Heimpleite gegen Stuttgart Sieglos-Serie der Lilien hält an

Der nächste Negativ-Rekord für Darmstadt 98. Engagierte Lilien verlieren gegen Stuttgart trotz langer Überzahl und sind seit nunmehr 15 Bundesligaspielen ohne Dreierpack.

Lilien gegen Stuttgart
Der Anfang vom Ende: Serhou Guirassy gelingt für den VfB Stuttgart - umringt von Lilien-Spielern - per Kopf das frühe 1:0 für die Schwaben. Bild © Imago Images
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Highlights: SV Darmstadt 98-VfB Stuttgart

Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo von SV Darmstadt 98 und rechts das Logo vom VfB Stuttgart
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Bundesliga-Schlusslicht SV Darmstadt 98 rutscht immer tiefer in den Abstiegsstrudel. Durch eine 1:2 (0:1)-Niederlage am Samstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart verlängerte sich die Sieglos-Serie der Südhessen: Die Lilien sind mittlerweile seit 15 Bundesligaspielen in Folge ohne Sieg. Das ist ein Negativ-Rekord für den Klub. Die Tore für das Top-Team aus dem Schwabenland machten Goalgetter Serhou Guirassy (14.) und Mahmoud Dahoud (90.2). Aaron Seydel traf zum 1:2 (90.+5).

Die ersatzgeschwächten Darmstädter mussten ihre Startelf umbauen. Trainer Torsten Lieberknecht brachte Verteidiger Christoph Klarer, Julian Justvan im offensiven Mittelfeld und Luca Pfeiffer im Sturm. Er bildete mit Winter-Neuzugang Sebastian Polter die Doppelspitze. Dafür nahm Bartol Franjic auf der Bank Platz. Matej Maglica und Tim Skarke waren gelbgesperrt.

Stuttgart zeigt Klasse mit schneller Führung

Lieberknecht hatte seine Mannschaft vor dem Anpfiff aufgefordert, in der Partie gegen die in dieser Saison so furios aufspielenden Schwaben über sich hinauszuwachsen. Doch spielerische Größe zeigten in der Anfangsphase die Gäste: kombinationsstark, stabil im Aufbau - und vor allem kaltschnäuzig beim Torabschluss.

Torjäger Guirassy, wieder zurück vom Afrika-Cup, nutzte gleich seine erste Chance. Nach Konfusion in der Lilien-Abwehr hatte der Klasse-Stürmer aus Guinea allerdings auch wenig Mühe, den Ball aus zwei Metern ins Tor zu köpfen (14.). Die ihn umringenden Verteidiger konnten Guirassy nicht am 18. Saisontor hindern. Es war ein weiterer Beleg dafür, warum Darmstadt die Schießbude der Liga ist. In 21 Spielen setzte es 49 Gegentreffer.

Mehlem-Knaller aberkannt

Wenig später schöpften die Lilien-Fans Hoffnung - aber nur kurz. Marvin Mehlem drosch den Ball aus 15 Metern zwar wuchtig in die Maschen. Doch der Treffer wurde aberkannt, weil Sebastian Polter zuvor bei der Ballannahme ein Handspiel unterlaufen war. Es blieb beim 0:1.

Nach rund 17 Minuten folgte eine lange Spielunterbrechung. Zuschauer hatten aus Protest gegen die Deutsche Fußball Liga (DFL) Tennisbälle und andere Gegenstände auf den Rasen geworfen. Die Fans wollen nicht, dass die DFL einen Milliarden-Deal mit einem Investor eingeht.

Pfeiffer scheiterte am VfB-Keeper

Nach knapp 20 Minuten Zwangspause mit Aufräumarbeiten ging es weiter - und zwar kampfbetont. Die Gastgeber versuchten, über Einsatz und Leidenschaft ins Spiel zu finden. In dieser Hinsicht zeigten sie ganz sicher Größe. Lilien-Stürmer Pfeiffer verpasste den Ausgleich. Seinen Schuss aus der Bedrängnis parierte VfB-Torwart Fabian Bredlow (41.).

Darmstadt drückte auf den Ausgleich. Der VfB wirkte zeitweise wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen. Waldemar Anton machte bei einem Klärungsversuch beinahe ein Eigentor. Kurz vor der Pause dezimierten sich die Gäste. Pascal Stenzel sah die Gelb-Rote wegen Foulspiels (45.+22.).

Stuttgart in Unterzahl um Kontrolle bemüht

Stuttgart versuchte danach auch in Unterzahl, wieder die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. Die nächste Chance hatte aber wieder Pfeiffer. Doch einen Bredlow-Abpraller konnte er nicht über die Linie drücken (59.). Das phasenweise wilde Spiel verflachte zwar ein wenig, lebte aber weiter von seiner Spannung.

Lieberknecht brachte mit Seydel und Fabio Torsiello zwei frische Stürmer (74.). und bließ zur Attacke. Doch Darmstadt kam nicht recht in gute Abschlusspositionen. Woo-Yeong Jeong traf für den VfB nur den Pfosten. Dann machte aber der eingewechselte Dahoud alles klar (90.+2) für den VfB, als er einen weiteren Pfosten-Abpraller einschob. Das 1:2 von Seydel war am Ende zu wenig (90.+5).

Der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt nun zehn Punkte für Darmstadt. Schlecht auch für die Lilien: Mainz gewann als direkter Konkurrent um den Klassenverbleib sein Heimspiel gegen Augsburg und hat nun drei Punkte Vorsprung vor den Südhessen. Am nächsten Samstag muss Darmstadt beim SV Werder Bremen antreten.

Weitere Informationen

SV Darmstadt 98 – VfB Stuttgart 1:2 (0:1)

Darmstadt: Schuhen – Zimmermann, Gjasula (86. Vilhelmsson), Klarer (46. Nürnberger) – Bader, Mehlem (86. Schnellhardt), Holland, Karic (74. Torsiello) – Justvan – Polter, Pfeiffer (73. Seydel)
Stuttgart: Bredlow – Stenzel, Anton, Ito, Mittelstädt (81. Stergiou) – Karazor, Stiller – Leweling (46. Vagnoman), Undav (81. Dahoud), Führich (71. Jeong) – Guirassy (63. Millot)

Tore: 0:1 Guirassy (14.), 0:2 Dahoud (90.+2), 1:2 Seydel (90.+5)

Gelbe Karten: Klarer, Zimmermann, Justvan / Leweling, Führich, Karazor
Gelb-Rote Karte: Stenzel

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 17.810 (ausverkauft)

Ende der weiteren Informationen

Quelle: hessenschau.de/Jörn Perske