Ein Skifahrer fährt auf einer Skipiste auf der Wasserkuppe einen Hang hinab.

Die Energiekrise zwingt auch Hessens Wintersportgebiete zu Preiserhöhungen. Wer Lift fahren, Ausrüstung ausleihen oder essen und trinken will, muss in dieser Saison fast überall mehr zahlen. Doch es gibt auch einen Ort, wo alles beim Alten bleibt.

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Höhere Preise fürs Skifahren in Hessens größten Wintersportgebieten

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An Ski-, Snowboardfahren oder Rodeln ist angesichts der milden Temperaturen derzeit nicht zu denken. Hinter den noch immer herbstlichen Kulissen laufen die Vorbereitungen aber natürlich schon. Und es zeigt sich: Wenn die Wintersport-Saison eröffnet wird, müssen alle tiefer in die Tasche greifen fürs Freizeitvergnügen.

Die Folgen von Energiekrise und Inflation machen sich auch in Hessens größten Wintersport-Gebieten bemerkbar. In Willingen (Waldeck-Frankenberg) und auf der Wasserkuppe in der Rhön heißt es für die Besucher der Skipisten: Alles wird teurer.

In Willingen, Hessens bedeutendstem Wintersport-Ort, steigen die Preise für Erwachsenen-Tageskarten von 34 auf 36 Euro, Kinder-Tickets von 23 auf 24 Euro.

Die Auswirkungen von allgemeiner Teuerung und Kostenexplosionen für Strom und Kraftstoffe versuchen sie in Willingen im Rahmen zu halten. "Wir werden die Preiserhöhungen nicht eins zu eins an die Besucher weitergeben, sondern versuchen sie durch kluges Energie-Management zu kompensieren", sagt Skigebiets-Sprecher Jörg Wilke auf Anfrage.

Keine Sitzheizung und langsamere Lifte

So wird etwa im modernster aller dortigen Sessellifte, dem K1, die Sitzheizung abgestellt. Die Lifte sollen auch generell etwas langsamer laufen. Das spart Energie und Kosten. "Die Gäste werden das bei den Bergfahrten aber kaum spüren", glaubt Wilke.

Tiefere Einschnitte - wie etwa kürzere Öffnungszeiten oder weniger befahrbare Pisten - seien nicht geplant. Auch das Flutlicht-Skifahren stehe nicht zur Disposition. Um nicht so viel Kunstschnee zu benötigen, sollen die Pisten aber partiell etwas schmaler angelegt und präpariert werden.

Wasserkuppe: Für alle Tickets zwei Euro mehr

Auch auf der Wasserkuppe werden die Tickets teurer - und zwar pauschal um zwei Euro. Das Tagesticket kostet für Erwachsene nun 20 und für Kinder 15 Euro. Die Preissteigerungen lägen zwischen 10 und 15 Prozent und seien noch moderat ausgefallen, befindet Jeremias Kümpel, Referent der Geschäftsführung beim Liftbetreiber Wiegand.

Kümpel erklärt: Die Stromkosten seien um die Hälfte gestiegen. Und auch Diesel für die Pistenfahrzeuge sei bekanntlich teurer geworden. "Wir wollen die Mehrkosten aber nicht komplett an die Gäste weiterreichen", heißt es auch von der Wasserkuppe.

Ausrüstung, Essen und Trinken - alles wird teurer

Wer auf Hessens höchstem Berg (950 Meter) Schlittenfahren möchte und danach den Lift nutzt, muss auch mehr zahlen. Die Bergfahrt kostet nun 3 statt 2,50 Euro. Auch der Verleih für die Ausrüstung schlägt drauf: Das Ski-Set kostet pro Tag 18 statt 15 Euro.

Auch beim Essen und Trinken ist mit Preiserhöhungen zu rechnen. Abschließend kalkuliert seien diese aber noch nicht, sagt Kümpel.

"Wir wollen das volle Programm liefern"

Die Leistungen des Betreibers für die Gäste sollen in der Ski- und Rodelarena in Gersfeld (Fulda) aber nicht eingeschränkt werden. "Wir wollen das volle Programm liefern", sagt Kümpel und hofft wieder auf einen guten Winter. In der Vorsaison wurden 94 Lifttage gezählt.

Um Energie und Geld zu sparen, hat der Liftbetreiber auf der Wasserkuppe investiert. Es gibt zwei neue Schneekanonen, die energiesparender Kunstschnee produzieren. Zudem wurde die Beleuchtung auf LED-Scheinwerfer umgestellt, die weniger Strom verbrauchen.

Von so vielen Betriebstagen wie auf der Wasserkuppe können kleinere Skigebiete nur träumen. Auf dem Hoherodskopf (Vogelsberg) gab es nur 16 Lifttage, weil dort keine künstliche Beschneiung vorgenommen wird.

Wenn auf dem Hoherodskopf genug Naturschnee liegen bleibt, müssen Käufer von Liftkarten auch dort mehr zahlen: Erwachsene für die Tageskarte 18 statt 15 Euro. Und Kinder-Tageskarten kosten 13 statt 11 Euro. Ski und Schuhe kosten im Verleih 16 statt 13 Euro.

Konstante Preise an der Herchenhainer Höhe

Noch etwas beschaulicher als auf dem trubeligen Hoherodskopf geht es an der Herchenhainer Höhe ganz in der Nähe zu. Dort blickt der örtliche Ski-Club, der den Lift an der 600 Meter langen Piste betreibt, positiv in die Saison. Und der Vorsitzende Florian Appell verkündet: "Es gibt keine Preiserhöhungen."

Denn die Energiekosten seien für den einen Lift gering. An der Herchenhainer Höhe (773 Meter hoch) seien auch keine Schneekanonen in Betrieb. Das senkt zwar die Kosten, führt aber auch zu weniger Lifttagen. Im vorigen Winter waren es nur 17 Tage.

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