Menschen fotografieren ein großes, buntes Wandbild

Die diesjährige documenta wird überschattet von Antisemitismusvorwürfen, doch auf die Besucherzahlen haben die sich offenbar nicht negativ ausgewirkt. Zur Halbzeit vermeldet die Kunstschau sehr gute Zahlen - der bisherige Rekord wird aber nicht geknackt.

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Halbzeitbilanz bei documenta

hs
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Zur Halbzeit der documenta15 können sich die Macherinnen und Macher über sehr gute Zahlen freuen: Über 410.000 Besucher haben die Kasseler Kunstschau bis zum vergangenen Wochenende besucht. Trotz der Antisemitismus-Vorwürfe, die die Schau von Anfang an überschatteten, und der Unsicherheiten durch Corona reichen die Zahlen damit fast an den Besucherrekord der documenta14 im Jahr 2017 heran. Damals waren 445.000 Besucher bis zur 50-Tage-Marke verzeichnet worden.

Über 14.600 Dauerkarten seien verkauft worden, teilten die Veranstalter in einer Pressemitteilung vom Montag weiter mit. Das Soli-Ticket, das möglichst vielen Menschen Zugang zur Ausstellung ermöglichen soll, sei über 3.000-mal gekauft und sehr gut angenommen worden.

Mehr Erklärungen, mehr deutsche Texte

Als Reaktion auf die weiterhin geäußerten Antisemitismus-Vorwürfe kündigte die Künstlerische Leitung erneut an, mehreren Werken "Kontextualisierungen in verschiedenen Formaten" beizufügen.

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documenta meldet über 400.000 Besucher zur Halbzeit

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Zudem werde die angestrebte Zweisprachigkeit (Englisch / Deutsch) in der Ausstellung verstärkt weiterverfolgt, indem weitere Label-und Wandtexte auf Deutsch ergänzt werden.

Mehr Schülerinnen und Schüler unter den Besuchern

Insgesamt seien bei der diesjährigen Schau bis jetzt auch mehr junge Leute angesprochen worden. Bei sogenannten School Walks und School Workshops hätten in diesem Jahr bereits über 25.000 Schülerinnen und Schüler im Klassenverband teilgenommen. Bei der documenta14 waren es zur Halbzeit 20.000.

Das Verhältnis der Besuche aus Deutschland zu denen aus dem Ausland scheint nach ersten Zwischenergebnissen der Besucherbefragung mit etwa 70 zu 30 ungefähr dem Ergebnis der documenta 14 mit 65 zu 35 zu entsprechen.

Hotels und Gastronomie enttäuscht

Gastronomie und Hotellerie in Kassel äußern sich sehr zurückhaltend zu den bisherigen Zahlen. "Während die Gastronomie kaum spürbare Effekte verzeichnet, zog die Buchungsnachfrage in den Hotels etwas an, bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Nord- und Osthessen, Oliver Kasties, der dpa. Die documenta helfe den Betrieben über das Sommerloch hinweg, allerdings sei das Aufkommen internationaler Gäste aufgrund der Auswirkungen von Corona, Ukraine-Krise und der konjunkturellen Situation deutlich geringer.

Die documenta, die es seit 1955 in Kassel gibt, wird nur alle fünf Jahre veranstaltet. Die diesjährige Schau dauert noch bis zum 25. September.

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