Schiersteiner Brücke gesperrt
Bis hierhin und nicht weiter: die Schiersteiner Brücke ist voll gesperrt Bild © picture-alliance/dpa

Die Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden ist auf unbestimmte Zeit gesperrt. Wer sie täglich nutzt, muss umdenken. Drei Pendler berichten, wie sie am Donnerstag (12.02.2015) trotzdem ihren Weg fanden.

Seit Dienstagabend ist die Schiersteiner Brücke, die Mainz und Wiesbaden verbindet, gesperrt. Eine Situation, die am Mittwochmorgen viele Pendler eiskalt erwischte. Viele reagierten erst einmal mit Unverständnis, Frust und Empörung. "Das ist eine Zumutung", schrieb ein Nutzer in unserer Kommentarfunktion. "Was machen wir auf dem Rückweg?

Bis 21 Uhr arbeiten, damit wir keinen Stau haben?" fragte ein anderer Nutzer halb verzweifelt. Inzwischen ist klar, dass die Brücke auch die kommenden Tage - vielleicht sogar Wochen - gesperrt sein wird. Viele Pendler werden sich damit arrangieren müssen. Hier berichten drei Betroffene, wie sie am Tag nach der Sperrung ihr Ziel erreichten.

Christian Beyer (29), Mitarbeiter einer Wiesbadener Gartenbau-Firma

"Ich fahr normalerweise um kurz vor sieben vom Mainzer Hauptbahnhof nach Wiesbaden. Eigentlich brauche ich 15 Minuten. Am Mittwoch war das anders: Ich kam erst um 10:30 Uhr auf der Arbeit an, fast vier Stunden verspätet. Am Mittwoch seien manche seiner Kollegen bis zu drei Stunden im Stau gestanden. Manche Termine seien ganz abgesagt worden. Das sei natürlich schlecht fürs Geschäft. "Die Kollegen fahren jetzt deutlich früher los. Was soll man machen?"

Dass früher losfahren aber nicht immer hilft, habe sein Kollege am Donnerstagmorgen erlebt. "Ich bin gut durchgekommen, aber ein Kollege von mir ist zehn Minuten später los und hat gleich fast eine Stunde länger gebraucht."

Andreas Hemmes (40), Polizeisprecher in Wiesbaden

Polizeisprecher Andreas Hemmes wohnt in Bingen - und arbeitet in Wiesbaden. "Ich habe mir am Donnerstagmorgen den Wecker provisorisch eine Stunde früher gestellt", sagt er. Als er kurz nach 6 Uhr an der Fähre von Bingen nach Rüdesheim ankam, war dort aber schon einiges los. "Normalerweise kann man zur Fähre kommen wann man will und man bekommt Platz. Heute nicht." Allein zwei Fähren mussten nach Rüdesheim übersetzen, bevor Hemmes dran kam.

"Das hat Zeit gekostet." Er kam zu spät zur Arbeit. Sein Plan für die nächsten Tage: "Früher aufstehen muss ich auf jeden Fall, aber auf die Idee kommen auch andere." Wenn das Chaos länger anhalte, will er vielleicht auf die Bahn umzusteigen. "Aber von Bingen nach Wiesbaden mit der Bahn? Die Verbindung ist echt ungünstig", sagt er.

Simone Klein (36), Leiterin eines Kindergartens in Mainz

"Das Verkehrschaos ist natürlich der Super-GAU", sagt Simone Klein, Leiterin eines Kindergartens in Mainz. "Wir können nicht zu spät kommen, weil um halb 8 Uhr die Kinder vorm Kindergarten stehen", erklärt sie. Vorerst machten jetzt erst einmal die Kindergärtnerinnen, die direkt in Mainz wohnen, die Frühschichten. Wie die Kita das in den nächsten Tagen organisiere, müsse sie noch klären. "Wir wurden aus dem Nichts konfrontiert, alles umzustrukturieren."

Das betreffe natürlich auch sie persönlich. Sie sei am Donnerstagmorgen eine Stunde früher losgefahren. Um 7 Uhr. Das bedeute auch, dass sie ihre Tochter früher als sonst zur Kita bringen müsse. Trotzdem: Simone Klein kam im Vergleich zu vielen anderen gut durch. "Man muss eben die großen Straßen in der Mainzer Innenstadt meiden. Aber man muss wohl auch etwas Glück haben: "Gestern steckte eine Kollegin auf den letzten fünf Minuten Fahrweg eineinhalb Stunden fest", sagt sie.