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Anklage gegen Mutter wegen Verdachts der IS-Mitgliedschaft

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen eine 29 Jahre alte Frau aus dem Hochtaunuskreis erhoben. Gemeinsam mit ihrem Mann soll sich der Terrormiliz IS in Syrien angeschlossen und dabei auch das Leben der eigenen Tochter gefährdet haben.

Wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in zwei terroristischen Vereinigungen und der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht hat die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Anklage gegen eine 29 Jahre alte Frau erhoben. Sie soll sich zunächst in der salafistischen Szene des Rhein-Main-Gebiets bewegt haben und 2013 gemeinsam mit ihrem Ehemann nach Syrien ausgereist sein, wie die Anklagebehörde am Montag mitteilte.

Haushalt geführt, damit der Mann kämpfen kann

Dort soll sich die aus dem Hochtaunuskreis stammende Angeschuldigte zunächst der Terrororganisation Jabhat al-Nusra angeschlossen haben. Den Ermittlungen zufolge soll sie sich um den Haushalt und die 2014 geborene Tochter gekümmert haben - und somit dem Mann ermöglicht haben, als Kämpfer aktiv zu sein.

Nach einem Aufenthalt in der Türkei sollen die drei dann Ende 2014 in das Gebiet des Islamischen Staates (IS) ausgereist und sich dieser Terrororganisation angeschlossen haben.

"In den folgenden Jahren soll die Angeschuldigte ihrem Ehemann, der sich nach einer militärischen Ausbildung dem IS als Kämpfer angeschlossen haben und in dessen Finanzverwaltung tätig gewesen sein soll, zu dessen jeweiligen Einsatzorten gefolgt sein und durch die Führung des Haushalts dessen Tätigkeit für den IS ermöglicht haben", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft.

Tochter wurde bei Kämpfen verletzt

Der Mutter sei bewusst gewesen, "dass sie ihre damals neun Monate alte Tochter durch die erneute Verbringung in ein Bürgerkriegsgebiet in große Gefahr bringen würde", hieß es. So soll das Mädchen bei Kampfhandlungen erheblich verletzt worden sein.

Auch die Erziehung im Sinne der IS-Ideologie, das Aufwachsen unter der menschenverachtenden Willkürherrschaft des IS und der fehlende Schulbesuch sollen erhebliche Gefahren für die Entwicklung des Kindes begründet haben.

Laut den Angaben war die Frau 2019 festgenommen worden und befand sie sich gemeinsam mit ihrer Tochter und ihren weiteren Kindern bis März 2022 in einem kurdischen Gefangenenlager. Nach ihrer Rückführung nach Deutschland wurde sie im März 2022 am Frankfurter Flughafen festgenommen. Sie befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

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