedialle im vergangenen Jahr über 100 Meter Brust will die Frankfurterin dieses Jahr dort noch mehr erreichen.

Wie schlimm ist die Oberschenkel-Verletzung?

Wenn nicht eine kleine Verletzung sie aufhält. Die Vize-Weltmeisterin verzichtete am letzten Wettkampftag am Sonntag nach eigenen Angaben aufgrund einer am Freitag zugezogenen Zerrung im Oberschenkel auf das Finale über 200 Meter Brust. 

Sie wäre "super gerne gestartet", betonte Elendt am ARD-Mikrofon, habe so kurz vor dem Saisonhöhepunkt aber nichts riskieren wollen: "Die WM war doch ein bisschen wichtiger." "Ein bisschen Sorgen", mache sie sich schon, erklärte sie. Sie müsse nun mit den Ärzten sprechen und schauen, "ob das was Schlimmes oder nur eine kleine Verletzung" sei. 

Härteste Konkurrentin ist gleichzeitig gute Freundin

Ihr Training absolviert Elendt seit Langem in den USA. Dort studiert und wohnt sie auch – zusammen mit einer ihrer schärfsten Konkurrentinnen: Lydia Jacoby. Die amtierende Olympiasiegerin über 100 Meter Brust und die Frankfurterin verstehen sich gut – vor allem außerhalb des Beckens.

"Wenn man das Schwimmen am Pool lässt, sind wir danach nur noch Freunde und keine Konkurrentinnen mehr", so Elendt. Die beiden wollen sogar ihren Sommerurlaub zusammen verbringen. Doch bis es so weit ist, steht mit der Schwimm-WM noch ein großes Turnier an und da will Elendt ihre Mitbewohnerin hinter sich lassen. Wenn es der Oberschenkel zulässt.

Quelle: hessenschau.de/Lars Becker, Simon Schäfer