Diesel und Super an Tankstelle in Wehretal vertauscht  Falscher Sprit im Tank - hunderte Betroffene 

In Nordhessen haben hunderte Menschen über Tage den falschen Sprit getankt. Der Grund: die Zapfsäulen an einer Tankstelle in Wehretal-Reichensachsen waren falsch befüllt. Betroffene sollten ihre Autos dringend stehenlassen.

Foto einer Tankstelle, bei der einige Zapfsäulen mit roten Abstandshütchen abgesperrt sind.
Die Tankstelle in Wehretal ist erst einmal gesperrt. Bild © Sina Philipps, hr
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Am Freitag zeigt sich an einer Tankstelle in Wehretal (Werra-Meißner) ein skurriles Bild: Das Gelände ist mit Flatterband abgesperrt, überall stehen Servicefahrzeuge, Menschen tauchen zu Fuß und mit dem Fahrrad auf, um einen Schaden zu melden. Der Grund: Eine verhängnisvolle Verwechslung hat in dem kleinen Ort in Nordhessen zu liegengebliebenen Autos geführt.  

An der Tankstelle im Ortsteil Reichensachsen waren die Kraftstofftanks für Diesel und Super vertauscht worden, wie die HNA schreibt. Das hat der Betreiber der Tankstelle dem hr mittlerweile bestätigt. Der Fahrer des Tankwagens habe die Treibstoffe versehentlich verwechselt.

So hatten offenbar seit Anfang dieser Woche hunderte Betroffene über mehrere Tage ihre Autos falsch betankt. Sie berichteten anschließend in einer Facebook-Gruppe sogar von liegengebliebenen Fahrzeugen.  

Erst getankt, dann liegengeblieben

So auch Katja Ludolf aus Reichensachen. Sie hatte ihren VW-Bus am Dienstagabend vollgetankt und war dann mit Freund und drei Hunden in den Urlaub nach Bayern gefahren. Zunächst habe sie sich lediglich über den starken Benzin-Geruch und das schlechte Anspringen gewundert - jetzt steht ihr Bus in der Werkstatt. Wie Urlaub und Rückfahrt noch was werden sollen - ungewiss. 

Silke Döring aus Wehretal-Reichensachsen ist zur Tankstelle gekommen. Sie habe Super tanken wollen, versehentlich sei jetzt Diesel-Kraftstoff im Tank, erzählt sie. Jetzt wolle sie abklären, wie sie weiter vorgehen müsse.

Ein TAnkwagen pumpt den kontaminierten Treibstoff aus dem unterirdischen Tank ab.
Kennzeichen, Tankzeit, Kraftstoff: Betroffene müssen diesen Zettel ausfüllen. Bild © Sina Philipps, hr

ADAC: Betroffene Fahrzeuge "dringend stehenlassen"

Betroffene wie Döring können sich bei der Tankstelle melden und einen Zettel ausfüllen. Die Betreiber benötigen neben dem Kennzeichen des Fahrzeugs das Datum des Tankvorgangs und die Art des Kraftstoffs, der getankt wurde. 

Oliver Reidegeld vom ADAC empfiehlt dringend, falsch betankte Fahrzeuge stehen zu lassen. Um Schäden und Folgekosten bei der Versicherung geltend zu machen, sollten Betroffene dringend alle Quittungen aufheben.

Tankbetrieb ab 16 Uhr wieder möglich?

Eine Fachfirma ist seit 8 Uhr am Morgen damit beschäftigt, den kontaminierten Treibstoff abzupumpen, um ihn dann zu entsorgen. Danach werden die Tanks gereinigt und neu befüllt. Voraussichtlich ab 16 Uhr könne man hier wieder korrekt tanken, so ein Mitarbeiter der Firma. 

Wie hoch der Gesamtschaden ist, steht derzeit noch nicht fest. Insgesamt sind laut Betreiber 16.000 Liter Super-Benzin und 11.000 Liter Diesel Sondermüll. Dazu geht der ADAC davon aus, dass sich in den kommenden Tagen weitere Betroffene melden.

Weitere Informationen

Sendung: hr-info, 01.09.2023, 14:30 Uhr

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Quelle: Stefanie Küster, Sina Philipps, Daniel Bresser, hessenschau.de