Sprengung Salzbachtalbrücke

Zwei Mal knallte es laut, dann lag die Salzbachtalbrücke in Schutt und Asche. Sprengmeister Eduard Reisch hat die seit Mitte Juni gesperrte Autobahnbrücke wie geplant niedergelegt.

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Sprengmeister Eduard Reisch zählte von zehn runter, drückte auf seinen Knopf, es knallte einmal und einen Augenblick später noch ein zweites Mal - und dann lag die Salzbachtalbrücke in Schutt und Asche. Die seit Mitte Juni gesperrte Hauptverkehrsbrücke der A66 vor Wiesbaden wurde am Samstagmittag reibungslos gesprengt.

Brücken fielen, wie sie sollten

Wie geplant wurden also die beiden 310 Meter langen Brückenteile mit rund 220 Kilogramm Sprengstoff "niedergelegt". Zunächst fiel das südliche Brückenbauwerk (Fahrtrichtung Frankfurt) senkrecht nach unten und nur zwei Sekunden später kippte die Nordbrücke auf das Trümmerbett - und damit weg vom unter der Brücke liegenden Wiesbadener Klärwerk.

Sprengung Salzbachtalbrücke

"Eine Bilderbuch-Sprengung", befand ein zufriedener Sprengmeister Reisch im hr-Interview. Nach ausführlicher Kontrolle des Sprengergebnisses mit seinem Team könne er sagen, die Sprengung "war ein voller Erfolg". Das Bauwerk habe sich planmäßig verhalten, alle Zünder seien auch gezündet. Dass sich Teile der gesprengten Nordbrücke hoch aufstellten, sei "völlig normal", sagte Reisch. Für die Spezialbagger, die nun den Schutt abtragen müssen, sei es sogar eine "optimale Höhe".

Die Sprengung sei "sehr gut gelaufen", bestätigte Matthias Achauer, der zuständige Abteilungsleiter der Autobahn GmbH nach einer ersten Begehung der Trümmer. "Die Brücken sind so gefallen, wie sie sollten." Auch das Klärwerk wurde ersten Erkenntnissen zufolge nicht beschädigt.

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15.000 Tonnen Abbruchmaterial

Nach der Sprengung ging es zügig weiter. Kurz nachdem sich die Staubwolke verzogen hatte, setzte an der Baustelle reger Betrieb ein. Mehrere Spezialgeräte - 15 Kettenbagger sowie drei Radlader - rückten an. Mit riesigen Hammern wurde damit begonnen, die teils noch sehr großen Teile der Fahrbahn zu zerkleinern oder zu zerdrücken sowie den angehäuften Sand und den Schutt wegzuschaffen.

15.000 Tonnen Abbruchmaterial aus Beton und Stahl müssen nun verarbeitet werden. Insbesondere die Bereiche der Bahngleise und der B263 stehen dabei im Fokus, die Autobahn GmbH hatte angekündigt, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, um beide Bereiche schnellstmöglich wieder freigeben zu können. Die Bahngleise sollen "nach Möglichkeit noch vor Weihnachten" wieder befahrbar sein, die B263 womöglich schon früher. Autofahrer müssen sich allerdings noch länger gedulden: Eine erste Lücke der A66 wird nach den Plänen der Autobahn GmbH frühestens 2023 mit einem Neubau geschlossen.

Sprengung der Salzbachtalbrücke

Für Reisch geht es sofort weiter

Um 13.15 Uhr teilte die Stadt Wiesbaden schon einmal mit: "Der Sicherheitsbereich rund um die Salzbachtalbrücke darf wieder betreten werden. Evakuierte Anwohnerinnen und Anwohner können in ihre Wohnungen zurückkehren. Auch Büros dürfen wieder betreten werden."

Sprengmeister Reisch richtete seinen persönlichen Blick auch gleich wieder nach vorne. Er werde den Tag Revue passieren lassen und im kleinen Kreis vielleicht einen kleinen Umtrunk abhalten. "Aber nächste Woche geht's wieder weiter", sagte Reisch. Auf ihn warten längst weitere Sprengobjekte.

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