Die Band "No Angels" - vier Frauen -  auf der Bühne.

Textsicher und sehr, sehr laut: Das sind die Fans der No Angels. Beim Konzert der Kult-Girlgroup in Frankfurt gibt es ohrenbetäubenden Beifall, strahlende Gesichter und Nostalgie pur. Für zwei Engel wird der Abend zum Heimspiel.

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Nostalgie pur: Die No Angels in Frankfurt

No Angels: Konzert in der Batschkapp
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Auf ihrer "Celebration"-Jubiläumstour haben die No Angels in Frankfurt Halt gemacht. Mehr als 20 Jahre ist es her, dass "Daylight in your Eyes" wochenlang den ersten Platz der deutschen Singlecharts belegte, ihr Debütalbum "Elle'ments" zählt zu den meistverkauften Alben in der deutschen Musikgeschichte. Die Fanbase war also groß, und sie ist es noch heute. Das ist deutlich zu spüren am Mittwochabend auf dem No-Angels-Konzert in Frankfurt.

Nostalgie pur in der ausverkauften Batschkapp

Wer sich in der prall gefüllten Batschkapp umsieht, stellt schnell fest, dass die No Angels ein ziemlich heterogenes Publikum anziehen. Menschen jeden Alters haben sich auf den Weg zu dem Jubiläumskonzert gemacht. Mit ihrem Kult-Hit "Daylight in Your Eyes" eröffnen die No Angels den Abend – und bringen damit sofort das Publikum zum Schreien.

Sandy von den No Angels performt auf der Bühne

Auf ein aufwendiges Bühnenbild hat die Band verzichtet, dafür hat sie gemeinsame Tanzchoreografien zu bewährten Klassikern im Gepäck. Auf dem Programm der Sängerinnen stehen vor allem alte, neu interpretierte Songs von ihrem Jubiläumsalbum "20", die für pure Nostalgie beim Publikum sorgen. In neonfarbenen Outfits in klassischer Popband-Manier performen Nadja Benaissa, Lucy Diakovska, Sandy Mölling und Jessica Wahls einen 2000er-Hit nach dem anderen – und ernten dafür strahlende Gesichter und ohrenbetäubenden Beifall. Wer keine Ohrstöpsel dabei hat, dürfte dies in so manch einem Moment bereut haben.

Textsicheres Publikum und bewegte No Angels

Ob "Someday", "Still in Love with You" oder "There Must Be an Angel": Schon nach den ersten Tönen scheint das Publikum jeden einzelnen Song zu erkennen und stimmt Wort für Wort mit ein – was bei den Mitgliedern der Popband sichtlich gut ankommt. "Wir sind so bewegt. Es ist einfach unglaublich, wie viel Liebe und positive Energie hier in diesem Raum ist", kommentiert Nadja Benaissa die vielen, immer wieder mit den Händen geformten Herzen im Publikum.

"Seitdem wir uns kennen, gibt es eine Sache, die für uns am wichtigsten ist", sagt Lucy, "und das sind die Momente, wenn die Engel singen". Darauf folgt der Song "When the Angels Sing" und erneut beweist das Publikum in Sachen Textsicherheit ein sehr gutes Langzeitgedächtnis und/oder eine beachtliche Vorbereitung auf das Jubiläumskonzert der vier Engel.

Ein Heimspiel für Nadja und Jessica

Dass zumindest zwei der No Angels einen besonderen Bezug zu Frankfurt haben, ist offensichtlich. Nadja Benaissa zum Beispiel begrüßt während des Konzerts ihre Frankfurter Familie im Publikum, Jessica Wahls schiebt zwischen den Songs immer mal wieder "Gebabbel" ein. Beide Frauen besuchten im Jahr 2000 das "Popstars"-Casting in ihrer Heimatstadt Frankfurt. Ein weiterer Beweis für ihre hessische Vergangenheit: Auf ein von den No Angels angestimmtes "Erbarme, zu spät", schreit das Publikum leidenschaftlich "Die Hesse komme" in Richtung Bühne.

Engel auf Höhenflug

Hervorgegangen waren die No Angels aus der ersten "Popstars"-Staffel im Jahr 2000. Die erstmals in Deutschland umgesetzte TV-Show wurde nicht zuletzt durch den Riesenerfolg der Girlgroup Kult. Finalistinnen der Casting-Serie und damit Bandmitglieder waren ursprünglich Nadja Benaissa, Lucy Diakovska, Sandy Mölling, Vanessa Petruo und Jessica Wahls. Die fünf Engel galten als erfolgreichste Girlband Kontinental-Europas.

Trotz Erfolgskurs löste sich die Gruppe 2003 auf. Knapp vier Jahre später feierten sie ein erstes Comeback, diesmal ohne Vanessa Petruo. Nach Nadja Benaissas Bandausstieg im Jahr 2010 traten die letzten drei Engel noch als Trio auf, bis auch sie sich 2014 musikalisch voneinander trennten. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums haben sich die No Angels dann noch einmal zusammengefunden. Mit ihrem Album "20" konnten sie an ihre anfänglichen Erfolge anknüpfen – das Album belegte direkt Platz Eins der deutschen Albumcharts.

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Wie geht es weiter? Nadja Benaissa über die Zukunft der No Angels

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Ob nach der Jubiläumstour weitere Auftritte der No Angels folgen werden, bleibt abzuwarten. Im hr-Interview hat Nadja Benaissa jedenfalls Hoffnung geweckt. Bis dahin können sich Fans den Zugabe-Song des No Angels-Konzerts vom Mittwochabend in Frankfurt zu Herzen nehmen: "We Keep the Spirit Alive."

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