Remis gegen Mainz Darmstadt 98 schaltet in den Glanzlos-Modus

Gegen Mainz 05 konzentriert sich der SV Darmstadt 98 auf die eigene Defensive und sorgt somit für ein Novum. Vom Hurra-Fußball sind die Lilien damit zwar weit entfernt, einen kleinen Schritt in die richtige Richtung machen sie aber dennoch.

Christoph Zimmermann Darmstadt 98
An Christoph Zimmermann und der Lilien-Abwehr kamen die Mainzer am Samstag nicht vorbei. Bild © Imago Images
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Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo von SV Darmstadt 98 und rechts das Logo vom FSV Mainz 05
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Das dann doch sehr biedere 0:0 des SV Darmstadt 98 gegen den FSV Mainz 05 am Samstag war in gleich mehrfacher Hinsicht eine besondere Partie. Einerseits, weil bei den Lilien nicht Chefcoach Torsten Lieberknecht an der Seitenlinie stand, sondern Co-Trainer Ovid Hajou, und andererseits, weil die eine Null beim Endresultat ein Novum in der Bundesliga-Saison der Südhessen darstellte. Ein Novum, das aber genauso gewollt war.

"Uns war es wichtig, stabil zu stehen und wenig zuzulassen. Das hatte für uns heute Priorität", betonte Hajou, der den bei seiner Frau weilenden Lieberknecht vertrat, nach dem Spiel offen und direkt. "Wir haben unser erstes Bundesliga-Spiel zu Null gespielt und diesen Punkt nehmen wir gerne mit." Nicht verloren, kein Tor kassiert, Mainz in der Tabelle hinter sich gelassen - so glanzlos, aber simpel und effektiv war die Lilien-Rechnung am diesem Samstag.

"Heute ging es um das reine Ergebnis"

"Das war kein fußballerischer Leckerbissen. Aber darum geht es manchmal nicht", erklärte auch Keeper Marcel Schuhen und zog einen Vergleich zu den vorherigen Spielen: "Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel schönen Hurra-Fußball gespielt, was uns das eine oder andere Mal auch um die Ohren geflogen ist. Heute ging es um das reine Ergebnis. Auch wenn das nicht immer schön ist."

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Lilien-Interimstrainer Ovid Hajou
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Nein, schön war es wirklich nicht, was beide Teams auf dem Rasen des Böllenfalltor-Stadions darboten. Es war ein 0:0, das auch in dieser Höhe verdient war. Über weite Strecken des Spiels wurde man das Gefühl nicht los, dass das Motto der Begegnung "Verlieren verboten" hieß. Bloß nicht dem anderen die Möglichkeit geben, drei "big points" im Tabellenkeller einzuheimsen.

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Hajou mit Lieberknecht in Kontakt

So wurden es äußerst zähe neunzig Minuten, an deren Ende aber beide Teams ihr Ziel erreicht hatten. "Wir können auf jeden Fall mit dem Ergebnis leben", erklärte Hajou, der während der Partie in Kontakt mit Lieberknecht stand und mit diesem auch in der Halbzeit telefonierte. "Beide Teams wollten nicht wirklich ins Risiko gehen", ergänzte Schlussmann Schuhen.

Die Lilien bewiesen dadurch aber auch, dass sie neben Offensiv-Feuerwerken wie gegen Bremen und teilweise gegen Gladbach, auch mit ihrer Defensive in der Bundesliga Punkte holen können. Kein unwichtiger Umstand, wenn man bedenkt, dass die Südhessen noch vor zwei Wochen acht Gegentore in München kassierten. Auch ein glanzloser Punkt ist eben ein Punkt. Und der könnte am Ende der Saison noch etwas wert sein.

Quelle: hessenschau.de