Ein Blaualgenteppich am Strand des Buga-Sees in Kassel.

Gewässer von Nord- bis Südhessen sind mit Blaualgen befallen. Wer mit diesen Bakterien in Kontakt kommt, kann Übelkeit, Durchfall, Fieber oder Atemwegserkrankungen erleiden. Die Gesundheitsämter haben deshalb einige Badeseen gesperrt.

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Stadt Gießen warnt vor Blaualgen

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Das Darmstädter Gesundheitsamt hat ein Badeverbot im Arheilger Mühlchen ausgesprochen. Die anhaltende Hitzeperiode, verbunden mit dem ausbleibenden Regen, habe dazu geführt, dass der Naturbadesee komplett geschlossen werden muss, teilte die Stadt Darmstadt am Donnerstag mit.

Zu hoch sei die Konzentration an sogenannten "Blaualgen", die das Wasser blau-grünlich färben und vermoost wirken lassen - und eine Gesundheitsgefahr darstellen, für jeden, der mit ihnen in Kontakt kommt. "Dies bedauern wir sehr", sagte Bürgermeisterin Barbara Akdeniz (Grüne). "Es zeigt sich, dass es wichtig war und richtig ist, die Entschlammung des Mühlchens zur Verbesserung der Wasserqualität jetzt anzugehen." Der Eigenbetrieb Bäder hoffe, bei verstärktem Niederschlag noch in diesem Sommer wieder öffnen zu können.

Badeverbot auch im Schultheis-Weiher

Auch im Schultheis-Weiher in Offenbach gilt seit Freitag ein vorübergehendes Badeverbot. Bereits am Donnerstag habe die Wasserfläche dort ein vermehrtes Vorkommen von Blaualgen gezeigt, teilte die Stadt mit. Nun habe sich diese Situation weiter verschlechtert. Im Wasser seien grüne Schlieren in einer teils geschlossenen Schicht zu sehen.

Badeverbot im Kasseler Buga-See aufgehoben

Dank des Regens in der Nacht zum Freitag konnte zumindest die Stadt Kassel das Badeverbot am Buga-See inzwischen wieder aufheben. Am Freitagmorgen erklärte die Stadt, dass die kühleren Tage und der Niederschlag zu einer Reduzierung der Blaualgen geführt hätten. Nun sei das Baden dort wieder möglich.

Auch im Buga-See hatten sich Blaualgen im per EU-Richtlinie eigentlich ausgezeichneten Wasser des Baggersees ausgebreitet. Die Blaualgenvermehrung sei so groß gewesen, "dass gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind und aufgrund der geringen Sichttiefe ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Badende besteht", hatte die Stadt Kassel mitgeteilt.

Ein Dutzend Badeseen mit Blaualgen belastet

Doch nicht überall haben die Regenfälle in der Nacht vom Donnerstag für eine Entspannung gesorgt: Rund ein Dutzend der offiziell 61 hessischen Badeseen sind mit Blaualgen belastet und die Gesundheitsämter geben Warnungen heraus: "Sollten Symptome wie etwa verstärkter Juckreiz, Atembeschwerden oder Hautquaddeln auftreten, suchen Sie bitte einen Arzt auf." Nachzulesen sind diese auch auf der Homepage des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).

Betroffen sind eher seichte Gewässer

Betroffen sind demzufolge Gewässer von Nord- bis Südhessen. "Die können sich innerhalb kurzer Zeit vermehren", sagte Winfried Staudt vom HLNUG. Betroffen seien eher seichte Seen. Das Wetter sei ein Faktor, aber das Problem sei meist von Menschenhand gemacht.

Nährstoffanreicherungen, zum Beispiel über die Düngung in der Landwirtschaft, aber auch Zuflüsse, die Abwässer einbringen, spielten eine Rolle. Ob der Klimawandel ein Grund sei, sei schwer zu sagen, aber das derzeitige Wetter begünstige natürlich das Wachstum. "Blaualgen sind im eigentlichen Sinne gar keine Algen, sondern sogenannte Cyanobakterien. Einige von ihnen enthalten einen grün-blauen Farbstoff, der ihnen umgangssprachlich den Namen Blaualgen verliehen hat", heißt es auf der Homepage des Naturschutzbundes BUND.

Übelkeit, Durchfall, Fieber oder Atemwegserkrankungen

Einige dieser Bakterien könnten Giftstoffe entwickeln. Bei Kontakt könne es zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen, in schlimmeren Fällen auch zu Übelkeit, Durchfall, Fieber oder Atemwegserkrankungen kommen. Auch für Haustiere wie Hunde und Katzen könnten Blaualgen gefährlich werden, wenn sie das Wasser tränken, sagte Staudt.

Überprüft werden ihm zufolge nur die offiziellen Badegewässer. Bestehe ein Algenbefall, reichen die Maßnahmen von einfachen Hinweisen bis hin zu Badeverboten. Alle anderen Gewässer würden nicht überprüft. "Da ist das Baden auf eigene Gefahr."

Warnhinweise und Badeverbote

Warnhinweise gibt es für den Guckaisee (Fulda), Großer Woog (Darmstadt), Krombachtalsperre (Lahn-Dill), Großer Pfordter See (Vogelsberg), Nidda-Stausee (Vogelsberg), Werratalsee Südufer (Werra-Meißner) und den Gederner See (Wetterau). Auch für Seen rund um Gießen gelten Warnungen.

Vom Baden abgeraten wird am Nieder-Mooser-See (Vogelsberg). Die strengste Maßnahme Badeverbot gilt außer im Arheilger Mühlchen und im Schultheis-Weiher (Offenbach) auch für den Werratalsee Ostufer (Werra-Meißner).

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