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Nach Flug-Ausschluss: Lufthansa entschädigt jüdische Reisende

Im Mai hatte die Lufthansa fast 130 jüdische Reisende von einem Flug ausgeschlossen. Nun hat das Unternehmen eine finanzielle Entschädigung gezahlt – Details tauchen aber nur in einem Medienbericht auf.

Nachdem die Lufthansa vor rund einem halben Jahr 127 jüdische Passagiere von einem Weiterflug ausgeschlossen hatte, hat das Unternehmen den Betroffenen eine Entschädigung gezahlt. Man habe mit der "überwiegenden Mehrheit der Passagiere" eine Einigung erzielt, bestätigte das Unternehmen am Donnerstag, nachdem Spiegel Online und Simple Flying darüber berichtet hatten. Weitere Details nannte die Lufthansa nicht.

Laut dem Luftfahrt-Portal Simple Flying erhielt jeder Betroffene 21.000 Dollar. Der Vorfall hätte die Lufthansa damit in Summe 2,6 Millionen Euro gekostet. Welche Vereinbarung mit den Reisenden getroffen wurde, die nicht zur "überwiegenden Mehrheit" zählen, ist nicht bekannt.

Einzelne Verstöße gegen Maskenpflicht

Einige der jüdischen Passagiere hatten auf einem Flug von New York nach Frankfurt Anfang Mai nach Angaben der Airline keine Maske aufsetzen wollen. Der Weiterflug nach Budapest wurde am Ende allen verweigert, die beispielsweise durch Hut und Schläfenlocken als Juden zu erkennen waren.

Viele der Betroffenen wollten mit der Lufthansa weiter zu einer Gedenkveranstaltung in die ungarische Hauptstadt reisen. Der Flug war mit leichter Verspätung und nur knapp 30 Personen an Bord gestartet.

Antisemitismusbeauftrager reagiert

In einem Statement auf Twitter hatte sich die Airline einige Tage später entschuldigt, die Empörung damit aber weiter angefacht. Auch der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker (CDU) hatte sich eingeschaltet. Kurz nach der Veröffentlichung der Lufthansa-Stellungnahme hatte er eine weitere, klare Entschuldigung der Airline sowie die Aufarbeitung des Vorfalls gefordert.

Kurz darauf besuchte Lufthansa-Chef Carsten Spohr die Jüdische Gemeinde in Berlin. In einem Telefongespräch mit Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, bat er ebenfalls um Entschuldigung.

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